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Sonntag, 28. Mai 2017

Tjaden tappt (213)

Das halte ich im Kopf nicht aus

Wenn ein Veranstalter dem "Marktspiegel" eine Pressemitteilung schickt und ankündigt: "Wir servieren bei unserer Feier Kaffee und Kuchen", dann steht das so in dieser Wochenzeitung. Demnächst spielt dieses Anzeigenblatt auch noch für Hannover 96 in der Bundesliga und der Trainer wird nach jedem Spiel entlassen. 

Dennoch ist der "Marktspiegel" nach eigenen Angaben ein "unbestreitbarer Erfolg", zumindest, wenn der Geschäftsführer geht. Dem allerdings ist vorher einige Male entgangen, dass man in einem Wald keineswegs ein Kunstwerk entfernen muss, damit zwischen den Bäumen der Wind wieder frei wehen kann. Stand jedoch im "Marktspiegel" und muss deshalb wohl stimmen.

Kreativer beim Abschreiben von Pressemitteilungen ist die "Neue Woche". Die werden dort so schnell abgetippt, dass sich so manches Wort auf wundersame Weise verändert. Hat man dieses Wort endlich entziffert, fehlt die nächste Zeile. 

Veranstaltungen werden mit dem Auftakt eröffnet. Eine Band, von der es viele Alben gibt, will bei einem Konzert angeblich beweisen, dass ihr letztes Album endlich gut geworden ist. Gestaltet werden die Seiten nicht mehr. So mancher Einspalter macht deswegen einen verklemmten, pardon: eingeklemmten Eindruck.

Fehlerfrei sind jedoch die Aufkleber, die es auf immer mehr Briefkästen gibt: "Keine kostenlosen Zeitungen". Diese Zusätze denke ich mir manchmal unter diese Hinweise: "Weil wir Kinder haben, die noch zur Schule gehen", "Weil ich den Einbürgerungstest gern bestehen möchte"...

Einige sind sogar schon so sehr genervt, dass sie auf ihre Briefkästen auch noch die Internet-Adresse der Verbraucherzentrale kleben, die sie notfalls vor kostenlosen Zeitungen schützen soll. 

Montag, 29. August 2016

Tjaden tappt (160)

Bert weiß, wo es langgeht. 
Das "wissende Feld" und der "Marktspiegel"

Kommunalpolitiker suchen es derzeit im Wahlkampf: das "wissende Feld". Bert Hellinger allerdings ist auf keinem Plakat zu sehen. Dieser Psycho-Guru aus Leimen hat diesen Unsinn auch nur erfunden. Andere plappern ihn nach.

Im Mehrgenerationenhaus tritt am 1. September Sabine Nehring-Neumann auf. Meldet der "Marktspiegel" und druckt ab, was dem Redakteur von dieser Heilpraktikerin der Psychotherapie eingeflüstert worden ist. Würde die sich als Heilpraktikerin manipulierter Dieselmotoren ausgeben, wäre sie fast nur noch in Wolfsburg. Auch dort ließe sich sicherlich ein Redakteur finden, der abdruckt, was sie ihm einflüstert. Denn immer hängt alles irgendwie zusammen:  "Der Mensch ist eingebunden in eine Hierarchie von Erwartungen und Verpflichtungen der vorangegangenen Generationen."

Beim "Marktspiegel" muss man sich das wahrscheinlich so vorstellen: Die Oma des Redakteurs hat schon immer erwartet, dass ihr Enkel irgendwann als Redakteur nur noch abschreibt. So schuf sie laut Sabine Nehring-Neumann "unsichtbare Bindungen aus der Herkunftsfamilie", die in diesem Fall aber wider Erwarten weder esoterisch noch beruflich zu Problemen führen. Denn abschreiben darf er ja. Darin unterscheidet sich der Redakteur von allen, die glauben, dass sie an die systemische Familienaufstellung glauben müssen, weil sie nicht beim "Marktspiegel" arbeiten. 

Die gibt es auch in Brasilien. Dort fährt Bert Hellinger nächste Woche mit seiner Frau hin, weil er wahrscheinlich wissen möchte, wie gedopte Russen dieses Mal die Konkurrenz bei Olympischen Spielen aus dem Feld geschlagen haben. Aber wer möchte schon mehr über die Herkunftsfamilien solcher Sportlerinnen und Sportler wissen?

Anschau-bar

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