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Sonntag, 27. Dezember 2020

Tjaden tappt (572)

Ein kleiner Pieks für
Gertrud Haase. 

Nach dem Pieks ins Stadion?

Ein kleiner Pieks für eine 101-Jährige aus einem Berliner Seniorenheim, ein großer Stich für Bundesgesundheitsminister Jens Spahn. Aber: Darf Gertrud Haase am 9. Januar auch in die Alte Försterei, wenn die "Eisernen" gegen Wolfsburg spielen? Das spricht dafür: Die Spiele der Elf von Urs Fischer sind dermaßen anregend, dass sie auch eine 101-Jährige fit halten können. Auch das spricht dafür: In der Alten Försterei werden sogar haushohe Favoriten wie jüngst Borussia Dortmund eingesargt, aber keine 101-Jährigen. Als Drittes spricht dafür: Urs Fischer ist Schweizer. 

Während sich Bundesinnenminister Horst Seehofer noch gegen eine bevorzugte Behandlung der 101-Jährigen ausspricht, ist das Schweizer Bundesamt für Justiz und das Schweizer Bundesamt für Gesundheit dafür. Laut "Blick" meint die Rechtsanwältin Ingrid Ryser im Namen dieser beiden Bundesämter: "Grundsätzlich ist es nicht ausgeschlossen, geimpfte und nicht geimpfte Personen rechtlich anders zu behandeln." Denn: Was private Veranstalter und Privatleute miteinander vereinbaren, sei deren Sache. 

Was in der Schweiz möglich ist, dürfte bei einem Verein, der mit Erfolg einen Schweizer beschäftigt, durchaus ebenfalls möglich sein.  


Samstag, 16. Mai 2020

Tjaden tappt (494)

Sie haben auf Liebespaare aufgepasst.
Wie der Fall der Mauer

If love is a danger, should we avoid it?

Oder hätte man lieber den Zaun vermeiden sollen, der am 17. März zwischen Konstanz und Kreuzlingen errichtet worden ist?

It was a rainy day today
Sky stayed grey
A lonely day, lonely day


Paare stehen sich gegenüber, durch zwei Zäune getrennt, einer steht auf der deutschen, der andere auf der Schweizer Seite. Sie werden beobachtet, damit niemand die Republikflucht antritt. Liebespaare beklagen sich über "psychische Folter". 


It will be a lovely night
Sunshine in my heart
...

Drive me crazy
Gestern sind sich diese Paare wieder um den Hals gefallen, es wurde gefeiert, getrunken, gekuschelt. Im Fernsehen der Schweiz verglich ein junger Mann diesen Abend zwischen Konstanz und Kreuzberg sogar mit dem Mauerfall in Berlin. "So ein Gefühl muss das gewesen sein", sagte er. 
Vielleicht ist das der Sinn dieses Zaunes gewesen? Die Schweiz und Deutschland wollten an den Mauerbau und zwei Monate später an den Mauerfall erinnern. Im Wiederholungsfall sollten allerdings nicht Liebespaare, sondern Politiker, die sich sowas ausdenken, getrennt werden. 

Dienstag, 7. April 2020

Tjaden tappt (472)

Wieder geöffnet. Foto: Heinz-Peter Tjaden
Was uns das Corona-Virus lehrt

Die Männer sind dann mal weg. Denn in Niedersachsen dürfen die Baumärkte wieder geöffnet sein. So will die niedersächsische Sozialministerin Carola Reimann den "Einkaufstourismus nach Nordrhein-Westfalen und in die Niederlande eindämmen". Die Beziehungen zwischen Niedersachsen einerseits und Nordrhein-Westfalen und den Niederlanden andererseits sollen also schlechter werden. 

Prächtig bleiben dagegen die Beziehungen zwischen Nordrhein-Westfalen und den Niederlanden. Achim Laschet, seines Zeichens Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen, will die Grenze nicht dicht machen. Also ist auch die Grenze zwischen den Niederlanden und Niedersachsen offen. Niederländer können nun auch wieder in niedersächsischen Baumärkten einkaufen. Die Beziehungen zwischen Niedersachsen und den Niederlanden werden also wieder besser. 

Liebespaare sind dann mal getrennt. Liebt ein Deutscher eine Schweizerin oder eine Deutsche einen Schweizer, kommen sie sich nur noch so nahe, wie Zäune das an der Grenze zwischen Bayern und der Schweiz zulassen. Wahrscheinlich soll damit der Kuss-Tourismus eingedämmt werden. Männer, die in Niedersachsen Baumärkte lieben, sind also gegenüber Männern aus Bayern, die eine Frau aus der Schweiz lieben, klar im Vorteil. 

Samstag, 25. Januar 2020

Tjaden tappt (444)

Freibier für Gert Fröbe

Wenn man beispielsweise den "Altkreisblitz" aufgerufen hat, findet man anschließend wahrscheinlich jeden anderen blog gut, wenn nicht sogar vorzüglich. Doch dieser ist wirklich klasse. Er heißt "Kinder, alles für Kids" und wird in Huttwil (Schweiz) ins Netz gestellt. Veröffentlicht werden Geschichten, Gedichte und Tipps.

Eines der Gedichte stammt von Joachim Ringelnatz und schon denke ich an einen Abend mit Gert Fröbe, der auf Bösewicht-Rollen spezialisiert gewesen ist und gern zeigte, dass er auch anders konnte. Das gelang ihm auch mit Gedichten, wie Ringelnatz und Morgenstern sie schrieben. Da blieb kein Auge trocken.

