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Dienstag, 14. Mai 2024

Tjaden tappt (583)

Warte warte nur ein Weilchen
So soll sich die Marktstraße entwickeln.

Der Mensch wartet so lange er lebt. Laut einer Studie insgesamt mehr als ein Jahr. Nur in Burgdorf nicht. Dort wartet man viel länger. Nur beim Einsteigen in die S-Bahn nicht. Und wenn etwas versucht werden soll. 

Das könnte daran liegen, dass jeder Versuch, die Marktstraße von Blechlawinen zu befreien, kaum etwas gebracht hat.  Sogar mit einer Teilsperrung hat man es probiert. Aus dem Verkehrsfunk sollte Burgdorf verschwinden, wenn es um Umleitungsstrecken ging.

Die Umgehungsstraße hielt, was sie versprach. Der Verkehr nahm nicht mehr zu, er wurde aber auch nicht geringer. Die Geschäftswelt aus der Marktstraße griff bei jeder Gelegenheit in die Kiste mit abgedroschenem Stroh. Auf jedem Halm stand "Umsatzeinbußen", gern versehen mit einem Schildchen, auf dem "dramatisch" stand.

Verkehrsstudien gibt es eine Menge. Eine fehlt aber: Die Autofahrer, die auf der Marktstraße den Feierabend im Stau verbringen, sind nie gefragt worden, warum sie nicht lieber bei ihren Frauen und Kindern sind. Jetzt ist die Chance erst einmal vertan worden. Denn auf der Marktstraße kann man Burgdorf nur noch verlassen. 

Der Bürgermeister will den Verkehrsversuch vorübergehend stoppen, CDU, SPD, Grüne und Die Freien Burgdorfer sind dagegen. Da der Versuch erst seit Anfang April läuft, ist das verständlich. Eine Unterbrechung könnte Hoffnungen wecken, dass jemand doch noch eine zündende Idee hat. 

Freitag, 10. Mai 2024

Tjaden tappt (577)

Vom Sozialamt zugeschickt-klingt doch
ganz einfach...

Burgdorf-hier finden Anträge statt

"Manoman, man glaubt es nicht", sagt eine ältere Burgdorferin zu ihrer Freundin und bleibt auf der Marktstraße vor einer Sitzgruppe stehen-Holzbank, Holzbretter für die Füße, Holzbank. Das Sozialamt der Stadt Burgdorf dagegen mag es unbequem.

4. April 2024. Ostersamstag bin ich von der Blumeninsel Madeira zurückgekehrt, am Dienstag fahre ich mit dem Zug bei Schmuddelwetter von Ehlershausen in die Innenstadt. An der Rezeption des Rathauses III bitte ich um einen Wohngeldantrag. Damit kann der Bedienstete hinter der Glasscheibe nicht dienen. Im Sozialamt sei dienstags niemand, außerdem müsse der Antrag vom Sozialamt überreicht werden. "Dann fahre ich eben nach Burgwedel", antworte ich.

Der Bus muss Umwege nehmen, weil im Zentrum von Großburgwedel gebuddelt wird. Auch vor dem Rathaus wird gearbeitet. Den Antrag auf Wohngeld bekomme ich im Nu und fülle ihn im Warteraum aus. Ein Mitarbeiter bietet mir seine Hilfe an. Am Abend stecke ich das Formular in den Burdorfer Rathaus-Briefkasten.

Die mail, die ich daraufhin von Frau S. aus dem Sozialamt bekomme, treibt mir den Staunemann in die Augen. So will sie von mir Mietbescheinigungen der vergangenen drei Monate haben, obwohl ich erst vor fünf Tagen eingezogen bin. Noch erstaunlicher finde ich die Anmerkung " Nachweis über das (nicht) Erreichen der 33 Jahre Grundrentenzeiten." Ich schicke ihr diesen Link, um ihr meine niedrige Rente begreiflich zu machen. Klingt deshalb ihre zweite mail schon etwas weniger anspruchsvoll?

13. April 2024. Wie lange soll ich noch warten? Wie hoch mein Wohngeld sein wird, weiß ich längst. Im Netz gibt es einen Wohngeldrechner. Das Sozialamt kennt meine Einnahmen und Ausgaben. Einen Vorschuss will man mir nicht geben. In Burgwedel habe ich den seinerzeit sofort bekommen. Als ich mein Geld hatte, zahlte ich diesen Vorschuss zurück.

