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Sonntag, 27. Dezember 2020

Tjaden tappt (572)

Ein kleiner Pieks für
Gertrud Haase. 

Nach dem Pieks ins Stadion?

Ein kleiner Pieks für eine 101-Jährige aus einem Berliner Seniorenheim, ein großer Stich für Bundesgesundheitsminister Jens Spahn. Aber: Darf Gertrud Haase am 9. Januar auch in die Alte Försterei, wenn die "Eisernen" gegen Wolfsburg spielen? Das spricht dafür: Die Spiele der Elf von Urs Fischer sind dermaßen anregend, dass sie auch eine 101-Jährige fit halten können. Auch das spricht dafür: In der Alten Försterei werden sogar haushohe Favoriten wie jüngst Borussia Dortmund eingesargt, aber keine 101-Jährigen. Als Drittes spricht dafür: Urs Fischer ist Schweizer. 

Während sich Bundesinnenminister Horst Seehofer noch gegen eine bevorzugte Behandlung der 101-Jährigen ausspricht, ist das Schweizer Bundesamt für Justiz und das Schweizer Bundesamt für Gesundheit dafür. Laut "Blick" meint die Rechtsanwältin Ingrid Ryser im Namen dieser beiden Bundesämter: "Grundsätzlich ist es nicht ausgeschlossen, geimpfte und nicht geimpfte Personen rechtlich anders zu behandeln." Denn: Was private Veranstalter und Privatleute miteinander vereinbaren, sei deren Sache. 

Was in der Schweiz möglich ist, dürfte bei einem Verein, der mit Erfolg einen Schweizer beschäftigt, durchaus ebenfalls möglich sein.  


Sonntag, 1. November 2020

Tjaden tappt (556)

Stephan Russ-
Mohl kennt sich
mit Medien aus.
Foto: Wikipedia

Und täglich grüßt das Corona-Virus

Bei mir springt nie morgens um 6 Uhr der Radiowecker an, ich stehe immer erst auf, wenn ich wach bin. Auf mich wartet auch kein Murmeltier, sondern das Corona-Virus, sobald ich zur Nachrichten-Zeit das Radio einschalte, im Supermarkt die Schlagzeilen der Zeitungen lese oder mich versehentlich in eine Talkshow zappe. Deswegen drehe ich immer häufiger dem Nachrichtensprecher oder der Nachrichtensprecherin den Ton ab, kaufe Zeitungen nur noch, wenn zumindest auf der Titelseite nichts über Corona steht und meide jede Talkshow.

"Es ist nicht gut, wenn Corona den Blick auf alles andere verdrängt. Es gibt übrigens inzwischen auch - vermutlich sogar zunehmend - News-Verweigerer", scheint mich der Medienwissenschaftler Stephan Russ-Mohl zu kennen. Der 70-Jährige ist Autor mehrerer Bücher über Journalismus und lehrt an der Universität Lugano, von 1985 bis 2001 war er Publizistik-Professor an der Freien Universität Berlin. In der heutigen Ausgabe hat die "Berliner Morgenpost" ein Interview mit ihm veröffentlicht. 

Worum es den Medien bei der Corona-Berichterstattung in erster Linie geht, machen diese Einlassungen des Redakteurs Manfred Lachniet deutlich: "Die hohen Klickzahlen machen deutlich, dass die Geschichten sehr oft gelesen werden...", "Es ist doch gut, dass die Menschen während der Pandemie wieder stärker Tageszeitungen lesen...", "Gleichwohl registrieren wir Medien, dass die Nachfrage nach Corona-Berichterstattung groß ist. Dann muss man auch liefern".

Eigentlich dient ein Interview nicht dazu, dass man erfährt, was der Redakteur meint, gefragt sein sollte die Meinung des Interviewpartners, die dieser frei äußern darf. Das macht der Professor trotz aller Versuche, seine Äußerungen zu beeinflussen. Dafür fängt er sich diese Schlussfrage ein: "Wie kommen Sie damit klar, dass Ihre Medienkritik nun von ganz Rechts - wie jetzt von der AfD im Bundestag - oder Corona-Leugnern geteilt wird?"

Im Sportteil der "Berliner Morgenpost" heißt es, dass Union Berlin morgen Abend "mit Hoffnung" in Hoffenheim antreten kann. Schreibt der Redakteur Michael Färber. Wie käme er damit zurecht, wenn auch AfD-Anhängerinnen und AfD-Anhänger diese Hoffnung teilten?

