Tjaden tappt (449)

Von außen hübsch und von innen?
Foto: Heinz-Peter Tjaden
Erst ist der Smart zu alt, dann der Eigentümer

Seit fast zwei Monaten rührt sich mein Smart nicht mehr, weil der Funkschlüssel nach einem Batteriewechsel neu codiert werden muss. Dafür will ich Mercedes zur Kasse bitten, weil im Smart-Handbuch verschwiegen wird, dass die Batterie innerhalb von drei Minuten ausgetauscht werden muss. Diesen Fehler im Handbuch hat mir der Smart-Kundendienst inzwischen schriftlich bestätigt. Zahlen will man aber nicht. Mein Auto sei zu alt, heißt es aus Maastricht. 

Also habe ich mir einen Anwalt genommen. Ich füllte ein Formular für die Gewährung von Beratungshilfe aus, fügte meinen Renten-, meinen Wohngeld- und einen Bescheid über meine Honorare als Autor bei. Diese Unterlagen schickte mein Anwalt an das Amtsgericht Burgwedel, das über den Antrag immer noch nicht entschieden hat. 

Erst verlangte man von mir auch noch einen Kontoauszug über die Buchungen auf meinem Sparkassen-Konto in den vergangenen sechs Wochen. Bekam das Gericht. Doch das ist dem Gericht nicht genug. Jetzt verlangte das Gericht von meinem Anwalt Aufklärung darüber, warum meine Rente knapp 700 Euro beträgt, während ich meine monatlichen Gesamteinnahmen mit über 800 Euro angebe. Das könnte das Gericht eigentlich sehr leicht selbst ermitteln. Rente plus Wohngeld plus Buchhonorare = über 800 Euro. Soll ich aber machen.

Als nächstes erwarte ich vom Amtsgericht Burgwedel folgende Fragen: Sind Sie von Armut bedroht? Können Sie sich als Armer überhaupt einen Smart leisten? Wovon bezahlen Sie die Steuern, die Versicherung und das Benzin? Und irgendwann schließt sich das Gericht dem Smart-Kundendienst an: Nun ist das Auto zu alt. Meine Antwort könnte lauten: ich auch. Geht am 20. Februar schon los. Denn dann habe ich Geburtstag. 

P. S. Meine Rente ist übrigens so gering, weil die Staatsanwaltschaft von Hannover nicht weiß, wie viele Wendts in dieser Behörde Entschädigungen für verschleppte Verfahren versprechen, ohne sich daran zu halten. Hier klicken

Klitschen-Wahrscheinlichkeit bei Mercedes steigt

18. März 2020. Die Klitschen-Wahrscheinlichkeit bei Mercedes wird immer höher. Meinen Smart abholen, mir 500 Euro in die Hand drücken, diesen Vorschlag habe ich meinen Anwalt machen lassen. Doch darauf will sich der Smart-Kundendienst nicht einlassen. 

In einer mail an meinen Anwalt sieht Marvin B. von der smart Kundenbetreuung Deutschland keinen Zusammenhang zwischen Batteriewechsel und verlorener Codierung meines Funkschlüssels. Die Batterie sei wohl schon leer gewesen, bevor ich sie ausgetauscht habe. 

Marvin B. schreibt: "Um dies zu vermeiden, empfehlen wir unseren Kunden einen Austausch der Schlüsselbatterie nach spätestens zwei Jahren." Laut Smart-Handbuch ist eine solche Empfehlung jedoch überflüssig, denn angeblich warnt der Smart so rechtzeitig vor einer bald leeren Batterie, dass zur Eile beim Batteriewechsel kein Anlass besteht. Außerdem habe ich den Smart erst Anfang 2019 gekauft. Bei einem Autohaus in Burgdorf. 

Im nächsten Absatz heißt es, dass der Batterietyp im Smart-Handbuch beschrieben sei. Man müsse die Batterie also nicht herausnehmen, um festzustellen, welche Batterie man braucht. Auch Marvin B. dürfte klar sein, dass man die alte Batterie entfernen muss, wenn man eine neue einsetzen will. Dass dies innerhalb von drei Minuten geschehen muss, steht nicht im smart-Handbuch.