15. April 2024. Diese Notiz stammt vom 23. März 2023: "15.30 Uhr. Aus Burgdorf habe ich wegen der Unterkunft noch keine  Meldung bekommen. Das Sozialamt reagiert gar nicht. Die Organisationen, die geantwortet haben, sind entsetzt über das, was ich mit meinem Vermieter RB Living und mit meiner Mitbewohnerin auf Madeira erlebt habe." 

Zu jener Zeit bin ich an der Nordsee, am 25. März 2023 fahre ich mit dem Zug nach Burgdorf. Da das Sozialamt niemanden über meine Ankunft informiert hat, verbringe ich zwei Nächte in der Automatenhalle der Stadtsparkasse Burgdorf. Dort werde ich von einer Jugendgruppe belästigt, die heute noch hinter mir her ist, so dass ich die Innenstadt von Burgdorf -wenn möglich- meide.

Nach über einem halben Jahr Obdachlosenheim Drei Eichen kehre ich am 7. November 2023 gut vorbereitet nach Madeira zurück. Bis Dezember will ich dort eine Wohnung haben. Das gelingt mir. Die Wohnung kostet 400 Euro im Monat, hinzu kommt eine Kaution von 400 Euro. Doch dann kommt meine November-Rente nicht. Ich protestiere bei der Rentenversicherung. Immer wieder. Mein Vermieter springt ab. Ich muss weiter in preisgünstigen Hostels übernachten. Bis ich kein Geld mehr habe. Die Rentenversicherung denkt gar nicht daran, mir zu helfen. Meine Fragen bleiben ohne Antwort. Darüber informiere ich auch das Sozialamt in Burgdorf und beantrage einen Kredit. 

Seit über zwei Wochen bin ich wieder in Burgdorf, mein Wohngeldantrag liegt immer noch auf Eis, auf meinen Kredit-Antrag habe ich bis heute keine Antwort bekommen. Darauf habe ich das Sozialamt heute noch einmal hingewiesen. Morgen wird die zweite Hälfte der April-Miete für mein Zimmer in Ehlershausen, Am Flugplatz 2 A, fällig. In meiner mail an das Sozialamt bin ich davon ausgegangen, dass ich noch heute eine Überweisung bekomme.

Diese Notiz stammt vom 28. März 2024, auf Madeira verfasst kurz vor meiner Rückkehr nach Deutschland: "28. März 2024. Das Sozialamt von Burgdorf würdigt mich weiterhin keiner Antwort. Schneller sind manche in den Rathäusern der Kleinstadt, wenn es um kritische Berichte geht. Ein Beispiel"

15. April 2024, 19 Uhr, Sozialamt gibt keinen Ton von sich

16. April 2024. Bürgerfreundlich kann ich auch weiterhin das Verhalten des Sozialamtes nicht nennen.

17. April 2024. Ich habe Anspruch auf Wohngeld seit Anfang April. Bekomme aber keinen Bescheid?

18. April 2024. Meine Vermieter sind damit einverstanden, dass ich die zweite Hälfte der April-Miete mit der Mai-Miete bezahle. Ich verfüge immerhin noch über 44 Cent.

22. April 2024. Heute Mittag habe ich Am Flugplatz 2 A in Ehlershausen bei der Stadt Burgdorf als meinen Hauptwohnsitz angemeldet. Eine Kopie der Anmeldebestätigung bekam das Sozialamt, das mich wegen des Wohngeldes weiter schmoren lässt und meinen Kreditantrag einfach nicht beantwortet. Auch bei der Staatsanwaltschaft in Funchal stehe ich weiter auf der Matte, weil ich für eine 12-tägige Gefangenschaft im Dr.-Nelio-Mendonca-Krankenhaus mit 5 000 Euro entschädigt werden will. 

25. April 2024. Hat Burgdorf kein Sozialamt mehr? Oder warum bekomme ich keinen Bescheid? Ich habe diese Behörde nicht nur über meine Vermögensverhältnisse informiert, sondern auch über die Gründe für meine Rückkehr. Ich bin zwar erst seit knapp vier Wochen wieder hier, aber mein "Burgdorfer Kreisblatt" ist schon wieder sehr erfolgreich. Kostenlos.

28. April 2024. Ich radele neuerdings am Sozialstaat vorbei: Jeden Abend gibt mir ein Nachbar eine Dose Bier aus, die nehme ich mit zur Notunterkunft Drei Eichen, dort bekomme ich für das Bier Zigaretten, mit denen ich nach Köthenwald radele, damit das verlorene Mädchen etwas zu rauchen hat. Für meinen Besuch am Mittwoch hat sie sich Sirup, Apfelmus und Orangensaft gewünscht und hinter meinem Bett stehen noch zwei Dosen Bier...