Wenn dieser Tausendsassa in seine Stammkneipe kam, luchste er den Gästen Freibier ab, sobald er versprach, einige Gedichte vorzutragen. 

Schauen Sie doch mal hier rein

Mittwoch, 16. Oktober 2019

Tjaden tappt (425)

Erfolgreich gestartet.
Foto: Rhein-Neckar-Zeitung 
Märchenhafte Tage ohne Tageszeitungen

Seit Wochen lese ich keine Zeitungen mehr. Den Tipp hat mir ein Schweizer gegeben. Auf die Schweiz komme ich gleich noch einmal zurück. "Du fühlst dich dann besser. Lies Bücher", sagte der Tippgeber. Da ich meine eigenen Bücher bereits kenne, bediene ich mich in Burgdorf. Dort gibt es einen öffentlichen Bücherschrank. Dort entdeckte ich "Die schönsten Märchen" von Rafik Schami und vergaß die  Tageszeitungen.

Dieser preisgekrönte Autor aus Damaskus verzauberte mich mit seinen Weisheiten, mit seinem leisen Spott für religiösen Humbug und für alle, die andere oder sich selbst ins Bockshorn jagen wollen. Dass jeder, der meint, er verdiene zu Recht im Jahr eine zweistellige Millionensumme, bescheuert sein muss, wusste ich zwar schon, dass man über diese Bescheuerten lachen sollte, kann man aber gar nicht oft genug lesen.

In Schamis Märchen wird auch nicht ewig gelebt und vorher geheiratet: "Na, Sie wollen noch wissen, ob der König Samira heiratete, ja? Man hat es den beiden zwar empfohlen, doch auf ein solch abgenutztes Ende der Geschichte hatten sie keine Lust und haben darauf verzichtet."

Der bereits erwähnte Schweizer erzählte mir noch etwas anderes. Der Spruch "Je oller, je doller" ist zwar so abgenutzt wie heiraten in Märchen, aber auch in der Schweiz gibt es diese Männer, die nicht nur von ihrem Alter, sondern auch von ihrem Reichtum um den Verstand gebracht werden. Einer von ihnen heißt Christoph Blocher.

Dass die Schweiz keine AfD braucht, so lange sie die Schweizerische Volkspartei (SVP) hat, dürfte jedem politisch Interessiertem bekannt sein. Dass aber seit dem 14. Januar 2018 eine Zeitungsgenossenschaft versucht, die SVP und Blocher in Schach zu halten, dürfte nicht allen bekannt sein. Die Leserinnen und Leser des Online-Magazins "Republik" sind gleichzeitig Genossinnen und Genossen, sie finanzieren also die Nachrichten. Klingt wie ein Märchen von Rafik Schami, denn der Bruder von Christoph Blocher, der als Pfarrer genauso rechts war wie Christoph, ist inzwischen gestorben.

Sonntag, 3. Januar 2016

Tjaden tappt (83)

Misslungene Anzeigenseite 

"Zunehmen wird dann nur die Flotte der vielen Paketwagen auf unseren Straßen." Fürchtet Knut Beyme von der Initiative "Ich kauf´ in Burgdorf" am 2. Januar 2016 in den "Burgwedeler Nachrichten/Marktspiegel" auf Anzeigen-Seite 8. Das Wenn kriegen wir später.

Erst einmal ein warnendes Beispiel aus der Schweiz, das die Boulevard-Zeitung "Blick" in einem Video dokumentiert hat. Hier klicken Sobald Sie sich von dem Schock erholt haben, kehren Sie bitte auf die "Kreisblatt"-Seiten zurück...

Schön, dass Sie wieder da sind! Weniger schön ist, was sich die Initiative "Ich kauf´ in Burgdorf" ausmalt, wenn Burgdorferinnen und Burgdorfer Waren im Internet bestellen. Dann klingeln Paketboten gar nicht, sie legen die Waren vor die Tür oder in eine Garage, "im schlechtesten Fall für jedermann sichtbar und unversichert". Oder die Pakete werden bei einem Nachbarn abgegeben, die Bestellerin oder der Besteller erfährt das gar nicht. Bekommt man die Pakete trotzdem, sind sie möglicherweise beschädigt. 

Bewiesen werden soll das wohl mit einem Foto, auf dem ein DPD- und ein UPS-Wagen nebeneinander stehen. Da passt kaum noch ein Einkaufsbummel dazwischen. Das Nummernschild des DPD-Wagens hat die Initiative "Ich kauf´ in Burgdorf" unkenntlich gemacht, damit sich kein DPD-Fahrer persönlich angesprochen fühlt. 

Eine Initiative, die den Internethandel auf diese Weise schlecht macht, erweist dem eigenen Anliegen einen Bärendienst. Die pauschale Beleidigung eines Berufsstandes ist der Sache gelinde gesagt auch nicht dienlich. Für diese Anzeigenseite kann sich die Initiative eigentlich nur entschuldigen. Und warum die "Burgwedeler Nachrichten/Marktspiegel" so etwas veröffentlichen, bleibt rätselhaft. Gibt es da niemanden, der eine gute Initiative berät und sagt: "Das lasst besser bleiben"?    

Anschau-bar

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