Montag, 26. Juni 2023

Tjaden tappt (568)

Gefahrenzeichen 
Geisterfahrer

Putin hört nur noch Verkehrsfunk

Noch bevor sich Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach mit Experten darüber unterhalten hat, wie man die Zahl der Hitzetoten in diesem Jahr senken kann, ist der Kreis Sonneberg braun geworden. Grund zur Freude hätte deswegen auch Kreml-Chef Wladimir Putin, doch der hörte am Wochenende nur Verkehrsfunk, denn auf Russlands Straßen war ein Geisterfahrer unterwegs. 

Einem gewissen Jewgeni Prigoschin fiel aber gerade noch rechtzeitig auf, dass er sich verfahren hatte und kehrte kurz vor Moskau wieder um. Die Mitglieder seiner Fahrgemeinschaft verkrochen sich fürs Erste und fürchten sich in ihren Verstecken vor dem "Idiotentest", der sie die Lizenz zum Töten kosten könnte.  

Montag, 19. Juni 2023

Tjaden tappt (567)

Die Seele baumeln lassen.
Foto: Heinz-Peter Tjaden

Entspannung im Maschpark und am Maschsee

Jeden Morgen fahre ich mit dem Bus in die niedersächsische Landeshauptstadt und entspanne mich im Maschpark oder am Maschsee, zwischendurch begebe ich mich in die Stadtbibliothek oder in die Landesbibliothek und schreibe dort meine Artikel für das "Burgdorfer Kreisblatt". 

Dort habe ich auch meine Broschüre "Obdachloser Schimmelreiter" aktualisiert. Ganz verstanden habe ich das Schreibprogramm in der Landesbibliothek aber noch nicht. So fand ich immer noch nicht heraus, wie man das Format eines Textes verändern kann. Deswegen müssen Sie sich mit dem vorhandenen abfinden. Ich hoffe, Sie nehmen mir das nicht übel. 

Sobald ich in der städtischen Unterkunft Drei Eichen in Burgdorf auftauche, heftet sich ein neuer Bewohner an meine Fersen. Dieser 57-Jährige behauptet, dass er aus einer Familie stammt, die nicht nur von Adel ist, sondern auch Burgdorf gegründet hat. Seine Radtouren macht er demnach mit einem seiner 100 Fahrräder, die er in ganz Deutschland besitzt, fast täglich berichtet er von Attentaten, warum man ihm nach dem Leben trachtet, erklärt er so: "Meine Familie ist auch eine Kriegerfamilie." 


Mittwoch, 14. Juni 2023

Tjaden tappt (563)

Az. DRII 467/15 Anjas Erste Property
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31. Mai 2023. "Überweisen Sie das Geld." Auf diese Bitte hat ein Mitarbeiter der Sparkasse Hannover vor Jahren zurückhaltend reagiert. Er gab zu bedenken, dass Grundlage der Forderung ein Pfändungs- und Überweisungsbeschluss sei. Ich entgegnete, dass es diese Pfändungsgläubigerin nicht mehr gibt. Er überwies die vierstellige Summe an das im Beschluss angegebene Konto von Anjas Erster Property. Am nächsten Tag kam das Geld mit dem Vermerk "Empfängerkonto unbekannt" zurück. Der Mitarbeiter der Sparkasse Hannover freute sich mit mir. 

Wie konnte ich so sicher sein? Wegen all der Erfahrungen, die ich mit dieser Immobilienfirma gemacht habe. 2014 gewann diese Firma zwar ein Verfahren gegen mich vor dem Amtsgericht in Wilhelmshaven, aber dieser Erfolg war nur möglich, weil die Richterin jedes Argument von mir vom Tisch wischte. Von mir kopierte Kontoauszüge als Belege geleisteter Mietzahlungen erkannte sie nicht an. 

Als der Beschluss rechtskräftig war, tat ich, was ich tun musste. Ich schickte mein Sparbuch an den angeblichen Generalbevollmächtigten von Anjas Erster Property. Das Guthaben rührte er aber bis heute nicht an. 

Möglicherweise waren der angebliche Geschäftsführer Haas aus Schollbrunn und er zu beschäftigt mit der Ankurbelung der Briefkasten-Nachfrage, an der sich auch die Verwalterin der Anjas-Häuser, Treureal, beteiligte. Wenn eine Mieterin oder ein Mieter in unserem Haus dachte, nun habe man Immobilienhai oder Hai-Fan gesichtet, waren die längst schon wieder woanders.

Heute ist Anjas Erste Property wieder gesichtet worden. Bei der Sparkasse Hannover. Ein Mitarbeiter hat mir mitgeteilt, wieviel Geld mir jetzt weggepfändet werden soll. 15 750,43 Euro! Bei dieser Summe kann ich nicht sagen "Überweisen Sie das Geld", weil es morgen wieder auf meinem Konto wäre...

14. Juni 2023. In dieser Sache bleibt es bisher bei der mündlichen Auskunft. 

Dienstag, 13. Juni 2023

Tjaden tappt (566)

Erschienen als
e-book, als
Taschenbuch 
und als gebundene
Ausgabe.