29. April 2024. "Sie haben dich angezeigt und sind damit gescheitert. Ist doch klar, dass sie sich Zeit lassen", meint ein Bekannter. Sehe ich anders. Denn sich Zeit lassen macht mir zwar Probleme, aber Wohngeld steht mir seit Anfang April zu. Die Schulden der Stadt werden also von Monat zu Monat größer.

2. Mai 2024. Fortschritte mit dem verlorenen Mädchen. Hier klicken

3. Mai 2024. Wohngeld gibt es für mich wohl erst, wenn die Summe vierstellig ist.

8. Mai 2024. Bei im mittleren Bereich dreistellig sind wir schon angekommen.

10. Mai 2024. Zwischenberichte nur noch alle vier Wochen.

Tjaden tappt (578): Zwei Krankenhäuser-ein Vergleich


Montag, 29. Mai 2023

Tjaden tappt (562)

Fachwerkhaus an Fachwerkhaus
und Auto an Auto.
Foto: Heinz-Peter Tjaden

Marktstraße-oder Kein Versuch macht klug

Die beste Idee stammt immer noch von mir: Zwischen Beinhorn und Hochbrücke werden Staukassen eingerichtet, je weiter sich die Blechlawine an Burgdorf herantraut, desto höher wird die Gebühr. Auch eine Zeitung aus Hannover sprang sofort auf diesen Vorschlag an und übernahm meinen Aufmacher aus der Wochenend-Zeitung "Neue Woche", für die ich damals gearbeitet habe. Stadtdirektor Horst Bindseil hielt die Idee ebenfalls nicht für schlecht, er rief mich am Montag an und hoffte lediglich, dass sie etwas einfacher ausfalle.

Die zweitbeste Idee stammt weiterhin von Buchhändler Ulrich Wegener. Der plädierte für die ganz hohe Lösung. Der auf der Marktstraße störende Verkehr sollte auf einer Hochbrücke über Kirche und Geschäfte hinweggeleitet werden.

Die drittbeste Idee hatte stets Stadtdirektor Horst Bindseil. Wenn der Rat aus der Marktstraße eine Einbahnstraße machen wollte, wies er darauf hin, dass niemand aus einer Bundesstraße eine Einbahnstraße machen könne. 

Da meine Idee nichts weiter war als ein April-Scherz, Ulrich Wegener sich lediglich einen Scherz erlaubte und nicht nur der Stadtdirektor den Dienstweg einhielt, wurde schließlich die Nordumgehung gebaut. Dass diese Umgehung zu weniger Verkehr auf der Marktstraße führen würde, glaubte kein einziger Experte. Man könne nur hoffen, dass er nicht mehr zunehme. Danach gab es Versuche, diese Experten Lügen zu strafen. Doch die Experten behielten Recht.

Dieses Mal soll es wohl die Menge machen, und zwar die Menge der Parteien, die sich im Rat für den nächsten Versuch zusammengetan hat. Dass der Bürgermeister, der zur CDU gehört, nichts von diesem Versuch hält, stört nicht einmal die CDU, die mit der SPD , der FDP und den Grünen auf das Prinzip Hoffnung setzt. Die Blechlawine soll nur noch eine Richtung kennen, ab zur Hochbrücke!

Montag, 20. April 2020

Corona-Fotos (IV)

Er informiert sich erst einmal
über die neuen Einkaufs-Regeln.
Mit Polch in der Hannoverschen
Neustadt wieder sportlich sein.
Die Buchhandlung Frey setzt Akzente.
Fotografiert am 20. April 2020 in Burgdorf "Wir sind (fast) wieder normal"

Mit linker Mousetaste vergrößern

Corona-Fotos (V)


Schiwy in der Schmiedestraße
macht Drahtesel fit. 
Vor Wegeners Buchhandlung
darf gestöbert werden.


Es wird wieder auf der Marktstraße
gebummelt. 


Samstag, 14. März 2020

Tjaden tappt (455)

Marktstraße/Poststraße: Hier
können den Autos, die
nach rechts abbiegen,
auch Fahrräder entgegenkommen. 
Darauf
hingewiesen
wird aber
erst in
der Poststraße
auf einem
Schildchen.
Radfahrer, fährst du in Burgdorf auf der Braunschweiger und dann auf der Poststraße, dann wundere dich darüber, dass du anschließend nicht im Krankenhaus liegst.

