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Es werden Posts vom Mai, 2020 angezeigt.

Tjaden tappt (500)

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Wissenschaftler werfen sich "Bild" selbst zum Fraß vor

Viele Kinder und Eltern ersehnen einen normaleren Schulbetrieb, die Studie wirkte dagegen wie eine Mahnung. “Bild” kritisiert sie als “grob falsch”, woraufhin sich wieder die Wissenschaftler, die “Bild” zitiert, von dem Bericht distanzieren.

Von der Art der Berichterstattung würde auch ich mich distanzieren. Aber es ist auch schwer, zwischen berechtigter Kritik und dem, was dann medial daraus gemacht wird, zu trennen. Am Ende jedenfalls spielen die fünf Statistiker, Kollege Drosten und ich in einem Team, nämlich im Team Wissenschaft. Am Ende des Tages sind wir ein Stand, und wir werden auch am Ende zusammenstehen. Ich fühle mit ihm, das ist eine sehr unangenehme Situation, in der er sich befindet.

Sagt der Virologe Hendrik Streeck von der Bonner Universität  in einem Interview mit dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND)
Mit dieser "unangenehmen Situation" hätten aber alle Wissenschaftler, die sich mit dem Corona-V…

Corona-Virus (VI)

Wichtiger Beitrag „Qualitativ ist das Endergebnis dieser Studie robust“, so Drosten. Der Virologe legt jedem ans Herz diese Studie des Ifo-Institut für Wirtschaftsforschung und des Helmholtz-Zentrums für Infektionsforschung zu lesen. In der Studie wären viele Aspekte einberechnet und es entstünde ein sehr realistisches Bild. Dazu kämen die Wissenschaftler seiner Auffassung nach zu einem interessanten Schluss. „Es ist ein wichtiger Beitrag in der Wissenschaft“, lobt Drosten. In der Studie zeigen epidemiologischen und ökonomischen Simulationen verschiedene Szenarien. Das Ergebnis: Eine starke schnelle Lockerung würde der Wirtschaft schaden. Eine stufenweise Lockerung sei aus der wirtschaftlichen Perspektive und auch gesundheitspolitisch vorzuziehen. Die Wissenschaftler haben für ihre Simulation den Zeitraum bis zum Herbst 2021 gewählt. Bis dahin sei es auch es aus Sicht von Virologe Drosten wahrscheinlich, dass ein Corona-Impfstoff verfügbar sei. Merkur, 18. Mai 2020 
Von Europa begeistert

Di…

Tjaden tappt (498)

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Corona-Virus schlägt auch aufs Gehirn

Dieser Mann ist für Bulimie-Lernen-und was lernen wir daraus? Das Corona-Virus kann auch aufs Gehirn schlagen. Doch: Lassen wir diesen Mann, der Jochen Kraus heißt, 70 Jahre alt ist und Chef des Lehrerverbandes war, doch erst einmal zu Wort kommen: "Es gibt wissenschaftlich nachgewiesen einen eindeutigen Zusammenhang zwischen Unterrichtsvolumen und Lernleistung." Deshalb fordert er als Ausgleich für den Unterrichtsausfall während der Corona-Bewährungsprobe weniger Ferien, alle 14 Tage Samstags-Unterricht und mehr Frontalunterricht, um Zeit zu sparen. 

Mit Ritalin könnte das klappen. Diese Mode-Droge, die Bulimie-Lernen (man paukt für die Klausur, bringt sein Wissen zu Papier, hat man sein Wissen ausgekotzt, vergisst man es wieder) an Universitäten bereits möglich macht, könnte natürlich auch an Schulen verteilt werden. Empfehlenswert wäre sicherlich eine Frontalverabreichung (Mund auf, Ritalin in den Mund schütten, runterschlucken). Die Fe…

Tjaden tappt (497)

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Die Medien- und Politiker-Meute

Die Medien flippen aus. In einem ostfriesischen Gasthaus haben sich Gäste mit dem Corona-Virus angesteckt. Den Wirt grillt man bereits auf dem elektrischen Stuhl der Meinungsmache. Der Wirt hat die Facebook-Seiten seines Lokals abgemeldet, über seine Hinrichtung darf er sowieso nicht mehr selbst berichten. Das Corona-Virus gehört schließlich den Medien und nicht einem Wirt, der jede Schuld bestreitet.  

