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Donnerstag, 25. Juli 2019

Tjaden tappt (405)

Von der Sonne verwöhnt.
Auto als Schwitzkasten

Mein Smart hat sich seit Tagen gesonnt, ich steige ein und werde in den Schwitzkasten genommen. Doch ich habe vorgesorgt. Denn die Hitze hat auch etwas Gutes. In Wettmar fahre ich erstmal zu Penny, kaufe Schokolade, Zitronensaft und sechs Eier.

Die Eier schlage ich auf, sie bruzzeln auf dem Beifahrersitz auf einer Alu-Folie. In Engensen nehme ich einen Schluck aus der Flasche. Zitronensaft schmeckt gekocht nicht so besonders. Da meine Schokolade inzwischen flüssig ist, träufele ich kurz vor Schillerslage etwas davon in die Flasche. Schmeckt nun besser.

Das elektronische Smiley freut sich in der Tempo-30-Zone und meldet: "Spiegeleier auf Beifahrersitz fertig."
Die hätte ich sonst vergessen. Die Feuerwehr rast hinter mir her, weil es aus dem offenen Seitenfenster meines Smart qualmt. Ich beruhige die 23 Feuerwehrmänner. Ein Feuerwehrmann probiert eins der Spiegeleier. "Kann man noch essen", sagt er.

Ich bedanke mich bei der Feuerwehr mit allen Spiegeleiern für die Aufmerksamkeit und kaufe bei Netto in Burgdorf einen Tiefkühlfisch. Der schwimmt in der Marktstraße davon und gehört nun zu den Attraktionen im Wickenthies-Brunnen.

Mittwoch, 14. Februar 2018

Tjaden tappt (253)


Der Mann mit der Mütze
Friedrich-Karl Wiesener.

Er steht an der Bushaltestelle "Burgdorf/Weserstraße". Er winkt. Mit einem Zettel in der Hand. Der Mann mit der Mütze ist Friedrich-Karl Wiesener, ehemals Werbechef der Stadtsparkasse Burgdorf. Ich unterbreche meine Radtour.

"Können Sie mir sagen, wie ich nach Heeßel komme?", fragt er mich.

"Dort wohnen Sie doch, Herr Wiesener", antworte ich. 

Ich erinnere ihn daran, was er für die Kultur in der Stadt Burgdorf getan hat. Wickenthies-Brunnen. Spargelmädchen. Sommernächte. Ausstellungen. Konzerte. Doch er will nur den Weg nach Heeßel wissen. Die Geschichten, die ich ihm erzähle, sind für ihn Geschichten über einen Fremden, über jemanden, den er vergessen hat.

"Wie komme ich denn nun nach Heeßel?"

"Der Bus fährt auf der anderen Straßenseite ab. Direkt gegenüber", antworte ich mehrmals.

Er schaut nur auf seinen Zettel oder in mein Gesicht. Endlich dreht sich der 87-Jährige um. Er geht über die Straße. Der Bus kommt.

Er mag vergessen haben, was er für die Stadt Burgdorf tat. Burgdorf vergisst es nicht.  

Anschau-bar

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