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Mittwoch, 4. Oktober 2017

Leere Straße

Die letzte Mahlzeit.
Foto: Heinz-Peter Tjaden
Lecker war ihr letztes Wort

Am Wegesrand von Wettmar stehen viele Prachtexemplare. Ein paar davon habe ich heute gepflückt, liebevoll zubereitet und meinen Nachbarn serviert. "Lecker" war ihr letztes Wort. Seit einer Stunde lebe ich allein up´n Kampe in Kleinburgwedel. 

Montag, 25. September 2017

Splitter 16


Szenen einer Wohngemeinschaft

Heute kehren Angela und Martin die Wahlsplitter zusammen. Sie haben sich vorübergehend getrennt. Angela schaut immer wieder auf ihr Handy. Es bleibt stumm. Martin, denkt sie, Martin, ruf doch endlich an! Ich will keine Wohngemeinschaft mit diesem Schnösel, der außer einem Dreitage-Bart nichts zu bieten hat, mir graust auch schon vor dem Gedanken, mit Katrin bei veganem Essen an einem Tisch zu sitzen.

Martin! Ruf endlich an! Ich habe dir doch auch verziehen, als du den Sigmar auf Auslandsreisen geschickt hast. Den mochte ich doch auch. Auch er fehlt mir so sehr. Martin!

Martin, denk doch mal an unsere gemeinsame Zeit! Mit Mindesthohn für unsere durchgedrehten Nachbarn. Ich baue auch ein paar Maschinengewehre auf unserem Balkon ab. Ich werde nie wieder sagen, dass wir noch mehr Maschinengewehre brauchen. Mindesthohn reicht. 

Haben wir gelacht, Martin! Dreh doch nicht durch! Entschuldigung, das klingt vielleicht zu hart. Ich kann ja verstehen, dass du enttäuscht darüber bist, weil ich weniger an Reiz verloren habe als du. Du musst einfach mehr unter die Leute gehen und nicht immer gleich eingeschnappt sein, wenn nicht alle sagen, dass du alles toll machst. Das macht kein Mensch.

Martin! Lange warte ich nicht mehr. Das sage ich dir. Du rufst heute noch an oder es ist endgültig Schluss. Wenn du es wirklich darauf anlegst, dass ich mit dem Christian und der Katrin zusammenziehe, dann werde ich zwar so manchen Nervenzusammenbruch bekommen, aber das ist immer noch besser als diese Warterei. Martin!

Der erste Splitter

Der siebzehnte Splitter

Donnerstag, 10. August 2017

Splitter 3

Ein Mädchen schreit. 
SPD: Zeit für mehr unbekleidete Mütter

In Schillerslage schreit ein Mädchen. Aber nur auf einer Plakatwand. Das Mädchen schreit für die SPD. "Unsere Familienpolitik ist genauso: laut und fordernd", steht neben dem Foto.

Bei uns gibt es das natürlich nicht. Doch in der Nachbarschaft. Dort werfen sich Kinder schreiend auf den Boden, hämmern mit Fäusten auf denselben und wollen ihren Willen haben, bis die Eltern so genervt sind, dass sie ebenfalls schreien. Erst die Kinder an, dann sich gegenseitig. 

Wird erst einmal geschrien, gibt es auch schon bald getrennte Schlafzimmer, der Mann verbringt deshalb mehr Zeit mit einer Arbeitskollegin, die Frau kauft immer häufiger online ein. Den Paketboten empfängt sie erst leicht, später sogar unbekleidet. 

Die Familienpolitik unserer Nachbarn ist eben so...

Der erste Splitter 

Der vierte Splitter

Anschau-bar

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