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| Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND), Falschmeldung vom 22. November 2021 |
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Sonntag, 5. Dezember 2021
Corona-Bewährungsprobe
Montag, 14. Dezember 2020
Tjaden tappt (570)
Den Verordnungen Vornamen verordnen
Foto: Patricia
Kloppert
Sturmtiefs bekommen Vornamen. In diesem Jahr weibliche, im nächsten männliche. Die Corona-Verordnungen sollten ebenfalls Vornamen bekommen. Damit die Übersicht nicht total verloren geht. Die erste Verordnung sollte Andreas heißen. Denn seitdem schränken wir Kontakte ein, unser Bundesverkehrsminister soll die wenigsten von allen haben. Die zweite Verordnung könnten wir Angela nennen. Seitdem waschen wir uns regelmäßig die Hände.
Unsere Bundeskanzlerin wäscht ihre Hände sogar in Unschuld. Deswegen wartet auch der Kolumnist Schumacher von der "Berliner Morgenpost" immer noch vergeblich auf eine Entschuldigung für Fehleinschätzungen aus dem Kanzleramt. Auf Seite 1 der Sonntagsausgabe stellt er die Frage: "Was ist so schwer an zugeben, verzeihen, besser machen?"
Für die dritte Verordnung würde sich der Name Christian anbieten. Seitdem lüften wir regelmäßig. Die vierte Verordnung könnte Jens heißen. Seitdem schieben wir Einkaufswagen durch die Supermärkte. Für die fünfte Verordnung käme Markus infrage. Seitdem maskieren sich nicht nur Bankräuber. Dann hätten wir da noch die sechste und die siebte Verordnung mit den Vornamen Olaf und Peter. Seitdem wird Geld verteilt, wenn irgendwo die Maschinen oder die Registrierkassen angehalten werden.
Verordnungen, die außer Kraft gesetzt werden, würden sich sicherlich über den Vornamen Hendrik freuen. Denn diesen Virologen kann nichts mehr überraschen. Verordnungen, die verschärft werden, könnten Karl heißen. Denn dem SPD-Gesundheitsexperten Lauterbach können Verordnungen nie scharf genug sein.
Samstag, 17. Oktober 2020
Tjaden tappt (548)
Stefanie aufgebracht-Gert nervös-Stephan ernst
Die Stefanie Geisler aus dem niedersächsischen Gesundheitsministerium ist aufgebracht: In einem Kurzbeitrag für den Norddeutschen Rundfunk fordert sie alle, "die einen entsprechenden Verdacht haben", auf, sich testen zu lassen. Sie jedenfalls würde sich nicht gern vorwerfen lassen, einen ganzen Betrieb "mit dem Virus" lahmgelegt zu haben. Das sei tatsächlich so. Was? Dass ein einziger Corona-Kranker alle Kolleginnen und Kollegen arbeitslos machen kann? Oder, dass sie sich diesen Vorwurf nicht gern machen lassen würde?
Der Gert Hahne aus der Staatskanzlei bittet alle, die in einem so genannten "Risikogebiet" leben, nicht nach Niedersachsen zu kommen, obwohl Niedersachsen eigentlich ein Reiseland sei. "Nervosität haben wir einfach wegen der hohen Fallzahlen", sagt er. Wenn ich zur Nervosität neigen würde, würde mich eher die hohe Verfallzeit der Verordnungen nervös werden lassen. Beherbungsverbot. Beschlossen. Von Gerichten kassiert. Sperrstunden. Beschlossen. Von Gerichten kassiert. Zwangstests für Reiserückkehrer aus so genannten Risikogebieten. Beschlossen. Gestrichen.
Und der Stephan Weil von der niedersächsischen Regierungsspitze spricht von einer "ernsten Situation". Stimmt. Wer immer wieder vor Gericht verliert, befindet sich wirklich in einer ernsten Situation.
Montag, 24. August 2020
Tjaden tappt (534)
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| Hier gefunden. |
Politik ist etwas für Vergessliche und nichts ist so alt wie die Zeitung von gestern. Das kann ein Virus nicht wissen. Muss es auch nicht. Für die Verbreitung braucht es weder Redaktionen noch Parteizentralen.
