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Dienstag, 29. Mai 2018

Tjaden tappt (269)

Bank macht den Weg frei.
Im nächsten Augenblick dämlich

Kennen Sie das? Gerade eben haben Sie sich noch für ein pfiffiges Kerlchen gehalten, Sekunden später zweifeln Sie an all Ihren Fähigkeiten? 

Das kann Ihnen in einer Bankfiliale passieren. Wenn Ihnen beispielsweise Ihr Sparbuch abhanden gekommen ist. Sie erinnern sich noch an ein Guthaben von rund 10 Euro. Sie fragen die Bankangestellte, was zu tun ist. Die erklärt Ihnen, dass Sie kein Geld abheben können und dreht den Monitor so, dass Sie die Daten, die Sie abruft, nicht sehen können. Obwohl es Ihre eigenen sind.

Sie erklären der Mitarbeiterin, dass Sie gar kein Geld abheben wollen und wiederholen Ihr Begehren. Die Mitarbeiterin weist Sie darauf hin, dass Sie eine Verlustanzeige aufgeben müssten, bevor Sie an Ihre rund 10 Euro herankommen. "Das kostet 50 Euro", sagt sie. Sie glauben, dass Sie sich verhört haben. Die Zeiten des Wuchers wähnten Sie längst vergangen. Und Geld abheben könnten Sie nicht.

Sie stellen fest, dass die rund 10 Euro wohl im Nirwana verschwunden sind. Das bestätigt die Mitarbeiterin und aus dem Büro nebenan fügt ein männliches Bankwesen hinzu, dass auf Ihrem Sparkonto schon seit geraumer Zeit nichts mehr los gewesen sei.

Sie verlassen die Bank wieder, fühlen sich ein Stückchen dämlicher und freuen sich darüber, dass sie das meiste online erledigen können. Weswegen die Bank eine Filiale nach der anderen schließt. 

Samstag, 25. Juni 2016

Tjaden tappt (138)

Wer traurig ist, fühlt sich oft alleine.
Foto: Blick/Schweiz
Xhaka und kein Hurra

Gerade hat mich noch die Frage beschäftigt, warum Xhaka einen Elfmeter so weit daneben schießt wie das Gehäuse nicht einmal breit ist, da spielt ffn dieses Lied: "Dein Hurra in mein Gesicht/und alle Zweifel, alle Faxen werden lächerlich. Du gegen mein Verlorengehn/Deine Lässigkeit lässt mein Kaputt alt aussehn."

Da muss nicht einmal mehr die Fußball-Schweiz Trauer tragen. Sonst singt Bosse den Eidgenossen ins Verlierer-Ohr: "Mein Selbstmitleid kaust du wie Dessert/ und kippst drei Gläser Kummer hinterher." Wenn das noch nichts hilft, folgt: "...dann kommt Licht/in all mein Schwarz dein grellstes Blinken/Dein Hurra gegen das Versinken."

Alle anderen Spieler haben den Elfmeterball versenkt, für die galt: "Du ziehst meiner Scheißangst/mit deinem Schwung die Ohren lang." 

Was für ein herrlicher Text - nicht nur für alle Fußball-Lagen. Besonders stark: "In meiner Großbaustelle legst du Dynamit/und schwingst deine Abrissbirne." Das Absurde mit dem Kuriosen wuppen, ist eine hohe Kunst, die Bosse beherrscht: "Du jubelst Orkane in den dichten Staub/Trittst Türen ein, reißt Fenster auf." 

Warum eigentlich schimpfen wir auf Menschen, die wir nicht für ganz dicht halten? Hat Xhaka deswegen den Ball nicht ganz dicht am polnischen Tor vorbeigeschossen, sondern sehr weit? Nun sage bloß noch jemand, dass die Schweizer für Präzision bekannt sind.

Falls Sie das Bosse-Lied noch nicht kennen: hier klicken. Wer sich da nicht beflügelt fühlt, ist zu früh abgestürzt.

Anschau-bar

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