Posts mit dem Label Sonne werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Sonne werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Mittwoch, 16. September 2020

Tjaden tappt (541)

Abends wird es hier finster. 
Urlauber, kehrst du nach Deutschland zurück...

Wenn du nach Madeira fliegst, dort Sonne, Atlantik, traumhafte Landschaften, die Freundlichkeit der Menschen und die perfekte Covid-19-Organisation genießt, dann denke erst an die Rückkehr, wenn du zurückgekehrt bist. 

Wie wir gestern Abend. Das Flugzeug landet um 20.30 Uhr in Hannover. Aus dem Internet erfahre ich, dass die S-Bahn nicht fährt. Doch der Schienenersatzverkehr sei ausgeschildert. Ist er aber gar nicht. Den Flughafen habe ich fast für mich allein. Doch irgendwo brennt noch Licht. Ich erkundige mich bei einer Dame an einem Plexiglas-Schalter nach der S-Bahn. "Die fährt nicht?", fragt sie mich. Davon sei ihr nichts bekannt. Ich solle es doch einfach probieren. Ansonsten befinde sich auf der anderen Seite des Gebäudes eine Bushaltestelle. 

Die Rolltreppe bringt mich nach unten zur S-Bahn. Nirgendwo gibt es einen Hinweis auf den Schienenersatzverkehr. Eine Frau aus Bremen gesellt sich zu mir. Auch sie ist ratlos. Gemeinsam machen wir uns auf die Suche nach dem Bus, der uns zum Bahnhof Langenhagen-Mitte bringt. Taxifahrer rufen hinter uns her, dass man mit ihnen schneller am Ziel wäre. Wir erreichen eine Haltestelle, ein Linienbus hält. Der Busfahrer weiß nichts über den Schienenersatzverkehr. "Sonst bekomme ich immer einen Hinweis", sagt er. 

Fahrkarten gibt es an dieser Haltestelle nicht, der Fahrer verkauft auch keine. Er nimmt mich trotzdem mit. Am Bahnhof kaufe ich eine Fahrkarte. Der Entwerter ist kaputt. Ich steige die Treppe zum Gleis 1 hoch. Dort gibt es nicht einmal einen kaputten Entwerter, sondern gar keinen. Zwei Männer schicken mich zum nächsten Bahnsteig. Dort gebe es einen Entwerter. "Der Zug fährt erst in sieben Minuten. Das schaffen Sie." Treppe wieder runter. Die nächste rauf. 

Danach wird es auch noch dunkel. Am Bahnhof von Großburgwedel nämlich. Auf dem Weg zu den Fahrradständern brennt erst auf den letzten Metern etwas Licht. Meinen Fahrradkorb haben einige während meines Urlaubs als Papierkorb genutzt. Diebstahl-Versuche sind an meinem Fahrradschloss gescheitert. Wenn du nach Madeira fliegst, dann bleib dort!

Samstag, 26. März 2016

Das Troll-Experiment (V)

Der fünfte Tag ist sonnig.
Foto: Heinz-Peter Tjaden 
Von der Fürsorgepflicht

Gilt auch für einen Troll die Fürsorgepflicht? Muss er hin und wieder nach dem Umschlag schauen, den er vor dem Haus, in dem ich in Kleinburgwedel wohne, hinterlassen hat? Oder kann er sich auf meine Berichte berufen und sagen, er hätte sich regelmäßig über den Zustand seiner Hinterlassenschaft informiert? Dass der Troll und seine trolligen Freunde meine Berichte lesen, steht fest. 

Nun hat der Troll-Brief rund 100 Stunden auf dem Umschlag. Vor Wochen haben die Trolle angekündigt, dass mehrere 1 000 Haushalte aus Burgdorf diesen Brief bekommen werden. Alle Briefleserinnen und -leser sollen mir danach aus dem Weg gehen, mich meiden, mir nichts mehr erzählen. 

Vornehmen kann man sich auch als Troll vieles...


Eine Stunde später/Troll-Brief aus Wilhelmshaven 

Die Postbotin ist da gewesen. In meinem Briefkasten: der 10. Troll-Brief...Im Fenster des Umschlags: Mein Name, meine Anschrift und die Zeilen "Guten Tag & News". Dieser Brief ist abgestempelt in Wilhelmshaven. Die Trolle sitzen also nicht nur in Hamburg...

Eine weitere Stunde später


Wieder in einem gelben Kasten.
Foto: Heinz-Peter Tjaden 
Auf dem Radtour-Weg nach Burgdorf habe ich den Troll-Brief in einen Briefkasten gesteckt. Auf dem nicht geöffneten Umschlag vermerkte ich: "Zurück an den Absender oder an die Post-Detektive in Marburg schicken". Die "Post-Detektive" haben bereits zwei der 10 Troll-Briefe von mir bekommen, außerdem ein Schreiben, in dem ich auf die Hintergründe hinwies. 

