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Samstag, 16. November 2019

Tjaden tappt (432)

Lässt sich für Begegnungen auf
Burgdorfer Friedhöfen leicht öffnen. 
Mit tödlicher Sicherheit ins Grab

"Das ist er", hat sich wahrscheinlich die Angestellte der Tankstelle gedacht, die mich heute Nachmittag mit ihren Augen verfolgte, bis ich in mein Auto gestiegen war.  "Der will seine Eltern mit Volkmann möglichst schnell unter die Erde bringen." Denn ich hatte die "Neue Woche" mitgenommen. 

Zuhause entfaltete ich die mitgenommene Zeitung, vorsichtig näherte ich mich der Seite, die den Argwohn der Angestellten hervorgerufen haben könnte. Es war die Seite 13. Dort riet mir das Burgdorfer Bestattungsunternehmen Volkmann, bei der Beerdigung meiner Eltern für Gewissheit zu sorgen. Angeblich wünschen sich meine Eltern nichts mehr zu Weihnachten, als ihren vorsorglichen Tod. Oder muss das ihr vorgesorgtes Ableben heißen? 

Dass meine Eltern sich wirklich nichts sehnlicher wünschen, hielt ich auf Seite 12 plötzlich für möglich, denn die Stadt Burgdorf pries dort ihre Friedhöfe als "Ort der Begegnung" an. Bis zur Seniorenresidenz "Lindenhof" in Hämelerwald scheint sich das aber noch nicht herumgesprochen zu haben. Denn dort findet - vergleiche "Neue Woche", Seite 4 - am 30. November ein "lebhafter Adventsmarkt" statt. 

Mögen die Begegnungen auf den Friedhöfen von Burgdorf auch noch so geist(er)reich und die Werbesprechen von Volkmann noch so tödlich sein,gegen lebhafte Eltern hätte auch die Angestellte der Tankstelle wohl nichts.

Die Anzeige von Volkmann: "´Meine Eltern. Was wünschen die sich eigentlich?´ Sprechen Sie rechtzeitig mit Ihren Eltern über Bestattungswünsche. Mit Bestattungsvorsorge sorgen Sie für Gewissheit." 

Montag, 13. Mai 2019

Tjaden tappt (389)

Abitur geschafft und Freya hockt
neben mir. 
Doris Day und Freya

Ein Name-tausend Erinnerungen. Die US-Schauspielerin und -Sängerin Doris Day ist im Alter von 97 Jahren in Kalifornien im Kreise ihrer Familie und ihrer Freunde gestorben. 

Freya, das einzige Mädchen in unserer Klasse und ich der einzige Mitschüler, den Freya während des Unterrichts in einem Taschenspiegel beobachtete. Eines Tages steckte sie mir einen Zettel zu. "Ti amo" stand drauf. Den Zettel habe ich immer noch.

Wir lebten damals in einer Stadt, in der die Filme erst ins Kino kamen, wenn man sie beispielsweise in Hamburg schon lange wieder vergessen hatte. Ich lud sie in den Film "Mitternachtsspitzen" ein. Während der Vorstellung fand ich sie spannender als den Thriller. 

Nach dem Film blieben wir vor einem Friedhof stehen, der sich bis zur Straße erstreckte, wir beschlossen, niemals 30 zu werden. Sie gab mir den ersten Kuss. Doris Day ist tot, das Letzte, das ich von Freya gehört habe, ist: Sie ist Lehrerin in Bochum. Wider Erwarten ist auch sie über 30 geworden. 

Anschau-bar

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