Das Alter meines Autos erwähnt Marvin B. nicht... 

Die Klitsche antwortet

25. März 2020. Wir haben dem Smart-Kundendienst noch einmal unseren Standpunkt vorgetragen. Die Klitsche antwortet: "Wir bleiben vollumfänglich bei unserer Darstellung."

An ADAC-Fachabteilung weitergeleitet

26. März 2020. Da ich seit 1979 ADAC-Mitglied bin, habe ich diesen Fall der Redaktion der Mitgliederzeitschrift geschildert. Die Antwort:


Sehr geehrter Herr Tjaden,

vielen Dank für Ihre beiden Nachrichten und die Anhänge.

Ihr Verärgerung können wir gut verstehen. Auch Ihr Wunsch, andere Leser über negative Erfahrung mit Mercedes zu informieren, ist gut nachvollziehbar. Leider haben wir aber dazu keine Möglichkeit. Wie Sie sich sicher vorstellen können, erreichen und jeden Monat zahlreiche (ca. 500-700) Schilderungen unserer Mitglieder die Probleme mit einem Fahrzeug, dem Hersteller oder einer Werkstatt haben. Immer mit der Bitte um Veröffentlichung. Im Sinne der Gleichbehandlung aller Mitglieder mussten wir uns entscheiden, aufgrund der großen Menge, die bei uns eingeht, Einzelfälle nicht zu veröffentlichen.

Da der ADAC jedoch negative Erfahrungen unserer Mitglieder mit der Fahrzeugqualität bzw. dem Service einzelner Hersteller sammelt, liegt Ihre Schilderung unserer Fachabteilung für Fahrzeugtechnik vor. Dort werden die Hinweise auf Defizite statistisch ausgewertet. Sollte sich ergeben, dass zu einem bestimmten Hersteller bei uns gehäuft Beschwerden eingehen, werden wir von unseren Kollegen hinsichtlich einer Veröffentlichung informiert.

Sie hätten auch die Möglichkeit, Ihren Fall in unserer Community zur Diskussion mit anderen Mitgliedern zu stellen. Sie finden uns unter www.adac.de/Community

Wir danken Ihnen herzlich für die Information und Ihr Interesse an unserer Arbeit und Zeitschrift.

Anmerkung: Bei mir funktioniert der Link nicht.

Mein Smart ist keine 34 Euro mehr wert?

1. April 2020. Da wir nun den Smart-Kundendienst verklagen wollen, haben mein Anwalt und ich über den Streitwert diskutiert. Da mir der Smart-Kundendienst mitgeteilt hat, dass man die Kosten einer Codierung meiner Funkschlüssel nicht übernehmen wolle, weil mein Auto zu alt sei und da ich bisher immer die Auskunft bekam, die Codierung koste um die 120 Euro pro Schlüssel, habe ich mich soeben im Internet schlau gemacht. Demnach kostet die Codierung 17 Euro pro Schlüssel! Nenne jemand den Preis von 120 Euro, wolle man mir einen neuen Schlüssel andrehen. Wen verarscht der Smart-Kundendienst sonst noch?

Problem gelöst

20. April 2020. Was die Codierung der Funkschlüssel kostet, scheint umstritten zu sein. Doch mit Hilfe des Autohauses "Stern Partner" in Westercelle sind nun alle Probleme gelöst. Danke für den tollen Service. XS Gebrauchtwagen mit Sitz in Burgdorf, Schillerslager Straße, hat auf mein Angebot, den Smart für 500 Euro zurückzukaufen, nicht reagiert. Verkauft wurde mir das Fahrzeug im Januar 2019 von XS Gebrauchtwagen für fast 3000 Euro!

Die Kosten der Codierung 
  

Teil 1 der Smart-Geschichte  

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