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Samstag, 14. März 2020

Tjaden tappt (455)

Marktstraße/Poststraße: Hier
können den Autos, die
nach rechts abbiegen,
auch Fahrräder entgegenkommen. 
Darauf
hingewiesen
wird aber
erst in
der Poststraße
auf einem
Schildchen.
Radfahrer, fährst du in Burgdorf auf der Braunschweiger und dann auf der Poststraße, dann wundere dich darüber, dass du anschließend nicht im Krankenhaus liegst.

Verunglücken könntest du schon auf der Braunschweiger Straße, denn links von dir parken Autos, die von den dir entgegenkommenden Autos ignoriert werden. Zwar gilt die Regel "Wer das Hindernis auf seiner Seite hat, ist wartepflichtig", aber das wissen nur Führerscheinbesitzer. Die sind in Burgdorf sehr selten. Die anderen fahren einfach links weiter und auf dich zu.

Konntest du gerade noch rechtzeitig ausweichen, dann wird es auf der Poststraße keinesfalls ungefährlicher. Denn das letzte Stück ist schmaler als das vorherige. Wahrscheinlich, weil die Poststraße dort Einbahnstraße ist. Das gilt allerdings nicht für Radfahrer. Worauf die Autofahrer auf einem kleinen Schild hingewiesen werden. Das sie aber erst bemerken, wenn für dich der Krankenwagen kommt.


Donnerstag, 15. September 2016

Tjaden tappt (164)

Meine Brüder Detlef und Acki.
Rechts stehe ich.
Foto: Christel Mertin 
Über meinen toten Bruder Acki

Auch heute werfen wir einen Blick nach Entenhausen-Wilhelmshaven, wo man inzwischen wohl eher den Panzerknackern trauen kann als - sagen wir einmal dem Oberbürgermeister. Der heißt dort Andreas Wagner, ist in der CDU und seit 2011 im Amt. Großprojekte kündigte der seither an, es wurde aber nie etwas daraus. Damit hat er natürlich auch der CDU geschadet. Das wusste Wagner schon vor der Kommunalwahl und wurde ausfallend.

Mein Bruder Joachim ist vor gut vier Jahren gestorben, er wurde tot in seinem Garten gefunden. Die Nachricht war für uns alle ein Schock. Mein Bruder war erst Mitte 50. In Wilhelmshaven kannte man ihn, als im Stadtnorden ein Containerhafen entstehen sollte, drückte er einer Bürgerinitiative, die gegen dieses Projekt war, seinen Stempel auf. Viele beeindruckte er mit Detailwissen und mit seiner Konsequenz. Andere störten sich an seiner Geradlinigkeit. Manchmal reichte schon ein Gespräch mit Acki für einen Platz auf der Schwarzen Liste der Leute, die in Wilhelmshaven das Sagen haben und behalten wollten. Dennoch zog die Bürgerinitiative in den Rat ein und nannte sich dort nach einigen Streitigkeiten BASU. Diese Buchstaben standen für Bildung, Arbeit, Soziales, Umwelt. 

Als ein Bekannter und ich in Wilhelmshaven auch noch die Wochenzeitung 2sechs3acht4 gründeten, wurde die sogenannte "Elite" noch nervöser. Doch unserer Zeitung entledigte man sich schnell wieder - über mich behauptete man sogar, ich sei "wohl vorbestraft". Acki wurde man aber nicht so leicht los. Als Acki gestorben war, wollte der CDU-Fraktionsvorsitzende meinem toten Bruder sogar noch etwas am Zeug flicken. Mit einer öffentlichen Androhung eines Strafantrages wies ich diesen Christdemokraten in seine Schranken.

Von dem Tod von Acki hat sich die BASU politisch nie wieder ganz erholt. Er hinterließ eine Lücke, die nicht geschlossen werden konnte. Und was macht der Oberbürgermeister von Wilhelmshaven einen Tag vor der Wahl, obwohl sich jeder kluge und anständige Oberbürgermeister aus Kommunalwahlen heraushält? Er postete bei Facebook, dass BASU für "Behauptungen, Anschuldigungen, Sozialneid und Unterstellungen" stehe. Als Oberbürgermeister ist Wagner auch Gemeindewahlleiter, der für einen ordnungsgemäßen Ablauf der Kommunalwahl sorgen muss.