Was ein Virus braucht, sind Möglichkeiten. Möglichkeiten unterscheiden sich von Verordnungen. Ob diese Verordnungen nun von Politikern ausgedacht und von den Medien verbreitet werden oder nicht, einem Virus alles unmöglich machen, das kann niemand.
Deswegen wäre es wichtig, dass die Politik zumindest nicht vergisst, was ihr möglich ist. Die Medien müssten die Parteien daran immer wieder erinnern. Doch derzeit fühle ich mich immer wieder an meine Seminararbeit in Publizistik erinnert. Thema "Marxistisch-leninistische Pressetheorie". Die sieht so aus: Zeitungen sind Organisatorinnen, Agitatorinnen und Propagandistinnen.
Marx und Lenin haben sicherlich nicht erwartet, dass ihre Pressetheorie am Sozialismus scheitert, während sie zumindest zeitweise während einer Pandemie im Kapitalismus funktioniert hat. Bis die Organisation zusammengebrochen ist, Agitation und Propaganda immer weniger Wirkung zeigen können, weil die Politik das Chaos anrichtet, das sie vermeiden will.
Corona-Tester lassen alles stehen und liegen, Grenzpolizisten winken Autofahrerinnen und Autofahrer durch, egal, woher sie kommen, Virologen verstehen die Coronatest-Strategie nicht mehr, in den Labors kann man die Teströhrchen nicht einmal mehr einsortieren.
Der Ruf der Politik nach neuen Verordnungen klingt nach Verzweiflung. Die welchen Grund hat? Die mit uns getroffene Vereinbarung lautet übrigens: Regional reagieren, Schotten dicht bei 50 Neuinfizierten/100 000 Einwohner an sieben aufeinander folgenden Tagen.
Samstag, 11. Juli 2020
Tjaden tappt (517)
Bei jedem Kontakt müsse man sich fragen, ob dieser wirklich notwendig sei oder ob nicht auch ein Telefonat, eine E-Mail oder gar ein Brief ausreiche, sagte Schröder. Dies solle deutlich machen, dass es trotz des momentan überschaubaren Infektionsgeschehens in Niedersachsen wichtig zur weiteren Eindämmung der Pandemie sei, die eigenen Kontakte zu beschränken. "Wir halten es für sinnvoll und wichtig, immer wieder daran zu erinnern, dass das auch weiterhin gilt", sagte Schröder.
Meldet der Norddeutsche Rundfunk. Yesterday. All my troubles seemed so far away.
Was für die niedersächsische Gesundheitsministerin Claudia Schröder sinnvoll und wichtig ist, gibt es jetzt thematisch geordnet. Sie selbst kommt in dieser Verordnungsübersicht zweimal vor. Einmal unter Claudia und das zweite Mal unter Schröder-mit dem Hinweis, dass sie mit Gerhard Schröder weder verwandt noch verschwägert ist.
Der hätte das Corona-Virus überschaubarer bekämpft. Bei dem hätte der Satz "Chinesische Viren raus aus Deutschland-und zwar sofort" genügt. Wäre das doch nicht ausreichend gewesen, hätte er Grippe-Virus IV erfunden. Als letzte Möglichkeit wären ihm möglicherweise Scheidungen eingefallen. Die reduzieren Kontakte ganz erheblich.
Auf einen Kontakt will Claudia Schröder allerdings nicht verzichten. Auf den textilen Kontakt mit Mund und Nase. Dabei würde ich immer häufiger meiner Mund-Nase-Bedeckung beim Einkauf gern eine mail schicken, sie anrufen oder ihr schreiben. "Siehst du in diesem Gang noch andere Kunden?", würde ich sie fragen. Und "Warum bin ich hier eigentlich der Einzige, der Mund und Nase bedeckt? Machen die Verkäuferinnen und Verkäufer doch auch nicht."
Und schon würde vor Supermärkten wieder auf einem Schild stehen, dass die Kundenzahl begrenzt ist. Ich würde mein Gesicht zeigen wie das Personal. Ich könnte wieder ein Lächeln verschenken. Und da es in Supermärkten schon lange nicht mehr nach Desinfektionsmitteln riecht, könnte ich sogar durchatmen.