Ungewöhnliche Ideen

Seit Herbst 2020 leitet die 46-jährige Anna Mülter das Festival "Theaterformen", das abwechselnd in Braunschweig und in Hannover stattfindet. Auf dem Programm stehen vom 22. Juni bis 2. Juli 13 Produktionen aus zehn Ländern. Dafür wird die Prinzenstraße gesperrt. Denn die Organisatoren kommen im Dreieck Opernhaus, Künstler- und Schauspielhaus zu dem Publikum, das zu diesem Festival kommt. Habe ich soeben auf den Stufen des Opernhauses im hannoverschen "magascene" gelesen. Ich mag ungewöhnliche Ideen. Die finde ich gut.

Bei dem Paar, das mein Foto-Buch "Madeiras fotogene Touristen/Turistas fotogênicos da Madeira" auf der Titelseite ziert, kann man sich natürlich fragen, ob die Heirat der beiden wirklich eine gute Idee gewesen ist. Eine Sehenswürdigkeit sind die beiden aber auf jeden Fall. Und darum geht es in meinem Buch. Was fotografieren Touristinnen und Touristen, die von mir zu Sehenswürdigkeiten gemacht werden, auf der Insel? Dazu erzähle ich kleine Geschichten, denn viele wollen bei Rundgängen keine ausführlichen Texte in Reiseführern lesen, sondern kurz und kurzweilig informiert werden. 

Dennoch gibt es "Madeiras fotogene Touristen" in der Stadtbücherei von Hannover noch nicht. Ich sitze im fünften Stock dieses Gebäudes und müsste eigentlich an meinem Fotobuch vorbeigekommen sein, denn hier werden Reiseführer gesammelt. Bin ich aber nicht. Deswegen veröffentliche ich diesen Text nicht nur auf meinen Internet-Seiten, ich schicke ihn auch an das Beschaffungsteam der Stadtbücherei.

Klick zu meinem Foto-Buch

Montag, 12. Juni 2023

Tjaden tappt (565)

Der Altenbekener Damm-
grün auch ohne Hunde
an der Leine.
Foto: Heinz-Peter Tjaden

Kein zauberhafter Anfang

"Grün ist nicht alles, aber ohne Grün ist alles nichts" ("Neue Presse" Hannover, Seite 12) klingt nach Ernest Hemingway. Buchfinken dürften das trotzdem noch nicht gewusst haben. 

"Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne." Ist von Hermann Hesse - und Petra Rückerl in der ersten Folge der NP-Serie "Grünes Hannover" nicht gelungen. 

"Wenn Gabi Düwelhenke mal in ihrem Gartenhäuschen übernachtet und frühmorgens barfuß mit ihrem Handtuch durchs taunasse Gras schlendert..." schreibt sie. "Wenn Gabi Düwelhenke mal in ihrem Gartenhäuschen übernachtet und frühmorgens barfuß mit ihrem Handtuch durchs taunasse Gras schlendert, während der Hund zum Trocknen an der Leine hängt", wäre ein zauberhafterer Anfang gewesen. 

"Wenn sie durch den verwunschenen Garten zum See läuft", liefert uns erstens keine Erklärung dafür, warum der Hund immer noch nicht gebellt hat, und (wenn sie) "wiederkommt und mit einem Tee den erwachenden Tag begrüßt, dann kann dieser einfach nicht schlecht werden" ist zweitens sicherlich eine Sichtweise, die von dem inzwischen durchgehangenen Hund nicht geteilt wird.

"Neben dem Pfirsichbaum steht das graublaue Klohäuschen mit Plexiglas auf dem Dach, das die Sonne hereinlässt"-und hoffentlich auch den Hund, wenn er endlich nicht mehr an der Leine trocknet. 


Samstag, 10. Juni 2023

Tjaden tappt (564)

Wo diese Puppe
liegt, liegen sonst
Obdachlose.
Foto: H.-P. Tjaden
Lob und Flirts im Mund

Morgenstund hat Lob im Mund. Für mich vor einigen Minuten an der Bushaltestelle "Stadtfriedhof" in der Südstadt von Burgdorf, weil ich meine Zigarettenkippe nicht achtlos wegwerfe. "Spitze", sagt ein Mann zu mir, bevor er in den Bus steigt. Ein Obdachloser nimmt den grauen Behälter, in dem meine Kippe verschwunden ist, in Augenschein. Dieses Wort habe ich der "Neuen Woche" entnommen, die ich aus der Tankstelle im Berliner Ring mitgenommen habe. Die meisten Leute nehmen von dort nur den "Marktspiegel" mit. 

Dass man Zigarettenkippen nicht wegwirft, habe ich auf Madeira gelernt. Nur Touristinnen und Touristen aus England verschandeln hin und wieder das helle Pflaster. Möglicherweise, damit sie die Riesenkähne wiederfinden, mit denen sie gekommen sind. Die Engländerinnen und Engländer kommen und gehen, die Obdachlosen bleiben ein Problem von Madeira. Sollen sie aber nicht, haben jüngst Künstlerinnen und Künstler bei einem Straßenprojekt in Santana gefordert. 

Im Norden der Insel habe ich im März sehr viele nette Menschen kennengelernt. Wie im 29 Madeira Hostel in Funchal. Die Offensive, die dort eine Russin gestartet hat, weil sie mit mir tanzen wollte, blieb friedlich, sogar als sie mich fragte, ob ich mit ihr die Nacht verbringen wolle und ich ablehnte, weil in diesem Hostel meine Gedanken immer nur bei jener Frau sind, die mich eines Morgens fragte, ob das, was ich gerade schreibe, für sie sei. Dann lief sie lachend davon. Blieb aber in der Nähe.

Manchmal hat Morgenstund auch Flirts im Mund. 

Anschau-bar

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