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Freitag, 28. August 2020

Tjaden tappt (538)

Er hat eine böse Villa.
Foto: Wikipedia
Die Suche nach den Sündenböcken

Reiserückkehrer aus Corona-Risikogebieten sollen nach dem Willen von Ärztepräsident Klaus Reinhardt bei ihrer häuslichen Quarantäne durch Polizei oder Ordnungsämter überwacht werden. „Die Amtsärzte sind voll damit ausgelastet, Infektionsketten nachzuverfolgen und Quarantänemaßnahmen einzuleiten“, sagte Reinhardt der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. „Die Überwachung und die Sanktionierung dieser Maßnahmen müssen andere übernehmen, zum Beispiel Polizei und Ordnungsämter.“

tagesschau


Heinz Erhardt hat über seinen Vater behauptet, dass er zwei Villen hatte. Einen guten und einen bösen. Ärztepräsident Klaus Reinhardt dürfte zumindest eine Villa haben. Leider eine böse. Dass Amtsärzte sich vorstellen können, Reiserückkehrer aus "Corona-Risikogebieten" zu überwachen, ist mir übrigens neu. Dass Polizei und Ordnungsämter das gern tun würden, zum Glück auch noch, und die Stasi gibt es nicht einmal mehr in der ehemaligen DDR. 

Da die Politik offenbar die Zeiten für beendet erklärt hat, in denen sie uns lobte und uns versicherte, dass man mit unserer vorzüglichen Hilfe das Corona-Virus im Griff habe, werden nun Sündenböcke gebraucht. Bevor jemand auf die Regierung schimpft, sollte man doch erst einmal pflichtgemäß auf Reiserückkehrer, Feiernde und Nachlässige schimpfen. Dabei ist es völlig unerheblich, ob die Vorwürfe zutreffend sind oder nicht. Niemand fragt Sündenböcke. Die werden schon im Alten Testament in die Wüste geschickt. Oder von einer Klippe gestoßen.

Damals ist der Sündenbock allerdings noch ausgelost worden. Dieses Losverfahren sei auch unseren Politikerinnen und Politikern empfohlen, damit nicht immer dieselben in Verdacht geraten. Denn sonst bestünde die Gefahr, dass aus Vorurteilen blinde Wut gegen bestimmte Leute wird, die niemand mehr kontrollieren kann. Ärztepräsident Klaus Reinhardt würde dann sicherlich in seiner Villa seine Hände in Unschuld waschen. Kennen wir auch aus der Bibel und gehört heute zu den empfohlenen Hygienemaßnahmen. 


Sonntag, 10. Februar 2019

Tjaden tappt (368)

Papierkorb mit Aschenbecher.
Foto: Heinz-Peter Tjaden
Wie man eine Stadt sauber hält

Von Funchal auf Madeira lernen, heißt für eine saubere Stadt sorgen. Wer hat sich nicht schon einmal darüber geärgert, dass an Bushaltestellen und vor Bänken das Pflaster mit Zigarettenkippen übersät ist? Wer ist am Wochenende nicht schon einmal einer durch die Luft fliegenden Wochenzeitung ausgewichen? Wer ekelt sich nicht gelegentlich, wenn er durch einen Bahnhofstunnel geht?

So was erlebt man in Funchal nicht. An jedem Papierkorb gibt es den Hinweis, dass die Reste von Zigaretten auf dem Basaltpflaster nichts zu suchen  haben. Zu jedem Papierkorb gehört ein innen angebrachter Aschenbecher. Die Papierkörbe gibt es in drei Farben: gelb, grün und blau. Die erleichtern die Mülltrennung.

Außerdem sind mehrmals am Tag in den Straßen Männer und Frauen mit Strohbesen und langstieliger Kehrschaufel unterwegs und sorgen für Sauberkeit. Und was ist mit den herumfliegenden Wochenzeitungen? Die gibt es hier nicht. 

Was auch noch auffällt: Auf dieser Insel fallen einem keine Videokameras auf. In vielen Supermärkten gibt es neben den Kassen einen Bereich, in dem die Kundinnen und Kunden ihre Einkäufe selbst einscannen und mit Karte bezahlen können. Und niemand schaut zu...

Weitere Informationen über Madeira auf http://madeiranowordsneeded.blogspot.com 

Samstag, 27. Oktober 2018

Tjaden tappt (337)

Kein schlimmer Algrorithmus

Die "Zeit" hat mich gewarnt, die "Süddeutsche" auch: Der Algorithmus überwacht mich Tag und Nacht. Er bestimmt mein Kaufverhalten, er nimmt Einfluss auf meine Freizeitgestaltung, er liefert mir Nachrichten, mit denen ich manipuliert werden soll, sogar Donald Trump soll vom Algorithmus gewählt worden sein und Angela Merkel bleibt deshalb nach jeder Wahl Bundeskanzlerin. 

Alles nicht so schlimm. Weiß ich seit einigen Stunden. Denn der Algorithmus von Amazon hat mir gestern einen Autor empfohlen, den ich nicht nur sehr gut kenne, sondern auch sehr schätze. Amazon empfahl mir: "Folgen Sie Heinz-Peter Tjaden. Damit Sie immer wissen, was er schreibt und stets wissen, welche neuen Veröffentlichungen es von ihm gibt." 

Anschau-bar

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