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Montag, 3. Februar 2020

Tjaden tappt (445)

Mein Rad nimmt ein Sonnenbad. 
Wenn nach drei Tagen Regen in einem Loch Wasser ist

Burgdorf, Marktstraße, kurz nach 15 Uhr: Nach drei Tagen Regen reißt über meinem Rad und mir der Himmel auf, das Glockenspiel am Alten Rathaus fängt an zu scheppern, während ich auf eine Lücke im beiderseitigen Autostrom und auf besseres Wetter hoffe: "Schneeflöckchen, Weißröckchen, wann kommst du geschneit? Du wohnst in den Wolken, dein Weg ist so weit."

Engensen, Ortsausgang, Richtung Schillerslage, zweieinhalb Stunden früher: Zwei Bauarbeiter blicken in ein Loch, sagt der eine zum anderen: "Da ist Wasser drin." Der Bagger am Straßenrand lässt die Schaufel hängen. Vor sechs Tagen hat er den Radweg weggerissen und ein Loch hinterlassen. Da regnet es seit drei Tagen rein. Ist also wirklich Wasser drin.

Kleinburgwedel, Höhe Feuerwehrhaus, kurz vor 17 Uhr: Die beiden Gullydeckel in der frischen Asphaltdecke sind tiefer gelegt worden. Sehe ich im letzten Augenblick, weil der Himmel inzwischen noch weiter aufgerissen ist, geschneit hat es auch nicht. Sonst hätte es gescheppert. Doch das Krankenhaus ist gar nicht so weit. 

Weitere Abenteuer eines Radfahrers




Samstag, 11. Oktober 2014

Tjaden tappt (XVI)

Vor dem Burgdorfer Rathaus scheppert es

Wenn es vor dem Burgdorfer Rathaus in der Marktstraße scheppert, ist es entweder ein Unfall oder das Glockenspiel. Früher haben die Medien die Liedfolge veröffentlicht, während die Unfallfolge stets dem Zufall überlassen blieb. Was aber scheppert schöner? Ein VW, der in einen Opel rauscht, oder "Kein schöner Land" das niemand von "Hoch auf dem gelben Wagen" unterscheiden kann?

Auf den Seiten der Stadt Burgdorf wird das Glockenspiel zu den Sehenswürdigkeiten gezählt. Zu den Hörenswürdigkeiten also nicht. Veröffentlicht werden auch die Spielzeiten. Die dürfen durchaus als Warnungen aufgefasst werden. Der musikalische Mensch geht früher oder später am Rathaus vorbei - und das seit 1996.

Nicht nur die Lieder, die niemand voneinander unterscheiden kann, wechseln angeblich, wechselhaft ist auch die Geschichte des Glockenspiels. Der Streit, wo es angebracht werden sollte, dauerte lange. Für nicht angebracht hielt ein Geschäftsmann das Amtsgericht. Er sagte: "Fehlt nur noch, dass dort ´Üb immer Treu und Redlichkeit´ erklingt." Diesen Einwand verstanden viele, das Glockenspiel bis heute niemand.

 

Anschau-bar

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