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Dienstag, 9. Juni 2020

Tjaden tappt (505)

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Die Wedemark missachtet Abstandsregeln

Vor den Supermärkten in Burgdorf rücken die Menschen wieder näher zusammen. Ich schiebe meinen Einkaufswagen zu dem Plastikhäuschen und kette ihn an. Ich gehe einen Schritt zurück, ein Einkaufswagen berührt mich, ich drehe mich um, will nach links gehen, kann ich nicht, jemand mit Einkaufswagen steht mir im Weg, auch rechts ist kaum ein Durchkommen, doch ich schaffe es, schon kommt mir jemand mit Einkaufswagen entgegen. 

Auch im Gewerbegebiet von Großburgwedel rücken die Menschen wieder näher zusammen. Vor einem Betriebskindergarten macht die Wedemark Stellenangebote für Erzieherinnen und Erzieher in ihrer Gemeinde. Der CDU gefällt das allerdings nicht. Sie pocht in einer Pressemitteilung auf die Abstandsregeln während der Corona-Bewährungsprobe. Die dort aufgestellte bunte Werbetafel hält der CDU-Vorsitzende Marc Sinner für einen "unfreundlichen Akt".  "Unfreundlicher Akt" ist wohl so was ähnliches wie eine Schmierinfektion.

Virologen sagen zwar, dass es die beim Corona-Virus kaum gibt, trotzdem gehen Desinfektionsmittel weg wie Toilettenpapier. Deswegen mein Vorschlag: Die Burgwedeler CDU verhüllt diese Werbung erst einmal mit Toilettenpapier und desinfiziert sie minütlich.



Freitag, 8. Mai 2020

Tjaden tappt (492)

Hier kommt so mancher ins Schwimmen.
Wenn "wahrscheinlich" auch "möglicherweise" ist

Schon seit Jahren entscheide ich mich im Fernsehen für die Nachrichten aus Österreich. Lou Lorenz-Dittlbacher und Armin Wolf stellen bei ZIB 2 ("Zeit im Bild") Fragen, die so pfiffig sind, dass die Interviewpartnerinnen und Interviewpartner regelmäßig ins Schwimmen kommen. Der Gesundheitsminister wurde kürzlich mit der Frage konfrontiert, warum Politiker Corona-Verbote behaupten, die es in den Verordnungen gar nicht gibt. Gestern fühlte die Moderatorin einem Arzt auf den Weisheitszahn und seine Weisheiten über die Mund-Nase-Bedeckungspflicht versah er in jedem Satz mit "wahrscheinlich" und "möglicherweise".  Dass diese Pflicht schon bald wieder abgeschafft wird, schloss er nicht aus.

Und was passiert im deutschen Fernsehen? Die Mund-Nase-Bedeckung findet auch bei denjenigen immer mehr Anhänger, die sie vorgestern noch blöd gefunden haben. Zur so gepriesenen Offenheit gehören auch hier zu Lande "wahrscheinlich" und "möglicherweise". 

Dabei kann jede und jeder beobachten, was zu erwarten war. Ein "Bild"-Redakteur berichtete vorgestern aus Hamburg über sich häufende Missachtungen der Abstandsregel beim Einkauf. Er führt das auf den Einstein zugeschriebenen Spruch von der Unendlichkeit der menschlichen Dummheit zurück. Dem kann ich mich nicht anschließen. Die Menschen, die Mund und Nase bedecken, meinen, dass sie auf diese Weise die anderen Kundinnen und Kunden ausreichend schützen. Das wird ihnen ja auch täglich eingeredet.  Also messen sie dem Abstand keine große Bedeutung mehr bei.

Doch diese Mund-Nase-Bedeckungs-Sicherheit ist so trügerisch wie die Zahl der Neuinfizierten seit Einführung dieser Pflicht. In der Region Hannover gibt es einen Anstieg von täglich 15 auf 25, in Deutschland einen von 685 am 6. Mai auf 1284 am 7. Mai.  Wie hieß es noch im März? Im März hieß es: Wenn erst der Frühling da ist, wird das Virus schlapp, im Sommer legt es sich dann zur Ruhe. 

Freitag, 17. April 2020

Tjaden tappt (478)

Hier soll die nächste Ratssitzung
stattfinden. 
Undemokratische  Corona-Regeln für die nächste Burgdorfer Ratssitzung
16. April 2020. Ob das erlaubt ist? Zur nächsten Ratssitzung sollen nur zwei Pressevertreter zugelassen werden. Außerdem dürfen zehn Bürgerinnen und Bürger dabei sein. So steht es auf der Internet-Seite der Stadt Burgdorf. Die Öffentlichkeit wird also nur begrenzt hergestellt. Wer entscheidet über die Zulassung der Pressevertreter, wer siebt die Bürgerinnen und Bürger aus, die nicht in den Saal dürfen? Der Sicherheitsdienst, der anwesend sein wird und dafür sorgen soll, dass alles in geordneten Bahnen verläuft? Welche Befugnis hätte er für einen derartigen schwerwiegenden Eingriff in die parlamentarische Demokratie?
Die Ratssitzung findet am 21. April auch nicht im Schloss, sondern im StadtHaus statt. Beginn ist um 17 Uhr. Rechtzeitiges Erscheinen ist dringend erforderlich.  Denn der Sicherheitsdienst sorgt auch dafür, dass sich alle erst einmal die Hände desinfizieren. Die Fraktionen trennen nicht mehr nur unterschiedliche Auffassungen, sondern auch jeden von jedem zwei Meter. 
Sollte sich herausstellen, dass jemand infiziert ist oder war, sollen alle Anwesenden in Quarantäne geschickt werden. Dazu sagt das Gesundheitsamt laut Stadt Burgdorf: "Das würde auch dann passieren, wenn die Abstandsregel eingehalten worden ist." 
Wenn jemand infiziert war, kann er niemanden mehr anstecken. Wenn jemand infiziert ist, geht das auch ohne Symptome. 

17. April 2020. Rüdiger Nijenhof von den Freien Burgdorfern schreibt an das "Kreisblatt": "Die bisherige Sitzordnung wurde von den Fraktionsvorsitzenden über Bord geworfen. Es wird also eine Neuausrichtung geben."

Anschau-bar

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