Mittwoch, 16. September 2015

Tjaden tappt (XXXXVI)

Kein Supermarkt-Personal nirgendwo

Habe ich da etwas verpasst, irgendeinen Hinweis übersehen? Führen Supermärkte wie Aldi und Netto-Markt in Burgdorf neue Einkaufsmethoden ein? 

Kauflustig gehe ich erst zu Aldi. Auf dem Weg zur Kasse rempelt mich eine Verkäuferin an, tritt mir auf die Füße, während die Kassiererin aufsteht und geht. Eine Weile vereinsame ich an der Kasse, mache mich dann auf die Suche nach Personal, finde keins. Ich lege die Waren auf das Band an der Kasse und gehe. Oder hätte ich meinen Einkauf, der noch keiner gewesen ist, mitnehmen dürfen?

Immer noch kauflustig versuche ich es im Netto-Markt. Auf dem Weg zur Kasse kommt die Kassiererin auf mich zu und zeigt mir an, dass sie rechts an mir vorbei will. Darf sie. Sie kommt aber nicht wieder. Ich schlendere durch alle Regalreihen, bin allein im Supermarkt. Ich lege die Waren auf das Band an der Kasse und gehe.

Heißt die neue Supermarkt-Methode von Aldi und Netto-Markt: Bitte nicht stören, nehmen Sie ruhig mit, was sie brauchen? 

Sonntag, 13. September 2015

Tjaden tappt (XXXXV)

Aus dem Netz gefischt.





















In der Kirche unterm Turm 

Was heißt hier sprechen? Schreiben ist auch nicht besser. Dafür zwei Beispiele aus der "Neuen Woche" vom 12./13. September: 

1. "Für den Flohmarkt in der St. Martins Kirche Sievershausen am Sonntag, 20. September, ab 15 Uhr können Spenden im September in der Kirche unterm Turm am Montag, 14.,von 16.30 bis 18 Uhr, Mittwoch, 16. von 10 bis 12 Uhr und Freitag 18., von 10 bis 12 Uhr abgegeben werden." 

Erinnert mich an einen Klassenkameraden, der in einem Diktat 22 von 23 Wörtern falsch geschrieben hat - aber immerhin ist der nicht Redakteur geworden...

2. "Tag des offnen Bauwagens gibt es im Waldkindergarten ´Arpker Waldzwerge´ (Verlängerung Hasendamm, an der Reithalle vorbei, am Bauwagen) am Samstag, 19. September, von 14 bis 17 Uhr. Es gibt Aktionen für Klein und Groß und Waldpicknick."

Donnerstag, 10. September 2015

Tjaden tappt (XXXXIV)

Huschen für Weihnachten

Vor den Kassen im Burgdorfer Netto-Markt: Sie huschen hier hin, sie huschen dort hin. Der Mann aus der Zentrale huscht stets vor, das Personal huscht hinterher. Sie huschen für Weihnachten. Weihnachten beginnt im Netto-Markt am 11. September. Dann kommen die Schokoladen-Weihnachtsmänner. 

Der Mann aus der Zentrale huscht in Richtung Kasse, zeigt mit den Händen an: "Der Abstand muss zwei Meter betragen." Eine Verkäuferin ist mitgehuscht, kommt aber nicht mit: "Warum das denn?" Über die Lippen des Zentralen-Mannes huscht die Antwort: "Das ist so. Steht so in den Filialvorschriften." 

Der Mann aus der Zentrale und die Verkäuferin huschen zurück zu den anderen wieder Mithuschenden. "Wir stellen 10 Regale auf", huschen sie erneut hin und her. "Dafür haben wir aber gar keinen Platz", huscht die Verkäuferin wieder etwas langsamer als die anderen. 

Ich husche an den Huschenden vorbei zur Kasse, husche aus dem Netto-Markt, husche vorbei an einem Schild, auf dem steht, dass die Ramschwaren, die den Weihnachtsmännern noch den Platz wegnehmen, bis Freitag rausmüssen. Dafür gibt es Husch-Rabatt - und dann ist im Netto-Markt endlich Weihnachten. Warum eigentlich nicht das ganze Jahr?

Freitag, 28. August 2015

Tjaden tappt (XXXXIII)

Der Hacker und das Facebook

Brüste wie zwei Roggenbrote, zu dem Foto das Bekenntnis, dass sie auch gern in Pornofilmen mitspielt. Das soll jemand auf meinen Facebook-Seiten gepostet haben, teilt mir ein Anrufer aus Düsseldorf gegen 18 Uhr mit.

