Samstag, 13. Mai 2023

Tjaden tappt (559)



Schiedsfrau des Amtsgerichtes Burgdorf nimmt Abschied

11. Mai 2023. Werbung wirkt. Auch per Mail. Das gilt auch für meine Broschüre "Obdachloser Schimmelreiter". Auch die Schiedsfrau des Amtsgerichtes Burgdorf S. B., die mir Hilfe versprochen hat, hat bei meinem Einsatz gegen die Missstände in der städtischen Unterkunft Drei Eichen, hat eine Werbe-mail bekommen. Ihre Antwort: Streichen Sie mich aus Ihrem Verteiler. Sie wünscht mir, dass ich meinen Frieden finde.

Um meinen Frieden geht es allerdings gar nicht. Es geht um die Gesundheit der Frauen und Männer, die dort untergebracht werden. Die Fotos, die ich in der Unterkunft gemacht habe, schockieren viele. Im In- und Ausland. Aus meiner Broschüre erfahren die Leserinnen und Leser aber auch, wer in Drei Eichen wohnt, wie sie miteinander umgehen. Im Erdgeschoss von 1 A hat sich eine Gemeinschaft gebildet, die anständig miteinander umgeht und auch Spaß hat. Gegenseitige Hilfe ist so selbstverständlich wie Rücksichtnahme. Von denen will keiner aus meinem Verteiler genommen werden.

13. Mai 2023.Gelesen haben kann diese Schiedsfrau meine Broschüre nicht. Sie ist nämlich erst heute veröffentlicht, worden.

Mittwoch, 26. April 2023

Tjaden tappt (558)

Die Nester der anonymen Kommentatoren

Irgendwo muss ein Nest sein, sagt man, wenn sich Ereignisse häufen. In diesem Fall anonyme Kommentare. Auf Madeira habe ich in über zwei Jahren auf www.madeiraobserver.eu keinen einzigen bekommen. Der Regierungschef reagierte sogar mit Likes auf Facebook, auch bei Kritik. 

Mit anonymen Kommentaren geradezu zugeschüttet wurde ich von 2004 bis 2013 in meinem Geburtsort Wilhelmshaven. In Wilhelmshaven gründeten wir 2004 die Wochenzeitung "2sechs3acht4", die Konkurrenz fegte uns mit Dumping bei den Anzeigen wieder weg. Inserierte bei uns ein Autohändler, bekam er einen Anruf des Verlegers der Tageszeitung und der anderen Wochenzeitungen mit der Ankündigung, bei diesem Händler im Wiederholungsfalle keine Dienstwagen mehr zu kaufen. Nach dem Aus für unsere Wochenzeitung machte ich im Internet weiter. 

Nun bin ich wieder in Burgdorf-und habe Spaß bei der Arbeit für www.burgdorferkreisblatt.de Doch anonyme Kommentatoren versuchen, mir diesen Spaß zu verderben. Nach Burgdorf zurückgekehrt bin ich u. a., weil ich es auf Madeira mit einem üblen Vermieter zu tun bekam, der im August vorigen Jahres anfing, mich zu terrorisieren:


 You are a stupid man

10. August 2022. Soeben habe ich einen Anruf bekommen von jemandem, der sich Mike Sousa nennt und angeblich für die
Facebook-Kommentar,
14. August 2022, aus 
Burgdorf bei Hannover.


Immobilienfirma RB Living arbeitet.
Er beschimpft mich um 13.20 Uhr als stupiden Mann, der doch nach Hause abhauen sollte. Ich hätte kein Recht, hier Außentüren abzuschließen. Das allerdings hat RB Living bei meinem Einzug von mir gefordert.
Jetzt ruft er ununterbrochen an. Die angezeigte Handy-Nr. 927660531. Er versucht es immer wieder, inzwischen zum zehnten Mal. Es ist jetzt 13.40 Uhr. Das nennt man Telefonterror.

21.35 Uhr. Bin vom Polizeirevier zurück. Habe Strafantrag gestellt.

Siehe auch Mieterin ernennt mich zu "fucking Nazi"

26. April 2023. mit meinem damaligen Strafantrag passiert ist, weiß ich bis heute nicht. Dazu eine Würdigung


Donnerstag, 20. April 2023

Tjaden tappt (557)

Furchen auf der Stirn

Der Bolzplatz an der Aue macht nach dem verregneten Pferdemarkt einen zerfurchten Eindruck. Den will die Stadt wieder beseitigen. Auf Kosten des Verkehrs- und Verschönerungsvereins als Veranstalter des Pferdemarktes. Meldet heute der "Anzeiger für Burgdorf" als Aufmacher. Und ich bekomme Furchen auf der Stirn. 

