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Donnerstag, 24. September 2020

Tjaden tappt (542)

Von mir in Funchal maskiert.
Der fehlende Christian und die zurückgenommenen Beerdigungen

Kennen Sie das Gefühl? Sie fühlen sich sauwohl, aber irgendetwas fehlt Ihnen? Dass mir auf Madeira etwas gefehlt hat, weiß ich seit meiner Rückkehr.  Die tollen Gespräche mit den Hostel-Gästen aus den USA, aus Indien, China, Indonesien, Belgien und Deutschland bekamen endlich wieder den Stellenwert, den sie verdient hatten. Sogar die Frau, die mir das Lied "A lalala long" von Bob Marley geschenkt hat, weil es so schön sei, mich zu beobachten, trat wieder in den Schatten "einer nicht bestimmten Sache", die ein Virologe ist. 

Dieser Virologe heißt Christian Drosten. Dieser Mann, der sich mehrmals täglich mit seinen Anwälten berät, wenn ihm ein Zeitungsbericht nicht gefällt, macht mein Leben endlich wieder perfekt. Wie liebe ich seine Warnungen vor dem Herbst und seine Schelte für die Wissenschaft, die bei der Entwicklung eines Impfstoffes vielleicht zu langsam gewesen sei. Wahrscheinlich hat sich dieser Virologe bereits in der Schule immer schon dann gemeldet, wenn der Lehrer noch gar nicht im Klassenzimmer war. 

Auch die Statistiken der Region Hannover hätte ich nicht länger missen wollen. Die werden endlich erneut bereinigt. Davon sind sogar die Toten betroffen. Wer nun wirklich gestorben ist und wer nicht, soll demnächst geklärt werden. Möglicherweise muss so manche Beerdigung zurückgenommen werden. Willkommen zurück, kann ich da nur sagen...

Dienstag, 14. Mai 2019

Tjaden tappt (390)

Unschuldig arm. 
Deutsches Recht ist preiswert

In den USA hat ein Gericht einem Ehepaar zwei Milliarden Dollar Entschädigung zugesprochen, weil die Justiz einen direkten Zusammenhang zwischen einer Krebserkrankung und Glyphosat sieht. Die Gesundheit ist in den Staaten also viel wert. Das Recht übrigens auch. Justizirrtümer können sehr teuer werden. 

In Deutschland ist das anders. Hier zu Lande sind Gesundheit und Recht kaum etwas wert. Wer drei Jahre unschuldig im Gefängnis gesessen hat, muss froh sein, wenn die Haftentschädigung so hoch ist wie das Gehalt, das der Unschuldige als Beruftstätiger bekommen hätte. Als Hartz-IV-Empfänger müsste man sich schon fast lebenslänglich unschuldig wegsperren lassen, damit die Erben sich wenigstens über die Beerdigungskosten keine Sorgen machen müssen. 

In Hannover ist das noch anders. Da vergisst die Staatsanwaltschaft ein Ermittlungsverfahren trotz mehrfacher Erinnerungen meinerseits, erst ein von mir eingeschalteter Anwalt macht die Behörde zwei Jahre später munter, die Staatsanwaltschaft schustert eine Klageschrift zusammen, bevor mein Anwalt meine Akte hat und die Richterin versichert mir schon vor Verhandlungsbeginn, dass ich überhaupt nichts zu befürchten hätte. Die Vertreterin der Staatsanwaltschaft muss schon bei der ersten Nachfrage der Richterin nach den in der Klageschrift aufgeführten Beweismitteln eine Panne einräumen. Es gibt keine Beweismittel.

Nach dem Freispruch wird die Staatsanwaltschaft noch munterer. Sie behauptet gegenüber dem Landgericht in Hildesheim, sie könne meine Schuld einhundertprozentig beweisen. Der widerwillige Richter faltet den Vertreter der Staatsanwaltschaft zusammen, der meine Akte eigenen Angaben zufolge lediglich überflogen hat und sofort einer Einstellung des Verfahrens zustimmt.

