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Mittwoch, 12. April 2017

Tjaden tappt (203)

In der Bildmitte wird ein
Unschuldiger hingerichtet. 
Warum darf Karfreitag nicht öffentlich getanzt werden?

11. April 2017. Jedes Jahr die gleichen Diskussionen über das Tanzverbot ab Gründonnerstag bis Ostersamstag. Übermorgen demonstrieren die Jungsozialisten, die Grüne Jugend und die Jungen Liberalen dagegen. Sie wollen mit lauter Musik auf einem Wagen durch Hannover fahren, die Leute sollen hinterher tanzen. Das Tanzverbot werden sie wohl kaum weg tanzen können, eine Änderung des Feiertagsgesetzes ist nicht in Sicht, weil...Weil es die behauptete strikte Trennung von Staat und Kirche gar nicht gibt. Die Kirchen bestimmen, was wir zwei Tage lang öffentlich tun dürfen und was nicht.

Welche Feiertage Christen wie feiern, müsste eigentlich deren Sache sein. Der Staat dürfte allenfalls dafür sorgen, dass sie daran nicht gehindert werden. Alle anderen müssten diese Tage verbringen dürfen wie sie wollen. Tanzend, singend, feiernd, Rad fahrend, Spaziergänge machend, spielend...

Was Christen ab Palmsonntag glauben, hat sich mir zudem noch nie erschlossen. Würde es wirklich stimmen, dass es einen Gott gibt, der seinen Sohn für die Sünden der Menschen von einer Besatzungsmacht, die nicht jüdisch ist, hinrichten lassen muss, dann müsste doch die Gewissheit, dass dieser Sohn Gottes zwei Tage später schon wieder quicklebendig ist, Grund zur Vorfreude sein.

Doch diese Vorfreude hat es angeblich nicht einmal unter den Jüngern Jesu gegeben. Petrus verleugnete ihn gleich dreimal, die anderen verkrümelten sich und erstarrten in Fassungslosigkeit und Angst. Hat Jesus seinen Jüngern etwa verschwiegen, welche Aufgabe er wie erfüllen muss? Verließen sie sich nicht einmal mehr auf sein Versprechen, nur kurz weg und bald wieder da zu sein, damit seine Jünger das ewige Leben genießen dürfen?

Nach der Hinrichtung dieses Unschuldigen ist auch Maria davon ausgegangen, dass ihr Sohn einen sinnlosen Tod gestorben ist. Warum wussten Weihnachten laut Bibel eigentlich mehr Leute, was geschehen ist als während und nach der Hinrichtung von Jesus? Mit Ostern folgt doch der für Christen wichtigere Feiertag. Je wichtiger ein Feiertag ist, desto mehr verschweigt der Gott der Christen?

Vielleicht darf niemand von Karfreitag bis Ostersamstag bei lauter Musik öffentlich tanzen, weil Christen jedes Jahr in aller Ruhe darüber nachdenken müssen, was Ostern für sie eigentlich bedeuten soll. Aber wahrscheinlich tun die meisten von ihnen nicht einmal das mehr.

Weitere Informationen

Die Suche zu Ostern

12. April 2017. Wenn eine große Familie zum Ostereiersuchen in den Garten geschickt, vieles also versteckt wird, kann es auch schon einmal vorkommen, dass Verstecktes erst nach Ostern gefunden wird. Manches bleibt für immer verschwinden. So ist es auch im Christentum. Phoenix widmet sich heute Abend den verschwundenen Frauen von Jesus. Hier klicken 

Ich habe mich vor geraumer Zeit der ersten Frau von Adam gewidmet, die ebenfalls verschwunden ist. Sie heißt Lilith. Hier klicken 

    


Donnerstag, 11. August 2016

Tjaden tappt (152)

Jusos würden Pokémon wählen. 
Mit Pokémon drei Kreuze machen

Erst einmal muss man sich anmelden, dann darf man sich das Geschlecht, die Haut-, Haar- und Augenfarbe für die künstliche Figur aussuchen. So beginnt Pokémon go. 

Erst einmal muss man sich in der Stadt oder Gemeinde anmelden, bei der Anmeldung darf man sich keinesfalls das Geschlecht, die Haut-, Haar- und Augenfarbe aussuchen, man muss sich mit dem am eigenen Körper Vorhandenen abfinden. So beginnt das Wahlrecht, das zudem vom Alter abhängig ist.

Die künstliche Figur ist immer dort, wo sich der natürliche Pokémon-Spieler befindet. Das sollen am 11. September die Wahllokale sein, schlagen laut "Anzeiger" von heute die Jungsozialisten aus Lehrte vor.

Jungwählerinnen und Jungwähler hätten dort die gleichen Bewegungsabläufe wie die künstlichen Figuren. Macht jemand bei der Partei X drei Kreuze, macht auch die künstliche Figur drei Kreuze bei der Partei X. Zwischen Pokémon go und Spielerin oder Spieler gibt es keine Wahlgeheimnisse. Dafür ist die Wahl aber gleich und somit mit dem Grundgesetz durchaus vereinbar. 

In den Wahllokalen sollen - so die Jungsozialisten - Pokéstops und seltene Exemplare der virtuellen Tiere platziert werden. Das könnte den kleinen Parteien nutzen, die sonst nur selten erfolgreich sind. Virtuell versorgt werden die Jungwählerinnen und Jungwähler - wenn sich die Jungsozialisten mit ihrer Idee durchsetzen -  vor der Stimmabgabe z. B. mit Pokébällen. Die sehen so aus: 






Die Stimmzettel bei den Kommunalwahlen in Niedersachsen sehen so aus:









Die eher langweiligen Kreise hinter Parteien und Kandidaten sollten also mit Pokébällen ersetzt werden. Die würden die Wahl bunter - und somit für Jungwählerinnen und Jungwähler noch attraktiver machen. Würde ich jetzt noch vorschlagen - wenn ich ein Jungsozialist aus Lehrte wäre. Ab Level 5 könnte dann das aktive Wahlrecht auch unverzüglich in ein passives Wahlrecht übergehen. Das könnte zu Überraschungen führen. Die ebenfalls attraktiv wären. 

Da es sogar in der Antarktis Pokéstops gibt, spricht eigentlich nicht viel gegen die Wahllokale in Lehrte. Wenn dann nicht nur Pokémon-Teams mit Intuition, Wagemut und Weisheit ausgestattet werden könnten, sondern auch Parteien, wäre das eine feine Sache.

Sollten die Jungsozialisten mit ihrem Vorschlag scheitern, böte sich ein Vergleich mit Militärdiktaturen an. In Thailand beispielsweise darf Pokémon vor Wahllokalen nicht gespielt werden, geschweige denn in denselben.   


Anschau-bar

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