Ich bin immer noch der Meinung, dass mein Neffe Malte und ich 2006 die Einzigen gewesen sind, die auf diesem Bolzplatz jemals mit meinem damals noch kleinen Kumpel Leon Hopgrefe Fußball gespielt haben. Diesen Platz gibt es auch nur, weil er in der Südstadt von Burgdorf nicht angelegt werden durfte. Dafür sorgten damals Leute, die sich ein Urteil des Landgerichtes Hamburg aus dem Jahre 2005 zunutze machten. Dieses Gericht hatte in Hamburg den Bau eines Kindergartens untersagt, weil sich Anlieger beschwert hatten.

Damals galten Kinder noch als Verursacher von nicht zulässigem Lärm. Gerichte wurden mit entsprechenden Klagen zugedeckt, wenn eine Kommune auch nur daran dachte, in Wohngebieten auch etwas für die Kleinen zu tun. Das machte den zuständigen Senator in Berlin so wütend, dass er die zuständigen Behörden anwies, sich nicht mehr um jeden Richterspruch zu kümmern. Der Gesetzgeber änderte das Bundesimmissionsschutzgesetz. Kinderlärm war kein Klagegrund mehr. Niemand könnte mehr einen Bolzplatz in der Südstadt verhindern. 

Vielleicht auch deswegen wird derzeit befürchteter Bahnlärm zum Thema. Und ich bekomme wieder Furchen auf der Stirn. 

Samstag, 15. April 2023

Tjaden tappt (556)

 

Na ja. Foto: Tjaden
"Machen Sie Ihre Taschen leer"

15. April 2023, 12 Uhr, das Wetter ist unfreundlich, er mindestens genauso: Der erste Satz des etwa Mittdreißigers, der sich mir im Supermarkt in den Weg stellt: "Machen Sie Ihre Taschen leer, sonst hole ich gleich die Polizei." Der Verkäufer des Back-Shops im Edeka-Markt Cramer in der Weserstraße hält sich im Hintergrund. 

Aus diesem Back-Shop befindet sich in meinem geschlossenen Regenschirm eine Tüte mit zwei Ostereiern, soeben bei einer Verkäuferin des Back-Shops gekauft. "Gemeinschaft, Genuss, Gesundheit, natürlich Edeka Cramer" steht auf der Tüte. In meiner linken Jackentasche befinden sich drei Tütchen Salz für die Ostereier, die ich seit Ostern täglich im Kaffeebereich esse. Die Verkäuferin des Back-Shops gibt mir dafür jedes Mal einen kleinen Teller. 

Der Mittdreißiger wiederholt seine Aufforderung im Befehlston. Ich zeige ihm mein Handy, das in der rechten Jackentasche steckt, dann meine Kamera und die drei Salz-Tütchen aus der linken Jackentasche. Der wie das Wetter unfreundliche Mittdreißiger verstummt. Meine Fragen scheinen ihm lästig zu sein. Angestrengt schaut er an mir vorbei. Ich drücke ihm die Salz-Tütchen in die Hand. Der Verkäufer aus dem Back-Shop ist längst wieder verschwunden. Was ich falsch gemacht haben soll, bleibt mir ein Rätsel. Mit dem lassen mich der Mittdreißiger und der Verkäufer zurück.

Nächste Woche soll das Wetter freundlicher werden. Der Mittdreißiger hoffentlich auch.


Mittwoch, 5. April 2023

Tjaden tappt (554)

Ich beneide sie. Foto: Tjaden
Das fehlende Rad


Es mag daran liegen, dass im Wort Bicicleta das Verb fahren nicht vorkommt. Jedenfalls radele ich auf der Insel nur sehr selten hinter anderen Radlerinnen und Radlern her oder begegne welchen, die mir entgegenkommen. Kinder dagegen können kaum an sich halten, wenn sie mein Rad sehen, doch diese Begeisterung springt nur auf wenige Eltern über.

Da mein Fahrrad in einem Hostel in Funchal steht, suche ich seit meiner Ankunft in Burgdorf ein gebrauchtes Rad für die zwei, drei Monate, die ich hier verbringe. Der Fahrradhändler in der Poststraße hat sein Burgdorfer Lager auf den Kopf gestellt, gefunden hat er nichts Passendes. Empfohlen worden ist er mir übrigens von Fahrrad Schiwy in der Schmiedestraße. Das nenne ich vorbildliches Verhalten eines Konkurrenten. 

Also nahm ich den Bus nach Großburgwedel. Erfolgreich endete diese Fahrt nicht, denn den Fahrradhändler in der von-Alten-Straße gibt es nicht mehr. Die Ladenfläche soll neu vermietet werden. Wenn es um den Fahrradkauf ging, hatte ich also einen gebrauchten Tag erwischt.

Anschau-bar

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