Zur Gästeschar hat ein Arzt gehört, der meinte, ihn hätte die Grippe erwischt. Grippe ist für die Medien doch schon lange keine Krankheit mehr.  Was für ein Glück: War gar keine Grippe, war Covid-19. Da darf ein Wirt natürlich nicht mehr bis 20 zählen, die Medien sind schon bei drei auf der Palme. 

Politiker flippen aus. Der Ministerpräsident eines Bundeslandes, in dem es täglich 12 Neuinfektionen gibt, will ab dem 6. Juni nur noch regional reagieren und die Corona-Regeln außer Kraft setzen. Nun fallen sie alle über ihn her, niemand hält mehr Abstand von ma…

Tjaden tappt (493)

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Wo kann man die schönsten Masken finden?

9. Mai 2020. Die Stoffmasken, die laut MSTO-Verordnung der niedersächsischen Landesregierung das Corona-Virus beim Husten, Sprechen und Niesen bremsen können, werden nun selbst flügge und fliegen dem Virus davon. 

Erst liegen sie friedlich in Fahrradkörben und warten auf den Frühlingswind. Wie angeblich das Virus Aerosole, nutzen die Masken den Wind bei erstbester Gelegenheit und erheben sich in die Lüfte. Nach einigen Metern (ersten wissenschaftlichen Untersuchungen zufolge fliegen sie weiter als das Corona-Virus) flattern sie anmutig zu Boden und verzieren Wegesränder und Grünflächen. Dort werden sie von mir bei meinen Radtouren aufgelesen, im Fahrradkorb an Fluchtversuchen gehindert und zu Hause sogleich gewaschen. 

Besonders gern scheinen die Stoffmasken neben dem Radweg zwischen der Burgdorfer Weststadt und Schillerslage zu landen, auch den Radweg zwischen Kleinburgwedel und Wettmar scheinen sie zu mögen. Einer Stoffmaske muss ich allerdings …

Tjaden tappt (496)

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Dem Surrealismus einen Sinn verleihen

Die Corona-Bewährungsprobe bekommt allmählich etwas Surreales. Man schaltet das Radio ein, immer noch beginnt jede Nachricht mit "Corona-Krise", an diesem Freitag will auch die CSU die deutsche Wirtschaft retten, die Masken, die es in Deutschland inzwischen angeblich in Hülle und Fülle gibt, können nicht verteilt werden, weil sie nicht schnell genug auf ihre Verlässlichkeit geprüft werden können, da es aber in Deutschland nicht Hunderttausende, sondern rund 13 000 Corona-Infizierte gibt, kommt es auf Schnelligkeit wohl nicht mehr an. Immerhin ist der BER so pünktlich fertig geworden, dass mit stockendem Flugverkehr wegen schadhafter Masken nicht mehr gerechnet werden muss.

Doch an diesem Freitag will nicht nur die CSU etwas tun, Verschwörungstheoretiker wollen das auch. Sie wollen sich wieder unter die Leute mischen, die gegen die Corona-Maßnahmen protestieren. Damit man sie auch erkennt, werden sie neuerdings in jeder Talkshow vorgestellt…

Tjaden tappt (495)

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Einer wird genesen

Nun wird der Christian wütend. Da hat er wochenlang in Talk-Shows erklärt, was er alles über das Corona-Virus nicht weiß und nun zweifeln Professoren aus anderen Fachbereichen auch noch an seinem Wissen und stellen eigene Thesen auf ähnlicher Wissensbasis auf. Das würde er sich nie trauen, sagt der Christian. Über Bakterien beispielsweise wisse er gar nichts. Deswegen rede er auch nicht über sie.