 


Donnerstag, 1. November 2018

Tjaden tappt (340)

Um dieses Transparent geht es. 
Denkt man bei der HAZ auch nicht mehr nach?

Gibt es bei der "Hannoverschen Allgemeinen Zeitung" (HAZ) auch schon Journalisten, die nicht mehr nachdenken? Den Verdacht muss man haben. Auf Seite 13 veröffentlicht diese Lokalzeitung ein vierspaltiges Foto vom DFB-Pokalspiel Borussia Dortmund gegen Union Berlin. Zu sehen sind auf diesem Bild zwei "Eiserne", ein paar 100 Pyro-Idioten, die ein Transparent hochhalten. Auf dem steht: "Dann kommt, ihr Hunde!" Darüber fliegt der Ball. Die Bildunterschrift lautet "Pyroärger in Dortmund: BVB-Fans zeigten im Pokalspiel gegen Union auch kritische, an die Polizei gerichtete, Plakate."

Wenn Polizisten als Hunde bezeichnet werden, die sich von Schlägern verprügeln lassen sollen, dann ist das Kritik? Und morgen beklagt die "HAZ" wieder die Verrohung der Sprache in Zeiten von Donald Trump? Das dürfte man dann wohl Heuchelei nennen.

Ich jedenfalls kaufe diese Zeitung erst wieder, wenn sie sich für diese Entgleisung entschuldigt hat. Mit der Behauptung, es handele sich lediglich um Kritik, kommt ihr bei mir nicht durch. 

Mittwoch, 22. März 2017

Tjaden tappt (198)

Krötenpaar auf dem Weg in die
"Alte Försterei"
Gefunden auf den Seiten
von Korntal-Münchingen. 
Krötenwanderung auch kein Problem für Union Berlin

Der Kapitän sagt: "Wir sind jetzt Spitzenreiter. Wir wollen das verteidigen." Die "Eisernen" stürmen von Erfolg zu Erfolg, auch mit einer Krötenwanderung durch das Stadion werden sie fertig. Vor dem Spiel gegen Nürnberg hat sogar ein Krötenpaar Interesse an Union Berlin gezeigt, möglicher Grund: Die Keller-Kinder haben nach der Winterpause 22 von 24 möglichen Punkten geholt. Der Trainer weiß, wie man so was macht.

Das Kröten-Paar durfte das Spiel leider nicht sehen, es ist vor dem Anpfiff aus dem Strafraum getragen worden, berichtet heute die "Berliner Zeitung" und lässt auch Hannover 96 Kröten zukommen. Jens Keller geht davon aus, dass seine Mannschaft am 1. April befreiter aufspielen kann als die "Roten", die unter Druck stünden.

Der auch von den Medien gemacht worden ist. Besonders druckvoll war "Bild"-Reporter Lars Beike, der gestern noch einmal bewies, dass er besser seit Monaten geschwiegen hätte. In seinem Kommentar "Schwerer Anfängerfehler" übte er nicht etwa Selbstkritik, sondern krachte gegen den Baum der mangelnden Erkenntnis. Vorher schrieb er noch: "Daniel Stendel war als Profi-Trainer ein Anfänger und ist es noch. Aber er sollte den hochgetunten 96-Kader mit Vollgas in die Bundesliga steuern. Das konnte nicht gut gehen. Oder würden sie einem Führerschein-Neuling einen 400 PS-Porsche hinstellen?"

Hinstellen schon, würde ich sagen, und Lars Beike würde ich in keiner Redaktion einen Computer hinstellen. Das ist sogar mehr als ein Anfänger-Fehler. Beweist er auch mit seiner Schlussfolgerung: "Jetzt übernimmt André Breitenreiter eine ziemlich verbeulte 96-Karre. Er muss schnell Vollgas geben - sonst haben die Roten in neun Wochen einen Totalschaden."

Union Berlin vergleicht dieser "Bild"-Sportreporter übrigens mit einem Fiesta. Die Kröten in der "Alten Försterei" wissen das offensichtlich zu schätzen, außerdem schätze ich, dass der Siegtorschütze gegen Nürnberg, Philipp Hosiner, nicht aus der Kurve fliegt, wenn er mit seiner Elf den Gang einlegt, kuppelt und ohne Bleifuß die Fahrt fortsetzt: "Wir haben überhaupt nichts zu verlieren. Wir haben eine unglaubliche Serie in der Rückrunde. Die wollen wir einfach fortsetzen." Das ist kein April-Scherz...

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