Verunglücken könntest du schon auf der Braunschweiger Straße, denn links von dir parken Autos, die von den dir entgegenkommenden Autos ignoriert werden. Zwar gilt die Regel "Wer das Hindernis auf seiner Seite hat, ist wartepflichtig", aber das wissen nur Führerscheinbesitzer. Die sind in Burgdorf sehr selten. Die anderen fahren einfach links weiter und auf dich zu.

Konntest du gerade noch rechtzeitig ausweichen, dann wird es auf der Poststraße keinesfalls ungefährlicher. Denn das letzte Stück ist schmaler als das vorherige. Wahrscheinlich, weil die Poststraße dort Einbahnstraße ist. Das gilt allerdings nicht für Radfahrer. Worauf die Autofahrer auf einem kleinen Schild hingewiesen werden. Das sie aber erst bemerken, wenn für dich der Krankenwagen kommt.


Montag, 4. November 2019

Tjaden tappt (428)

So muss ein Zebrastreifen aussehen.
Mit Transgender-Zebrastreifen zur Fußgängerzone

Hurra, die Marktstraße in Burgdorf wird Fußgängerzone. Wie in der niederländischen Stadt Almere gibt es dort demnächst Transgender-Zebrastreifen. Für die Mädels sind sie rosa, für die Jungs blau, für Schwule regenbogenfarbig, für Weder-Mädels-noch-Jungs weiß.

Die weißen Zebrastreifen existieren schon. Wer Weder-Mädel-noch-Junge ist, kommt also bereits sicher über die Marktstraße. Das soll demnächst auch für Jungs, Mädels und Schwule gelten. Autofahrerinnen und Autofahrer werden zukünftig zwischen dem Kreisel und der Poststraße also acht Mal anhalten müssen. Wie oft Autofahrerinnen und Autofahrer bremsen müssen, die weder Mädels noch Jungs noch schwul sind, müsste vom Rat in einer Sondersitzung entschieden werden.

Wenn man mit dem Auto nicht mehr vorwärts kommt, bleiben Autos früher oder später weg. Um Probleme in der Gartenstraße zu vermeiden, sollten dort Zebrastreifen für CDU-Wähler, SPD-Wähler, FDP-Wähler, Linke-Wähler, Grüne-Wähler, Freie-Burgdorfer-Wähler und WGS-Wähler angelegt werden. Wenn die nicht reichen, könnte man Zebrastreifen für weibliche, schwule und nicht vorhandene CDU-Wähler, SPD-Wähler, FDP-Wähler, Linke-Wähler, Grüne-Wähler, Freie-Burgdorfer-Wähler und WGS-Wähler hinzufügen.

Auf Zebrastreifen für AfD-Wähler kann durchaus verzichtet werden. Braun sieht auf der Straße nicht so gut aus.


Samstag, 11. Oktober 2014

Tjaden tappt (XVI)

Vor dem Burgdorfer Rathaus scheppert es

Wenn es vor dem Burgdorfer Rathaus in der Marktstraße scheppert, ist es entweder ein Unfall oder das Glockenspiel. Früher haben die Medien die Liedfolge veröffentlicht, während die Unfallfolge stets dem Zufall überlassen blieb. Was aber scheppert schöner? Ein VW, der in einen Opel rauscht, oder "Kein schöner Land" das niemand von "Hoch auf dem gelben Wagen" unterscheiden kann?

Auf den Seiten der Stadt Burgdorf wird das Glockenspiel zu den Sehenswürdigkeiten gezählt. Zu den Hörenswürdigkeiten also nicht. Veröffentlicht werden auch die Spielzeiten. Die dürfen durchaus als Warnungen aufgefasst werden. Der musikalische Mensch geht früher oder später am Rathaus vorbei - und das seit 1996.

Nicht nur die Lieder, die niemand voneinander unterscheiden kann, wechseln angeblich, wechselhaft ist auch die Geschichte des Glockenspiels. Der Streit, wo es angebracht werden sollte, dauerte lange. Für nicht angebracht hielt ein Geschäftsmann das Amtsgericht. Er sagte: "Fehlt nur noch, dass dort ´Üb immer Treu und Redlichkeit´ erklingt." Diesen Einwand verstanden viele, das Glockenspiel bis heute niemand.

 

Anschau-bar

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