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Sonntag, 29. März 2020

Tjaden tappt (465)

Wie lange gehören sie zu
einer Risikogruppe?
Jetzt schon mehr Grabsteine und lange kein Weihnachtsmann mehr

Für die Zeugen Jehovas ist die Corona-Pandemie keine Apokalypse, sondern nur ein Zeichen. Habe ich gestern in der "Freien Presse" gelesen. Doch: Was ist das nachfolgend Geschilderte für ein Zeichen?

Bei meiner sonntäglichen Radtour komme ich an einem Bestattungsunternehmen vorbei, das seine Ausstellungsfläche erweitert hat. Grabsteine gibt es jetzt auch auf der anderen Straßenseite.

Nachdenklich gestimmt hat mich auch die Antwort eines Vaters auf eine Frage seiner kleinen Tochter bei einem Spaziergang. "Papi, wann kommt denn der Weihnachtsmann?" Zögerliche Antwort des Vaters: "Oh, das dauert noch etwas."

Hätte der Vater nicht antworten müssen, dass der Weihnachtsmann  ein sehr alter Mann ist, der auf nicht absehbare Zeit zu einer Risikogruppe gehört, die den Kontakt mit Kindern meiden muss?  

Montag, 23. März 2020

Tjaden tappt (460)

Fliegen Brote so weit wie Brötchen?
Foto: rtl.de
Kind lernt schnell, wo die Brötchen fliegen

Es ist auch für die Kinder eine Zeit angekommen, in der sie das Einkaufen in Supermärkten ganz neu erlernen müssen. Wie diese Kleine, die von ihrer Mutter im Edeka-Markt von Wettmar mit den neuen Gepflogenheiten bekannt gemacht wird. 

Mutter und Kind erreichen den Backwaren-Bereich, vor dem Kuchen-Tresen stehen zwei Hocker, an denen Flatterband befestigt ist. Auf den Hockern steht "Zwei Meter Abstand halten", "zwei Meter Abstand halten" steht in diesem Supermarkt fast überall. Sogar am Leergutautomaten. Daneben ebenfalls Flatterband. Denn die Cafeteria ist geschlossen. 

Mutter und Kind verweilen kurz vor dem Kuchen-Tresen. "Hier", sagt die Mutter, "werden dir dann auch die Brötchen zugeworfen."
Die Tochter nickt. Mutter und Tochter eilen weiter. Es gibt noch so viel zu lernen.  


Freitag, 9. Februar 2018

Tjaden tappt (251)

Gewollt-bekommen. 
Raffiniertes blondes Mädchen mit Zopf 

Diese Fünfjährige mit blonden Haaren und Zopf hat die Mutter wahrscheinlich jeden Tag auf dem Kassenzettel. Irgendwie schmuggelt sie sich schon in die Zahlenkolonne. Gestern bei REWE in Burgdorf mit Kaugummi.

1. Szene

Mutter und Tochter nähern sich in meinem Rücken der Kasse. Die Kleine sagt: "Mutti, schau mal, Kaugummi. Die mag ich doch so gern."

Dieser Hinweis führt noch nicht zum Kauferfolg.

2. Szene (wenige Sekunden später)

Die Kleine sagt: "Ich weiß schon gar nicht mehr, wie die schmecken."

Raffinierte Änderung der Taktik. Die Mutter soll ein schlechtes Gewissen bekommen, weil sie ihrer Tochter das geliebte Kaugummi schon lange vorenthält. Dafür gibt es jetzt auch noch einen Ohrenzeugen. Mich.

3. Szene (nach einer verlängerten Wirkungspause)

Die Kleine sagt: "Lisa hat schon mal einen Kaugummi von mir gegessen. Das muss sie noch bezahlen."

Das Mädchen baut für seine Mutter eine Zwickmühle auf. Wenn sie jetzt immer noch den Kauf verweigert, schädigt sie ihre Tochter möglicherweise finanziell, denn mit Kaugummi könnte die Kleine ihre beste Freundin eher zur Begleichung ihrer Schulden überreden als ohne. Zudem könnte die beste Freundin bestätigen, wie gut das Kaugummi schmeckt. Will die Mutter der Fünfjährigen etwa auch noch die beste Freundin schädigen? Und das im Beisein eines Zeugen.

Schlusszene

Die Kleine fragt: "Was kosten die eigentlich?"

Die Mutter antwortet mit "1,15 Euro" und kauft das Kaugummi.

Lektion für die Mutter: Geiz ist nicht geil.  







Samstag, 23. April 2016

Tjaden tappt (114)

Mindestens. 
Die Rote, die mir entgegen fliegt

Heute Nachmittag habe ich staunend vor dem schönen Amtsgerichtsgebäude in Großburgwedel gestanden, denn sie fliegt auf mich zu, fliegt mir fast in die Arme, nach 13 Jahren erkenne ich sie immer noch sofort, denn Rot ist ihre Lieblingsfarbe geblieben. Kinder hat sie auch bekommen. Viele Kinder, auch in Rot, fliegen ebenfalls auf mich zu. Ich kann mir ein erstauntes "O!" nicht verkneifen. 

Fünf Minuten später ist die rote Familie noch größer geworden. Ich begrüße sie alle, Mutter, Töchter, Söhne - vor dem Amtsgerichtsgebäude in Großburgwedel. Einige Familienmitglieder fliegen weiter, wollen wohl zum Spielplatz, auf Buchstaben herum klettern. Die meisten aber fliegen nicht weiter, sie sind erschöpft, wollen sich ausruhen, verfehlen jedoch die Bank, eine Tochter nach dem anderen Sohn. 

Ich würde ihnen gern helfen, mein Fahrrad abstellen und mich so hinstellen, dass sie die Bank finden. Bis zum Spielplatz schaffen sie es nicht mehr. Sie werden heute Nachmittag nicht mehr auf Buchstaben herum klettern. 

Ich kann ihnen nicht helfen und steige auf mein Rad. Eine Tochter fliegt in meinen Fahrradkorb. Ich nehme sie mit - die Wochenzeitung "Neue Woche" mit dem roten "O!" und mit den meisten Deutschfehlern aller Wochenzeitungen, die ich kenne - und ich kenne einige. Aber vor dem Amtsgerichtsgebäude in Großburgwedel treffe ich sie nur selten - oder gar nicht...

Wenn mir stattdessen Gedanken zufliegen, wird daraus eine Broschüre. Hier klicken

Anschau-bar

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