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Sonntag, 5. April 2020

Tjaden tappt (470)

Der Stein als Symbol. 
Frauen sehen, was Männer nicht sehen

Graue Steine sollen bunt werden. Zu dieser Aktion ruft die Martins-Kirchengemeinde in Ahlten auf. Transportieren sollen diese "Ostersteine" die Botschaft, dass die Liebe stärker ist als der Tod.

"Der Stein ist ein wesentlicher Bestandteil der Ostergeschichte", sagt Pastor Henning Runne. "Denn die Evangelien erzählen von der Entdeckung der Jünger am Ostermorgen: Der Stein war weggerollt und das Grab leer. So wurde der weggerollte Stein zum Symbol der Botschaft, dass Gott, dass die Liebe stärker ist als der Tod." 


Die Ostergeschichte gibt es aber gar nicht, es gibt vier. In denen Frauen die wichtigsten Rollen spielen. Sie machen die Entdeckung, die Pastor Henning Runne den Jüngern andichtet. Bevor Jesus zum Tode verurteilt wird, lässt die Frau des römischen Landpflegers Pontius Pilatus ihrem Mann ausrichten, dass der Gedanke, Jesus werde hingerichtet, ihr den Schlaf raube, denn Jesus sei ein Gerechter. Was sich während der Kreuzigung abgespielt haben soll, sollte man kleinen Kindern verschweigen. Ostersonntag gehen Maria Magdalena und die Mutter von Jakobus zum Grab, das leer ist. Ein Engel wälzt den Stein vor dem Grab beiseite und gibt diesen beiden Frauen den Auftrag, die Jünger zu informieren. So steht es im Evangelium nach Matthäus.


Im Evangelium nach Markus fehlt die Bitte der Frau des Landpflegers, auch in dieser Ostergeschichte gehen Maria Magdalena und die Mutter von Jakobus zum Grab, der Stein ist bereits beiseite gewälzt. Im Grab sitzt ein Jüngling in einem langen weißen Kleid und sagt den beiden Frauen, dass sie die Jünger und Petrus informieren sollen, in Galiläa werde es zu einem Treffen mit Jesus kommen.


Im Evangelium nach Lukas sind es mehrere Frauen, die das leere Grab entdecken, zwei Engel beruhigen sie, die Jünger glauben den Frauen nicht, bis Petrus sich erbarmt und zum Grab geht. Die Frau des Landpflegers kommt nicht vor.

Auch im Evangelium nach Johannes steht  nichts über die Frau des Landpflegers. Maria Magdalena geht allein zum Grab, der Stein ist beiseite gerollt, sie holt die Jünger. Die bleiben nicht lange. Maria Magdalena weint, sieht zwei Engel, dreht sich um und hält den Mann, der vor ihr steht, für einen Gärtner, doch es ist Jesus. Sie soll den Jüngern sagen, dass er zu seinem Vater zurückkehren wird.


So unterschiedlich diese Geschichten auch sind, in einem sind sich die Autoren einig: Ohne die Frauen hätte niemand erfahren, dass das Grab leer ist. Als die Jünger das erfuhren, interessierten sie sich kaum dafür. 

Außerdem erfahren wir aus diesen Geschichten, dass die Frauen mehr gesehen haben als die Männer. Sie müssten also bis heute die Kirchen, die sich auf Jesus berufen, leiten, damit auch die Männer etwas begreifen. Die Kirche müsste sich auf Maria Magdelena berufen, die Päpstin säße also auf dem Stuhl dieser Frau, die in allen vier Geschichten vorkommt und zu Jesus ein besonderes Verhältnis hat. Sie ist die erste, die erfährt, dass die Geschichte noch nicht zu Ende ist.

Die "Ostersteine" sollen Hoffnung während der Corona-Bewährungsprobe vermitteln. Und wer trägt die Hauptlast in diesen Zeiten? Frauen! In Alten- und Pflegeheimen, in Krankenhäusern...



   








Mittwoch, 4. März 2020

Tjaden tappt (452)

Sind Jungs schon bei der Geburt besser als Mädchen?

"Und zum Weibe sprach er: Ich will dir viel Mühsal schaffen, wenn du schwanger wirst; unter Mühen sollst du Kinder gebären. Und dein Verlangen soll nach deinem Manne sein, aber er soll dein Herr sein."

Steht in der zweiten Schöpfungsgeschichte.

"Die Bibel-ein Buch mit einer Vision für Frauen und Männer und ihre Beziehungen zueinander" lautet am 8. März in der Ehlershausener Martin-Luther-Kirche das Motto eines so genannten "besonderen Abendgottesdienstes" zum Internationalen Frauentag.

Was würde möglicherweise Martin Luther zu dieser Veranstaltungsankündigung sagen? Das Gleiche wie zum Sex?

"Will die Frau nicht, so komm’ die Magd!"

Weitere Sprüche von Luther zum Internationalen Frauentag 

Jesus allerdings ist wohl kein Luther gewesen, biblischen Geschichten zufolge bevorzugte er Frauen manchmal sogar. So soll er einer Frau erzählt haben, dass er der Messias ist, bevor das auch Männer erfahren haben. Und als Jesus nach seiner Hinrichtung gar nicht im Grab gewesen sein soll, wurde diese Nachricht von einer Frau verbreitet, von Maria Magdalena nämlich. 

Wenn schon, dann müsste das Motto am 8. März lauten: "Jesus-ein Mann mit einer Vision für Frauen und Männer, die Luther nicht verstanden hat."

Sonst landet man schnell wieder im Alten Testament und bei der Diskriminierung des weiblichen Gechlechts: "Gott spricht: .... Wenn eine Frau einen Knaben geboren hat, so ist sie 7 Tage lang unrein, als wäre sie krank. Am achten Tag soll man den Knaben beschneiden. Die Mutter soll dreiunddreißig Tage daheim bleiben im Blut ihrer Reinigung. Kein Heiliges soll sie anrühren, und zum Heiligtum soll sie nicht kommen, bis dass die Tage ihrer Reinigung vorbei sind. Wenn das Kind ein Mädchen ist, so betragen die Fristen 14 bzw. 66 Tage."  

Anschau-bar

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