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Mittwoch, 12. August 2020

Tjaden tappt (525)

Von Konrad Kujau lernen, heißt
Corona-Statistiken interpretieren.
Foto: Wikipedia 
Ein neuer Konrad Kujau?

Das hat es seit 1983 nicht mehr gegeben: Wieder muss die Geschichte umgeschrieben werden. Was früher die Hitler-Tagebücher waren, sind heute die Begründungen zu den Corona-Statistiken. 

Am 3. August  hieß es zu den über 900 neuen Fällen: "Die steigenden Infektionszahlen sind auf eine zunehmende Vernachlässigung der Abstands- und Hygieneregeln im privaten Bereich zurückzuführen."

Also müsste es am 4. August  zu den über 500 neuen Fällen heißen: "Die nicht mehr ganz so schnell steigenden Infektionszahlen sind auf eine nicht mehr so große Vernachlässigung der Abstands- und Hygieneregeln im privaten Bereich zurückzuführen."

Am 5. August könnte man zu den 879 neuen Fällen auf die Begründung vom 3. August zurückgreifen. 

Am 6. August müsste man sich bei  741 neuen Fällen ein abgeschwächtes Lob ausdenken. Die Statistiker unterscheiden übrigens zwischen registrierten und bestätigten Infektionen. Die Vernachlässigung der AHA-Regel müsste also auch jedes Mal bestätigt werden. Und zwar, bevor wir Lob oder Tadel registrieren. 

Am 7. August können die 1045 neuen Fälle nur noch so erklärt werden: Wir haben zu viele Schülerinnen und Schüler. 

Am 10. August müssen die 555 neuen Fälle wohl wie am 4. August erklärt werden (auffällig beim Googeln: Sinkt die Zahl der bestätigten bzw. registrierten Neuinfektionen, macht das keine Schlagzeilen.)

Die 436 neuen Fälle am 11. August lassen nur einen Schluss zu: Unsere Mund-Nase-Bedeckungen sind dichter denn je. 

Zum Spiel am 12. August gehören zwei Zahlen: 966 bestätigte Fälle, die in den Nachrichten nicht erwähnt werden, und die 1226 Fälle, registriert vom Robert-Koch-Institut, die Schlagzeilen machen.  Ich beende meine Berichterstattung. 

Mit den Hitlertagebüchern sind 1983 angeblich private Dinge aus dem Leben von Hitler öffentlich geworden. Und mit den Corona-Statistiken werden 2020 angeblich private Dinge aus unserem Leben öffentlich. Wieder hat jemand so viel Fantasie wie Konrad Kujau...





Freitag, 29. März 2019

Tjaden tappt (378)

Die erste Karte.
Mit linker Mousetaste vergrößern. 
Einzigartiger Verein

Die Broschüren "Immer Ärger mit Red Teil 1" und "Immer Ärger mit Red Teil 2" regen meine Fantasie an. Gegründet habe ich jetzt zumindest virtuell einen Verein, der den Verkauf dieser Broschüren verhindern soll. Sitz ist Burgwedel. Der Vereinsname: "Stoppt Red". 

Damit dieser Verein auch analog wird, habe ich gestern eine Karte an den Verein geschickt. Den Postboten fing ich vor der Tür ab. Er machte einen sehr fröhlichen Eindruck. Vielleicht freute er sich darüber, dass es in Burgwedel einen neuen Verein gibt. Wird seit gestern auch auf meinem Briefkasten behauptet. 

Die Internet-Seite des Vereins nimmt ebenfalls Formen an. Einfach mal http://verruecktervogel.blogspot.com  anschauen.

Die Adresse für weitere Kartengrüße: "Stoppt Red" e. V., Up´n Kampe 6, 30938 Burgwedel  

Dienstag, 13. Juni 2017

Zu viel Fantasie?

Neue Presse Hannover, 13. 6. 17
Mit linker Mousetaste vergrößern.
Von wegen! Erst wird mein Krimi
verfilmt!
Kann man als Krimi-Autor gar nicht haben

Ob er erleichtert ist, sieht man dem blonden Brillenträger im karierten Hemd an diesem Tag nicht an. Der Diplom-Ingenieur ist wegen Totschlags angeklagt, kann das Gericht nach Abschluss des Verfahrens aber möglicherweise als freier Mann verlassen. Am 2. Juni war es zu der dramatischen Wende gekommen. An diesem Tag gingen bei der Staatsanwaltschaft Hildesheim und der Polizeiinspektion Salzgitter gleichlautende anonyme Schreiben ein, in denen der Verfasser behauptete, dass nicht Matthias K., sondern ein 29 Jahre alter Mann der Täter sei.

Rauscht es heute im deutschen Blätterwald. Und schon komme ich angerauscht, falls Sie gedacht haben sollten, ich hätte in meinem vor wenigen Tagen erschienenen Krimi "Die Mörderin, die unschuldig ist" zu viel Fantasie entwickelt. Wenn es um die deutsche Justiz geht, kann man gar nicht fantasievoll genug sein.

Na ja, können Sie nun einwenden, der Tjaden hat 1981 in einer Erzählung die Wiedervereinigung im Jahre 1990 vorausgesagt, und 1985 schrieb er einen Krimi über die digitalisierte Welt, die wir heute erleben, warum sollten wir ihm Vorwürfe machen?

Das fände ich nett.

Für die wenigen, die meinen Krimi noch nicht kennen, hier kann er bestellt werden.

Hashtag bei www.twitter.com #tjadenkrimis  

Anschau-bar

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