Tjaden tappt (432)

Lässt sich für Begegnungen auf
Burgdorfer Friedhöfen leicht öffnen. 
Mit tödlicher Sicherheit ins Grab

"Das ist er", hat sich wahrscheinlich die Angestellte der Tankstelle gedacht, die mich heute Nachmittag mit ihren Augen verfolgte, bis ich in mein Auto gestiegen war.  "Der will seine Eltern mit Volkmann möglichst schnell unter die Erde bringen." Denn ich hatte die "Neue Woche" mitgenommen. 

Zuhause entfaltete ich die mitgenommene Zeitung, vorsichtig näherte ich mich der Seite, die den Argwohn der Angestellten hervorgerufen haben könnte. Es war die Seite 13. Dort riet mir das Burgdorfer Bestattungsunternehmen Volkmann, bei der Beerdigung meiner Eltern für Gewissheit zu sorgen. Angeblich wünschen sich meine Eltern nichts mehr zu Weihnachten, als ihren vorsorglichen Tod. Oder muss das ihr vorgesorgtes Ableben heißen? 

Dass meine Eltern sich wirklich nichts sehnlicher wünschen, hielt ich auf Seite 12 plötzlich für möglich, denn die Stadt Burgdorf pries dort ihre Friedhöfe als "Ort der Begegnung" an. Bis zur Seniorenresidenz "Lindenhof" in Hämelerwald scheint sich das aber noch nicht herumgesprochen zu haben. Denn dort findet - vergleiche "Neue Woche", Seite 4 - am 30. November ein "lebhafter Adventsmarkt" statt. 

Mögen die Begegnungen auf den Friedhöfen von Burgdorf auch noch so geist(er)reich und die Werbesprechen von Volkmann noch so tödlich sein,gegen lebhafte Eltern hätte auch die Angestellte der Tankstelle wohl nichts.

Die Anzeige von Volkmann: "´Meine Eltern. Was wünschen die sich eigentlich?´ Sprechen Sie rechtzeitig mit Ihren Eltern über Bestattungswünsche. Mit Bestattungsvorsorge sorgen Sie für Gewissheit." 

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