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Freitag, 17. April 2020

Tjaden tappt (479)

Er versteht das Corona-Virus
immer noch nicht. 
Der Christian und das Virus

Die Beziehung wird immer enger, aber zu Missverständnissen kommt es immer noch. Wenn der Virologe Christian Drosten in Talkshows über das Corona-Virus spricht, wird seine Stimme sanft, er wirbt um das Virus, das er täglich besser verstehen möchte. Das will ihm aber immer noch nicht gelingen. 

Wie in jeder Beziehung deutet er Signale falsch, sobald er glaubt, man sei sich näher gekommen, wächst die Entfernung wieder. Neuerdings schwingt sich das Virus sogar auf kleine Partikel und kommt auf ihnen weiter als gedacht. Bei 1,50 Metern bleibt es aber. "Danach stürzt das Virus ab", sagt Christian Drosten. Partikel hin oder her. Ein Luftzug reicht.

Um Kinder kümmert sich das Virus so wenig wie um ihn, wirkt Christian Drosten im nächsten Moment wieder etwas zerknirscht. "Das ist mir immer noch ein völliges Rätsel", gesteht er und bezieht auch Familien in dieses Rätsel ein.  Infiziert sich ein Familienmitglied mit dem Virus, heiße das noch lange nicht, dass auch die anderen Familienmitglieder krank werden. "Im Gegenteil, sie werden kaum infiziert. Woran das liegt, weiß niemand", bleibt seine Stimme aber trotzdem sanft. 

Kein Wunder, dass Christian Drosten immer häufiger der Schädel brummt. Sein Tipp: "Nach draußen gehen." Draußen angekommen, verfliegen die Kopfschmerzen und schon eilt er zur nächsten Talkshow, um zu verkünden: "Ich habe mich schon wieder geirrt."

So geht das nicht weiter. Deswegen, liebes Corona-Virus, klär endlich deine Beziehung zu diesem Mann, bevor er an Liebeskummer erkrankt und wegen dieser Vorerkrankung schon mit 48 zu der Risikogruppe gehört, die bisher fast ausschließlich aus über 80-Jährigen besteht. 








Sonntag, 5. Februar 2017

Tjaden tappt (186)

Martin Schulz am Wahlabend?
Das Rätsel Martin Schulz

Motivationstrainer, Politologen, Psychologen, Journalisten - alle scheinen vor einem Rätsel zu stehen, das sie unbedingt schnell lösen wollen. Das Rätsel heißt Martin Schulz. Die Frage lautet: Kann der Kanzler werden? Kann er, weil er es will. Wie seinerzeit Gerhard Schröder.

In einer einzigen Woche hat Martin Schulz die SPD aus der GroKo-Langeweile befreit, bei Interviews gibt er der Partei mit klaren Aussagen ein Profil, das sie lange nicht gehabt hat. Der Mann wirft keine Gräfinnen in den Swimmingpool wie Rudolf Scharping, der die Leute schon eingeschläfert hat, bevor er den ersten Satz sagte, der wirkt nicht wie die Prinzessin auf der Erbse, die von Peer Steinbrück auch noch sehr schlecht gespielt wurde, der gleicht keinem Teekessel, der in jedem Moment auf dem Herd explodieren kann wie Sigmar Gabriel, der das Aufräumen in der Küche Mutti überlassen hat.

In einer einzigen Woche springen die Umfragewerte der SPD auf 28 Prozent, viele halten ihn schon für den besseren Kanzler als Angela Merkel, die derzeit mit der CSU-Spitze die Köpfe zusammensteckt und nur noch einen Ausweg sieht: Wie schon früher bei vielen Wahlkämpfen ein Gespenst an die Wand malen, damit die Wählerinnen und Wähler wie weiland angeblich Martin Luther zum Tintenfass greifen, damit die Wand wieder schwarz wird.

In einem einzigen Gespräch hat Martin Schulz Anne Will mit ihren vorgestanzten Fragen derart ins Schleudern gebracht, dass sie wohl am liebsten das Studio verlassen hätte, um sich nicht noch weiter zu blamieren. Keine Regierungserfahrung? Dann bin ich eben wie Barack Obama. Wofür stehen Sie eigentlich? Es reicht doch, dass ich hier sitze, stellen Sie doch einfach Ihre Fragen. Das hat eigentlich nur Gregor Gysi gekonnt: Die Gesprächsführung übernehmen - und niemand ist deswegen böse-nur Anne Will...

Martin Schulz wird sich das klare Denken nicht verbieten lassen. Das hat er nicht in der Knesseth getan, das hat er nicht im Europäischen Parlament getan, das hat er nicht gegenüber Erdogan getan. Das wirkt erfrischender als die Absichtserklärungen im vorigen Jahr zum Flüchtlingsthema, als uns die GroKo versicherte, man werde die Fluchtursachen bekämpfen. Und was ist geschehen? Fehlende Flüchtlingslager in Nordafrika mutieren inzwischen zu Fluchtursachen. Wer in einem Lager ist, ist kein Flüchtling mehr?

Siehe auch: Schulz-Schock für Merkel
   




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