Der liegende Brief-Troll-Experiment Teil 6

Zum Beginn der Serie

Die Spur der Trolle

Dienstag, 22. September 2015

Tjaden tappt (XXXXVIII)

Einfach umreißend.
Rahmenbedingungen als Orientierungsrahmen

Wir kennen ihn alle: den Zappelphilip aus dem "Struwwelpeter". Er wackelt so lange mit dem Stuhl, bis er umfällt, Halt suchend greift er nach der Tischdecke und reißt Suppenschüssel, Teller und Wein mit sich.

Der "Struwwelpeter" ist inzwischen 170 Jahre alt, wurde erfunden von dem Frankfurter Arzt und Psychiater Heinrich Hoffmann. Psychiater sind laut Ernst Jünger die Letzten, die etwas von Menschen verstehen. Dieses Dichterwort hat dieser Berufsstand aber bis heute nicht verstanden, wohl auch deshalb erfand er in den USA die Krankheit ADHS und Novartis 1954 ein Medikament, das viele von uns als Ritalin kennen.

So mancher Forscher entschuldigte sich inzwischen dafür, dass er diese Krankheit erfunden und der Pharmaindustrie einen neuen Markt eröffnet hatte, ein "Zeit"-Reporter machte einen Selbstversuch und stellte am 18. Februar 2009 fest: "Aus mir wurde ein Zombie." Ein Auszug: "Ich nehme also eine Pille, erst einmal zu Hause. Keine Viertelstunde, und meine Umgebung wird leicht heruntergefahren; ein Gefühl wie der Dämmerzustand frühmorgens, wie die konzentrierte Ruhe nach einem langen Kinobesuch. Die Dinge entwickeln eine seltsame Singularität: Ich sitze auf meinem Sofa und lese. Nach einer Weile merke ich, dass der Fernseher auf voller Lautstärke läuft – ich hatte ihn gar nicht gehört. Ich vergesse nicht, was um mich herum geschieht, es interessiert mich nur nicht mehr. Ich sehe die Dinge einzeln, eines nach dem anderen. Andere Drogen bewirken einen Rausch, Ritalin macht sehr nüchtern." Mit Risperdal allerdings sollte das laut Pharmaindustrie nicht passieren. Heimkinder schluckten das Zeug, Jugendämter notierten in Hilfeplanprotokollen: "Das Kind ist ruhiger geworden." Sie hätten auch notieren können: "Das Kind ist keins mehr, es ist ein Roboter geworden." Und als Erwachsener wahrscheinlich ein Drogensüchtiger...

2013 empfahlen Wissenschaftler aus den Niederlanden Sonne. In einer Studie stellten sie fest, dass ADHS in den USA weniger häufig vorkam, wenn die Sonne häufiger schien. Was in diesem Sommer auch in Großburgwedel häufiger vorgekommen ist. Eine ADHS-Selbsthilfegruppe gibt es aber trotzdem noch. Die veranstaltet heute in der Seniorenbegegnungsstätte einen Info-Abend mit einem Schulleiter.

In der Vorankündigung heißt es: "Kinder mit AD(H)S sind in besonderem Maße auf den haltenden Rahmen im Klassenverband und in der Schule angewiesen, wenn sie erfolgreich lernen sollen. Geeignete schulische Verhältnisse (z.B. bewegungsfreundliche Rahmenbedingungen oder ergonomische Arbeitsplätze) können zu einer Verbesserung der Aufenthaltsqualität im Lern- und Lebensraum Schule beitragen und zugleich einen Orientierungsrahmen bieten."

Diesen Text muss ein Pädagoge geschrieben haben. Pädagogen habe ich schon als Schüler nur selten verstanden, obwohl sie sich Lehrer nannten.
Die Tatsache, dass Klassen zu groß, Lehrer deshalb überfordert und viele Schulgebäude vergammelt sind, wird in diesem Text verschwiegen.


Werft endlich den ADHS-Stempel weg, den ihr Kindern aufdrückt, die von der Pharmaindustrie in Roboter verwandelt werden. Ihr seht doch, was ihr davon habt: An Universitäten ist Ritalin inzwischen eine Modedroge, die immer einsamer macht. Dann lieber ein Kind, das gelegentlich mit dem Stuhl umfällt... 

Anschau-bar

Gesund und umweltfreundlich. Foto: VVV Hannover-die  schmucke Stadt April-Sonntag in Hannover-List Bärenstarkes Hannover Im Süden von Hann...