Es könnte so einfach sein, wenn Claudia Schröder gelegentlich einmal den Kontakt mit der Wirklichkeit suchen würde. Nichts müsste mehr thematisch geordnet werden, weil nur noch der Satz "Seien wir einmal ehrlich, Leben war schon immer lebensgefährlich" gelten würde.
Übrigens: Was die Mund-Nase-Bedeckung bewirkt, ist umstrittener denn je. Plötzlich behaupten Virologen, dass sie mich schützt, während es vor noch gar nicht so langer Zeit hieß, dass sie die anderen schützt. Damals habe ich demnach also das Personal noch geschützt, das mit mir allein im Supermarkt war. Das fand ich gelegentlich sogar nett von mir.
Freitag, 22. Mai 2020
Tjaden tappt (496)
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| Der Bundesinnenminister rät 1967 in einer Zivilschutzfibel: Bei Atomkrieg Kopf mit Aktentasche schützen. |
Die Corona-Bewährungsprobe bekommt allmählich etwas Surreales. Man schaltet das Radio ein, immer noch beginnt jede Nachricht mit "Corona-Krise", an diesem Freitag will auch die CSU die deutsche Wirtschaft retten, die Masken, die es in Deutschland inzwischen angeblich in Hülle und Fülle gibt, können nicht verteilt werden, weil sie nicht schnell genug auf ihre Verlässlichkeit geprüft werden können, da es aber in Deutschland nicht Hunderttausende, sondern rund 13 000 Corona-Infizierte gibt, kommt es auf Schnelligkeit wohl nicht mehr an. Immerhin ist der BER so pünktlich fertig geworden, dass mit stockendem Flugverkehr wegen schadhafter Masken nicht mehr gerechnet werden muss.
Doch an diesem Freitag will nicht nur die CSU etwas tun, Verschwörungstheoretiker wollen das auch. Sie wollen sich wieder unter die Leute mischen, die gegen die Corona-Maßnahmen protestieren. Damit man sie auch erkennt, werden sie neuerdings in jeder Talkshow vorgestellt. Olaf Sundermeyer als bekennender Begleiter solcher Typen wirft diesen Verschwörungstheoretikern vor, dass sie sich unbedingt Gehör in den Medien verschaffen wollen, und verschafft ihnen Gehör.
Ein Ministerpräsident, der sonst möglicherweise eine Lücke hinterlassen würde, die von anderen Politikern nicht geschlossen werden kann, behauptet, dass er aus Fehlern gelernt habe, macht aber den Fehler, sich von Sender zu Sender herumreichen zu lassen, wenn er sich nicht gerade neue Verordnungen ausdenkt, Verordnungen von einem Tag auf den anderen verändert und Verordnungen ankündigt, falls Verordnungen erforderlich werden sollten.
Wer diesem Surrealisms einen Sinn verleihen will, scheitert schnell an seinem Unterbewusstsein. Darf ein Brautpaar inzwischen an der eigenen Hochzeitsfeier teilnehmen, muss es nicht nur Abstand halten, sondern sogar draußen bleiben, wenn die Gästezahl von 100 erreicht ist? Gilt das Kontaktverbot auch dann, wenn der Pfarrer aus dem gleichen Haushalt kommt? Darf ein Verstorbener an seiner Beerdigung teilnehmen? Wie groß ist der Mindestabstand zwischen den Biergläsern in einem Biergarten? Warum versteht der Virologe Christian Drosten nichts von Bakterien, versteht er denn wenigstens etwas von den Menschen? Soll man Urlaub in Österreich machen, weil das Virus dort nur einen Meter weit fliegen kann?
Die von Medien und Politik Verwirrten trifft man inzwischen schon täglich. Ein Mann kommt aus einer Tankstelle, sieht mich und reißt seine Aktentasche hoch, um sein Gesicht zu schützen. Wäre er etwas älter, wüsste er: Das hilft nur bei einem Atomkrieg.
Anschau-bar
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