Pfui, Teufel! Einigermaßen versöhnlich stimmt mich allerdings das Wahlergebnis der CDU. Die CDU stürzte ab, bekam nur noch gut 20 Prozent der Stimmen. Für Wirbel sorgt in diesen Tagen auch das Krankenhaus. Die Staatsanwaltschaft von Oldenburg hat nach vierjährigen Ermittlungen angekündigt, dass sie gegen Wagners Vorgänger wegen merkwürdiger Vorgänge Anklage erheben will, wegen anderer merkwürdiger Vorgänge wird gegen Wagner noch ermittelt...

Siehe auch: In Entenhausen als "Kinderschänder" verleumdet

Montag, 31. März 2014

Tjaden tappt (VII)

Der Kleine und das Smarties-Phone

Da sitzt der Kleine in seinem Zimmerchen, die Lego-Steine sind alle kaputt, aus dem Haus kommt er nicht, die Schlaglöcher in Wilhelmshaven sind viel zu tief, Mami ist nicht da und Papi schon lange verschwunden, wie nur sollte der Kleine seine Zeit verbringen, wenn Mami nicht ihr Smarties-Phone vergessen hätte? Die Tasten sind so schön blau, gelb und rot, Farben unterscheiden kann der Kleine, sinnvolle von sinnloser Freizeitgestaltung unterscheiden kann er nicht. Dazu wohnt er schon zu lange in Wilhelmshaven.

Ich kenne die Stadt. Ich bin dort geboren. Und ich sage Ihnen, da kann man was erleben. Nur dieser Kleine nicht. Der muss sich das Leben von anderen leihen. Wie er sich das Smarties-Phone von seiner Mami geliehen hat. Mit dem verschickt er Buchstaben. Die ergeben manchmal Wörter. Wenn der Kleine wieder einmal ein Wort geschafft hat, brabbelt er vor sich hin: "Kommentar für Tjaden." Dann weint er: "Der wohnt nicht mehr in Wilhelmshaven."

Aber mit dem Smarties-Phone kommt er über jedes Schlagloch, er muss es nur in Richtung JadeWeserPort halten. Dort gibt es keine Schiffe, also auch keine Hindernisse für seine Buchstaben, die gelegentlich Wörter bilden wie im Rat SPD und CDU eine Koalition, die nach jeder Pleite versichert, dass es nun aufwärts gehe, weil abwärts nach so vielen Pleiten nicht mehr möglich sei. Ist aber.

Wieder huschen die Fingerchen des Kleinen über die roten, gelben und blauen Tasten, denn die Geschichte über Polizeibeamte, die sich bei ihren Einsätzen auch schon mal falsche Namen geben, mag er nicht. Die soll nicht noch bekannter werden. Schließlich gibt es Geschichten aus Wilhelmshaven, die sind schon bekannt genug. Sie stehen in Büchern, die in der Stadt nicht gelesen werden sollten. Deshalb sind sie von den meisten Buchhandlungen auch nicht angeboten worden. Sie waren eher verboten.

Ob in Wilhelmshaven jemand prominent ist oder nicht, erfährt man am einfachsten von der Staatsanwaltschaft. Man muss sich nur nach laufenden Ermittlungsverfahren erkundigen. Gibt es die, dann hat man zu tun mit: entweder einem ehemaligen Oberbürgermeister oder mit dem Chef einer Polizeibehörde - zu Wasser oder auf dem Boden. Andere trifft man vor zivilen Gerichten oder beim über Nacht Umzugskartons packen. Trifft man die, dann hat man zu tun mit dem ehemaligen Chef des städtischen Krankenhauses oder der Hochschule.

In solch einer Stadt sitzt der Kleine in seinem Zimmerchen. Er mag diese Prominenten, diese Geschichte dagegen mag er nicht. Hier klicken.

In Wilhelmshaven etwas werden, kann man so am schnellsten: Bei der Bewerbung die Anmerkung "Gegen mich hat es bereits (hier die Zahl eintragen) Haftbefehle gegeben." nicht vergessen. Je mehr, desto besser...

Erlebt in Wilhelmshaven

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