Von Tigern versteht der Christian wahrscheinlich auch nicht viel. Trotzdem redet er seit Donnerstag über sie. Was derzeit geschehe, sei wie ein "Tanz mit einem Tiger", sagt der Christian. Meines Wissens würde solch ein Tanz tödlich enden - und zwar nicht für den Tiger. Ich verstehe zwar nicht viel vom Tanzen, aber meine Vermutung scheint mir nicht völlig unbegründet zu sein. 

Nicht wütend wird der Christian auf den SPD-Gesundheitsexperten Karl, der genauso oft in Talkshows auftaucht wie der Christian. Was der sage, sei richtig. Dass niemand in diesem Sommer im Auslan…

Corona-Virus (V)

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Heinsberg-4. Mai 2020. Laut Heinsberg-Studie gibt es in Deutschland bereits 1,8 Millionen Corona-Infizierte. Registriert worden sind 166 000 Fälle mit 126 000 Genesenen und 6866 Todesfällen. 

Dazu der WDR:

Die auffälligsten Krankheitssymptome bei Coronainfektionen in Gangelt waren laut Studienleiter Streeck der Verlust von Geruchs- und Geschmackssinn. Jeder fünfte Infizierte zeigte allerdings überhaupt keine Symptome. Die Bonner Forscher weisen deshalb auf die Wichtigkeit von Abstands- und Hygieneregeln hin: "Jeder vermeintlich Gesunde" könne das Virus in sich tragen.

In den untersuchten Mehrpersonen-Haushalten war laut der Studie das Risiko für die Ansteckung einer weiteren Person allerdings überraschend gering. Die Infektionsraten bei Kindern, Erwachsenen mittleren Alters und älteren Menschen sind ähnlich hoch. "Die Infektionsraten sind bei Kindern, Erwachsenen und Älteren sehr ähnlich und hängen offenbar nicht vom Alter ab", sagt Streeck. Das hatte bereits eine vor…

Tjaden tappt (494)

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Wie der Fall der Mauer

If love is a danger, should we avoid it?

Oder hätte man lieber den Zaun vermeiden sollen, der am 17. März zwischen Konstanz und Kreuzlingen errichtet worden ist?

It was a rainy day today
Sky stayed grey
A lonely day, lonely day

Paare stehen sich gegenüber, durch zwei Zäune getrennt, einer steht auf der deutschen, der andere auf der Schweizer Seite. Sie werden beobachtet, damit niemand die Republikflucht antritt. Liebespaare beklagen sich über "psychische Folter". 


It will be a lovely night
Sunshine in my heart
...
Drive me crazy Gestern sind sich diese Paare wieder um den Hals gefallen, es wurde gefeiert, getrunken, gekuschelt. Im Fernsehen der Schweiz verglich ein junger Mann diesen Abend zwischen Konstanz und Kreuzberg sogar mit dem Mauerfall in Berlin. "So ein Gefühl muss das gewesen sein", sagte er.  Vielleicht ist das der Sinn dieses Zaunes gewesen? Die Schweiz und Deutschland wollten an den Mauerbau und zwei Monate später an den Mauerfall erinnern.…

Tjaden tappt (495)

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Der Namenstag von Corona und die herkömmlichen Medien

An Tagen wie diesen wirken die Anbiederungsversuche der herkömmlichen Medien fast schon peinlich. Jede Zeitung will inzwischen eine "sichere Informationsquelle" sein, auf die während der Corona-Bewährungsprobe niemand verzichten kann. Sogar in Kommentaren, die mit den gescholtenen sozialen Medien gar nichts zu tun haben, werden die sozialen Medien gescholten.  Die sorgen angeblich für Verwirrung. 

Gar nicht nötig, muss man da sagen. Inzwischen jagen die herkömmlichen Medien jedem, der das Wort "Corona" fehlerfrei über die Lippen bekommt, Stellungnahmen ab. Hände waschen ist inzwischen angeblich nicht mehr so wichtig, Abstand halten und Masken tragen sind es aber noch. Die Corona-Maßnahmen werden zur Gefahr erklärt, sind vielleicht aber doch nicht gefährlich. Im Zweifelsfalle schreddert man morgen, was man heute noch nicht schreddern will. 

Was anfangs noch einfach geklungen hat, ist mittlerweile so unübersichtlich,…