Stimmt, stelle ich fest. Die Brüste wie Roggenbrote sind auch mein Profilbild geworden. Alle Facebook-Freunde haben dieses Bild und den Text bekommen. Die Aufregung ist groß. Das kann doch niemals von Heinz-Peter Tjaden stammen. Ich beantworte Dutzende persönliche Nachrichten, lösche Profilbild und Text der Porno-Tante. Dann sperrt Facebook meine Seiten, schickt mir eine entsprechende Mitteilung und bittet um eine Stellungnahme. Weitere Anrufe von Facebook-Freunden, Fragen nach dem Hacker.

Anschließend ärgere ich mich über eine Talkshow mit Maybrit Illner, diskutiert wird wieder über Flüchtlinge, nicht mit ihnen. Eltern mit Kindern, die Angst vor Neonazis haben, an einem Tisch mit angeblich "besorgten Bürgern" - das wäre doch viel spannender - möglicherweise sogar für so manchen Hohlschädel, der sich in einen Supermarkt stellt und sich darüber beklagt, dass "jeder Flüchtling ein Handy hat".

Der Hacker, der meine Seiten vorübergehend lahmgelegt hat, könnte natürlich auch ein Nazi sein, der sich an meinen täglichen Stellungnahmen gegen Ausländerfeindlichkeit stört - das wäre dann jemand mit 20 Kilogramm zuviel auf den Rippen und fünf Kilogramm zu wenig im Kopf. Das einzige Wort, das der schreiben könnte, wäre "Hass" - ob es auch noch für Pornofilme reichen würde, weiß ich nicht. Dieser Hacker müsste also Rechtschreibhilfe in Anspruch genommen haben.

Heute Morgen hat Facebook meine Seiten wieder freigegeben - mit neuem Passwort und weiteren Sicherungen.

Mittwoch, 26. August 2015

Tjaden tappt (XXXXII)

Die Verkehrskontrolle

Zwei bei Aldi gekaufte Bierflaschen, verstaut im Fahrradkorb, können Folgen haben. Deswegen ist mir heute gegen 15.30 Uhr in Burgdorf ein Streifenwagen gefolgt. Kurz vor dem Ende des Marris Mühlenweges war auch meine Radtour erst einmal zu Ende. Eine Polizistin hatte das Seitenfenster heruntergefahren und rief mir zu: "Allgemeine Verkehrskontrolle!" 

Ich stieg ab. Der Streifenwagen hielt an, ihn verließen zwei Polizistinnen (um die 25) und ein junger Mann (vielleicht 18), der wohl als Praktikant den Polizeialltag kennenlernen sollte. "Bleiben Sie bitte stehen", sagte eine der beiden Polizistinnen (ohne Brille). "Ich stehe schon", antwortete ich. Dann standen sie bei mir, eine Polizistin ohne Brille rechts, eine Polizistin mit Brille links, der junge Mann vor mir.

"Haben Sie heute schon etwas Alkoholisches getrunken?", wollte die Polizistin ohne Brille wissen. "Nein", antwortete ich. "Sie wollen heute aber noch etwas Alkoholisches trinken?" Diese Frage verstand ich nicht sofort. "Ich habe die Bierflaschen in Ihrem Fahrradkorb gesehen." Nun verstand ich. "Ja, heute Abend ist Fußball." Die Polizistin mit Brille hatte Verständnis: "Macht ohne Bier auch keinen Spaß."

Gefragt worden war ich da schon, ob mein Fahrrad auch mein Fahrrad ist und ob ich meinen Personalausweis dabei habe. Mein Fahrrad war mein Fahrrad, meinen Personalausweis durfte die Polizistin ohne Brille sehen. Dem vermeintlichen Praktikanten war inzwischen eingefallen, wer heute Abend spielt: "Leverkusen in der Champions League." Geklärt werden musste meines Erachtens nur noch, warum ich wegen eines Spiels zwei Bierflaschen gekauft hatte. Als Lösung schlug ich vor: "Heute spielt Leverkusen, morgen Dortmund."

So endete die allgemeine Verkehrskontrolle zu aller Zufriedenheit, wir wünschten uns noch gegenseitig einen schönen Tag einschließlich Abend, und ich bewunderte die Polizistin ohne Brille insgeheim für ihre Fähigkeit, während einer Autofahrt zwei Bierflaschen in einem Fahrradkorb zu bemerken und daraus Schlüsse zu ziehen, die aber nicht immer stimmen müssen.

Durchaus stimmig war jedoch die Gesprächsführung der Polizistin ohne Brille und könnte durchaus Vorbild sein für ein Gesellschaftsspiel "Allgemeine Verkehrskontrolle!"

Mögliche Spielsituationen: Im Fahrradkorb liegen zwei Präservative. Mögliche Eingangsfrage: "Haben Sie heute schon mit einer Frau geschlafen?"

Im Fahrradkorb liegen zwei Pistolen. Mögliche Eingangsfrage: "Haben Sie heute schon jemanden erschossen?"

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