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Sonntag, 17. Mai 2020

Tjaden tappt (495)

Wenn es nicht um Corona geht,
geht es um Covid-19. 
Einer wird genesen

Nun wird der Christian wütend. Da hat er wochenlang in Talk-Shows erklärt, was er alles über das Corona-Virus nicht weiß und nun zweifeln Professoren aus anderen Fachbereichen auch noch an seinem Wissen und stellen eigene Thesen auf ähnlicher Wissensbasis auf. Das würde er sich nie trauen, sagt der Christian. Über Bakterien beispielsweise wisse er gar nichts. Deswegen rede er auch nicht über sie.

Von Tigern versteht der Christian wahrscheinlich auch nicht viel. Trotzdem redet er seit Donnerstag über sie. Was derzeit geschehe, sei wie ein "Tanz mit einem Tiger", sagt der Christian. Meines Wissens würde solch ein Tanz tödlich enden - und zwar nicht für den Tiger. Ich verstehe zwar nicht viel vom Tanzen, aber meine Vermutung scheint mir nicht völlig unbegründet zu sein. 

Nicht wütend wird der Christian auf den SPD-Gesundheitsexperten Karl, der genauso oft in Talkshows auftaucht wie der Christian. Was der sage, sei richtig. Dass niemand in diesem Sommer im Ausland Urlaub machen sollte, hält die Bundesregierung inzwischen aber nicht mehr für richtig. Entscheidend ist neuerdings ein ähnliches Ansteckungsrisiko. Dazu ist dem Karl noch nichts eingefallen. Vielleicht sind ihm die Vielleichts ausgegangen. Er könnte sich aber ein paar bei dem Christian leihen...

Ob der Christian noch wütender wird, bleibt abzuwarten. Möglicherweise sieht er doch noch ein, dass mehr forschen und weniger reden besser gewesen wäre. Bei Karl allerdings ist mit dieser Einsicht nicht zu rechnen. Der spekuliert schon mit Einladungen zu Talkshows bis ins Jahr 2022. Die bekommt er aber nur, wenn er nicht recht hat, denn wenn er recht hat, gibt es in zwei Jahren nicht mehr genügend Zuschauerinnen und Zuschauer, möglicherweise gibt es dann nicht einmal mehr Moderatorinnen und Moderatoren für Talkshows wie "Einer wird genesen".  






Freitag, 17. April 2020

Tjaden tappt (479)

Er versteht das Corona-Virus
immer noch nicht. 
Der Christian und das Virus

Die Beziehung wird immer enger, aber zu Missverständnissen kommt es immer noch. Wenn der Virologe Christian Drosten in Talkshows über das Corona-Virus spricht, wird seine Stimme sanft, er wirbt um das Virus, das er täglich besser verstehen möchte. Das will ihm aber immer noch nicht gelingen. 

Wie in jeder Beziehung deutet er Signale falsch, sobald er glaubt, man sei sich näher gekommen, wächst die Entfernung wieder. Neuerdings schwingt sich das Virus sogar auf kleine Partikel und kommt auf ihnen weiter als gedacht. Bei 1,50 Metern bleibt es aber. "Danach stürzt das Virus ab", sagt Christian Drosten. Partikel hin oder her. Ein Luftzug reicht.

Um Kinder kümmert sich das Virus so wenig wie um ihn, wirkt Christian Drosten im nächsten Moment wieder etwas zerknirscht. "Das ist mir immer noch ein völliges Rätsel", gesteht er und bezieht auch Familien in dieses Rätsel ein.  Infiziert sich ein Familienmitglied mit dem Virus, heiße das noch lange nicht, dass auch die anderen Familienmitglieder krank werden. "Im Gegenteil, sie werden kaum infiziert. Woran das liegt, weiß niemand", bleibt seine Stimme aber trotzdem sanft. 

Kein Wunder, dass Christian Drosten immer häufiger der Schädel brummt. Sein Tipp: "Nach draußen gehen." Draußen angekommen, verfliegen die Kopfschmerzen und schon eilt er zur nächsten Talkshow, um zu verkünden: "Ich habe mich schon wieder geirrt."

So geht das nicht weiter. Deswegen, liebes Corona-Virus, klär endlich deine Beziehung zu diesem Mann, bevor er an Liebeskummer erkrankt und wegen dieser Vorerkrankung schon mit 48 zu der Risikogruppe gehört, die bisher fast ausschließlich aus über 80-Jährigen besteht. 








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