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Samstag, 6. Juli 2019

Tjaden tappt (401)

Expertin der "Neuen Presse"
kennt die Antwort. 
Eine Expertin mit einem Plus der "Neuen Presse"

Auf dem jährlichen "Kongreß" der berüchtigten Psychosekte Zeugen Jehovas gab es einen Störfall - eine kleine Gruppe Aussteiger hatte vor dem Kongreßgelände einen Infostand aufgebaut.

Schreibt sie im Jahre 2007 und lädt bei Youtube ein Video hoch. Damals hat sie sich noch als Chefin einer so genannten "Mobbingzentrale" in Hamburg ausgegeben über die mir später nichts Gutes berichtet wurde.

Heute bekommt sie online bei der "Neuen Presse" ein Plus als angebliche Expertin in Sachen Zeugen Jehovas. In einem Interview sagt sie zu einem Kongress dieser Sekte, der in Hannover stattfindet, diese Zusammenkünfte seien ein Heiratsmarkt. Mehr kann ich nicht lesen, weil solche Plus-Beiträge nur in der ersten Stunde nach Veröffentlichung für Nichtabonnenten kostenlos sind. Bezahlen will ich für diesen Beitrag aber nicht, denn ich halte sie keinesfalls für eine Expertin.

Kennengelernt habe ich diese Frau, als mich die Zeugen Jehovas 2008 vor dem Landgericht in Hamburg verklagten. Sie bot mir sofort ihre Hilfe an und nannte mir einen Zeugen für das Verfahren, der sich später als windiger Geselle entpuppte. Auch bei der Anhörung vor dem Hamburger Landgericht war sie anwesend. Zwischenzeitlich untersagte sie mir die Verwendung von Informationen, die sie mir zur Verwendung überlassen hatte. Der von ihr benannte Zeuge verklagte mich vor dem Amtsgericht in München, weil ich ihn als zwielichtigen Zeitgenossen entlarvt hatte. Den Prozess in Hamburg hatten die Zeugen Jehovas schon gewonnen, in München endete das Verfahren mit einem Vergleich.

Diese Frau aus Hamburg und dieser Mann aus München hatten es den Zeugen Jehovas leicht gemacht. Der Anwalt der Zeugen Jehovas schickte mir eine Honorarrechnung, die ich nicht beglich. Ich drohte ihm mit Gegenwehr, falls er auf die Bezahlung poche. Danach hörte ich nichts mehr von ihm. Ein Kenner der Szene übernahm die Kosten meiner Anwältin. Denn, was ich geschrieben hatte, entsprach der Wahrheit, mit der die Zeugen Jehovas, der Münchner und die Hamburgerin nicht viel am Hut haben.

Aber immerhin: Heute ist sie Expertin der "Neuen Presse". Mit einem Plus.

Lesetipp


Dienstag, 4. Dezember 2018

Tjaden tappt (355)

Werbung in Zeiten des Internets

In der Münchener Journalistenschule lernen die Schülerinnen und Schüler gerade, dass viele Experten, die in den Medien zu Wort kommen, gar keine Experten sind. Einige Experten, die keine sind, beschweren sich deswegen bereits.

Aber von Werbung verstehen die Medien etwas. Auf meinen Leserbrief über vermeintliche Experten reagiert die "Rheinische Post" mit einer mail, in der mir mitgeteilt wird, dass mein Kommentar "fehlerhaft angekommen" sein soll. Doch was verbirgt sich hinter der angeblichen Fehlermeldung? Werbung für ein Drei-Monats-Abo. 

Die Tatsache, dass ich einen Leserbrief an die "Rheinische Post" geschrieben habe, scheint sich auch schon bis zur "Zeit" herumgesprochen zu haben. Die teilt mir mit, dass ich die Wochenzeitung vier Wochen lang kostenlos bekomme, wenn ich in der mir zugeschickten mail vier Fehler finde. 

Nun fehlt mir noch: eine mail von der "Rheinischen Post", dass es in der Münchener Journalistenschule keine Experten gibt, die in der "Zeit" zitiert werden könnten. 

Montag, 24. September 2018

Tjaden tappt (305)

Sonntags immer Flohmarkt.
So unterscheiden sich Oktoberfest und Oktobermarkt

Der Burgdorfer Oktobermarkt und das Münchener Oktoberfest weisen eine Gemeinsamkeit auf: Beide Feste enden am 7. Oktober. Das war´s auch schon mit den Gemeinsamkeiten. 

Kommen wir also zu den Unterschieden: Der Erfolg des Oktoberfestes wird von den Veranstaltern daran gemessen, was die Besucherinnen und Besucher gefressen und gesoffen haben. Das macht der Verkehrs- und Verschönerungsverein nicht. 

In München bewachen 600 Polizisten die Theresienwiese, 47 Videokameras nehmen alles auf. In Burgdorf reichen zwei Streifenwagen, Videoaufnahmen gibt es nur privat.

Während der Wiesn ist Bayern München besonders gut auf dem Rasen. Das kann man von der TSV Burgdorf nur selten behaupten. 

Über den Oktoberfestverlauf herrscht manchmal Uneinigkeit bei den Medien. Deshalb kann es vorkommen, dass man am Stachus am gleichen Abend aus einem Zeitungskasten ein Boulevardblatt mit der Schlagzeile "Wiesn so brutal wie nie" holt und aus dem anderen ein Boulevardblatt mit der Schlagzeile "Oktoberfest friedlich wie selten". In Burgdorf dagegen gibt es nicht einmal Zeitungskästen.

Die Besucherzahlen weichen stark voneinander ab. In München gehen sie in die mehrere Millionen, über den Burgdorfer Oktobermarkt werden in diesem Jahr 28 708 Besucherinnen und Besucher schlendern. 24 Prozent davon sind Frauen zwischen 35 und 44. (Quelle: Facebook, Veranstaltungsankündigung "Stadtfest in Burgdorf", www.facebook.com/burgdorferkreisblatt)

Das Schönste am Schluss: Auf der Theresienwiese ist auch Florian Silbereisen gesichtet worden, in Burgdorf lässt der sich nicht blicken.   

Anschau-bar

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