Drei Jahre sind um, ein Mitarbeiter der Staatsanwaltschaft Hannover ruft erst meine Mutter, dann mich an und verspricht eine Entschädigung, wenn ich ein paar Tage Geduld habe. Danach behauptet die Behörde, bei diesem Anruf müsse ich mich wohl irgendwie getäuscht haben. Eine Entschädigung bekomme ich nicht. Mir fehlen nun wegen Arbeitslosigkeit in dieser Zeit aufgrund fortwährender Verleumdungen, über die ich die Staatsanwaltschaft fortwährend informiert habe, ein paar Rentenjahre-was solls?

Nur ein Wendt

Montag, 13. Mai 2019

Tjaden tappt (389)

Abitur geschafft und Freya hockt
neben mir. 
Doris Day und Freya

Ein Name-tausend Erinnerungen. Die US-Schauspielerin und -Sängerin Doris Day ist im Alter von 97 Jahren in Kalifornien im Kreise ihrer Familie und ihrer Freunde gestorben. 

Freya, das einzige Mädchen in unserer Klasse und ich der einzige Mitschüler, den Freya während des Unterrichts in einem Taschenspiegel beobachtete. Eines Tages steckte sie mir einen Zettel zu. "Ti amo" stand drauf. Den Zettel habe ich immer noch.

Wir lebten damals in einer Stadt, in der die Filme erst ins Kino kamen, wenn man sie beispielsweise in Hamburg schon lange wieder vergessen hatte. Ich lud sie in den Film "Mitternachtsspitzen" ein. Während der Vorstellung fand ich sie spannender als den Thriller. 

Nach dem Film blieben wir vor einem Friedhof stehen, der sich bis zur Straße erstreckte, wir beschlossen, niemals 30 zu werden. Sie gab mir den ersten Kuss. Doris Day ist tot, das Letzte, das ich von Freya gehört habe, ist: Sie ist Lehrerin in Bochum. Wider Erwarten ist auch sie über 30 geworden. 

Samstag, 17. Februar 2018

Tjaden tappt (254)

Wir sind nie pendentisch

Wenn sich Bundesaußenminister Sigmar Gabriel bei seiner Tochter bedienen darf, wenn es um Bärte geht, und bei Ernest Hemingway, wenn es bei der Münchner Sicherheitskonferenz um die sinkende Verlässlichkeit des Landes geht, aus dem dieser Schriftsteller stammt, dann wollen wir doch nicht so pendentisch sein. Den Satz "Europa ist nicht alles, aber ohne Europa ist alles nichts" werten wir also als Original-Gabrieler.

Wenn sich Leserinnen und Leser einer Beilage der "Hannoverschen Allgemeinen Zeitung" darüber beklagen, dass sich die Tippfehler häufen, dann sind sie einfach zu pendentisch. 

Pendentisch sollten wir auch nicht sein, wenn die Wochenzeitung "Neue Woche" Uetze mit Burgwedel verwechselt. Wer Kinovorstellungen verlegt, der darf auch Orte verlegen. Und Vereine verwechseln darf der auch. Die Entschuldigung liest sich dann so: "Auf der Sportseite wurden in dem genannten Artikel ("Erfolgreicher Jahresabschluss") zwei Vereine vermischt, der Verein Karate Dojo Lehrte und sein Pendent Karate Dojo Sehnde."

Da mögen unsere Mundwinkel noch so herabhängend werden wollen: Wir sind nicht pendentisch! 

Mittwoch, 8. Februar 2017

Tjaden tappt (187)

Putin beschwert sich über Ratgeber.
Als ich einmal von Putin nach Moskau eingeladen wurde

Das Internet gilt als schnelles Medium, oft gelesen, aber auch schnell wieder vergessen. Was eigentlich auch für Fake-News gelten müsste, die angeblich so gefährlich sind, dass über Verbote nachgedacht wird. Aber erst seit Putin die Trump-Wahl in den USA beeinflusst haben soll. 

Als die USA Boris Jelzin ins Amt hoben, wurde darüber nicht einmal berichtet (außer von einem US-Magazin). Jelzin förderte danach Putin, so dass man sagen könnte, die Amerikaner hoben auch Putin ins Amt. Und beschweren sich nun über ihn.

Beschwert hat sich Putin auch über meinen Ratgeber "Zerstreutes Wohnen-Ratgeber für alle ab 70". Das meldete ich vor über zwei Jahren. Kaum beachtet - aber jetzt. Die Klicks häufen sich.

Lesen Sie doch einfach selbst


Anschau-bar

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