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Es werden Posts vom Oktober, 2016 angezeigt.

Tjaden tappt (175)

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Bald zwei Welten?

Vanessa Arnold, Mitgründerin eines Bremer Startup-Unternehmens, kommt bei einem Autounfall ums Leben. Den Bremer Kommissaren Inga Lürsen und Stedefreund stellt sich schnell die Frage, ob es wirklich ein Unfall war – Indizien lassen Zweifel aufkommen, mögliche Täter und Motive gäbe es: Gemeinsam mit drei Freunden hat Vanessa Arnold viele Jahre in die Entwicklung eines digitalen Assistenten investiert, der kurz vor der Produkteinführung steht. Diese Innovation könnte die Jungunternehmer reich und erfolgreich machen …

Programmankündigung, Tatort "Echolot" aus Bremen

Der kleine Mann wieselte zwischen Bildschirm und Wohnzimmertisch hin und her. Seine Handgriffe saßen. Er arbeitete ruhig und präzise.

"So", verkündete er endlich. "Jetzt müsste es funktionieren."

Der Mann fischte die Fernsteuerung vom Tisch und stellte sich vor den Bildschirm.

Heinz-Peter Tjaden, "Mord per Tastendruck", erschienen 1988 im Kurzgeschichtenband "Tod den Sc…

Tjaden tappt (174)

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Bei manchen Themen die Nase vorn

"Wo haben Sie das denn gelesen?" "Beim Tjaden." "Wann?" "Vor einigen Jahren."

Finden solche Gespräche demnächst noch häufiger statt?

Bei manchen Themen habe ich die Nase vorn. Vor 20 Jahren sorgte ich für Wirbel mit meiner Kritik an der Neuapostolischen Kirche, für die nicht einmal die Evangelische Zentralstelle für Weltanschauungsfragen Verständnis hatte: "Die sind doch harmlos." 

Waren sie aber nicht. Das bewiesen sie mit Dutzenden Strafanträgen gegen meine Veröffentlichungen und mit unglaublichen Märchen, die über mich erzählt wurden. Inzwischen hat in dieser Glaubensgemeinschaft ein Umdenken stattgefunden, weg von der totalen Abschottung, hin zu mehr Zusammenarbeit mit anderen Glaubensgemeinschaften. Nur mit einigen Entschuldigungen hapert es noch. Zum Beispiel bei den Juden,von denen während des Hitlerfaschismus viele an die Gestapo verraten worden sind.

Wie gefährlich "Deo-Schnuppern" ist, be…

Tjaden tappt (173)

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Betrug leicht gemacht?

Wie läuft eigentlich so ein Bankgespräch ab, wenn eine Rentnerin oder ein Rentner auftaucht und eine große Summe vom Konto abheben will? Wird da gefragt, wofür das Geld verwendet werden soll?

Fast schon täglich liest man derzeit Polizeiberichte über Anruferinnen und Anrufer, die sich gegenüber älteren Leuten als Verwandte in Geldnot ausgeben. Jetzt ist ein Rentner aus Ronnenberg hereingelegt worden. Vorgestern eine Rentnerin aus Burgdorf. Immer geht es um Beute in vierstelliger Höhe.

Wissen Bankangestellte das nicht? Scheuen Sie sich vor Fragen nach den Gründen für überraschende Besuche von Rentnerinnen und Rentnern, die praktisch Knall auf Fall in die Falle von Betrügern laufen? Könnten viele dieser Fälle nicht verhindert werden, wenn es zum Service einer Bank gehören würde, dass man auch einmal einen älteren Menschen beiseite nimmt, der nach solch einem Anruf wohl kaum seelenruhig wirkt?

Das frage ich mich jedes Mal, wenn ich lesen muss, dass so mancher Gauner und…

Sonder-Bar

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Tjaden tappt (172)

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Gedanken über die Reichsbürger

Wolfgang P., ehemals Besitzer einer Kampfschule, erschießt bei Nürnberg einen Polizisten. Jetzt wird in Bayern gegen Polizeibeamte ermittelt. Ein Ausbilder ist bereits suspendiert worden. Mörder und suspendierter Polizist haben eine Gemeinsamkeit: Sie sind Anhänger der Reichsbürgerbewegung. 

Diese Bewegung erkennt die Bundesrepublik Deutschland nicht an, sie ignoriert jedes Gesetz, maßt sich sogar eigene hoheitliche Befugnisse an. Und breitet sich aus wie ein Flächenbrand. Inzwischen warnt sogar der niedersächsische Innenminister öffentlich vor dieser gar nicht so neuen politischen Seuche. Doch vor dem Mord bei Nürnberg ist sie auch in den Medien kaum vorgekommen.

Aber bei Facebook. Das beobachte ich schon seit langer Zeit. Sie picken sich auch Opfer von Jugendämtern heraus und bieten Hilfe an. Ich weiß nicht, ob Salafisten bei der Radikalisierung von Muslimen erfolgreicher sind als Jugendämter bei der Radikalisierung von verzweifelten Eltern. Das müsste wo…

Tjaden tappt (171)

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Der Ratsherr, der nicht immer erfolgreich ist

Auch der Burgdorfer SPD-Ratsherr Hans-Dieter Morich ist nicht immer erfolgreich. Als 1994 der Buß- und Bettag abgeschafft wurde, kam er wutentbrannt mit einem Leserbrief zu mir in die "Neue Woche"-Redaktion. Handschriftlich versicherte er, er werde alles dafür tun, dass die Abschaffung dieses Feiertages wieder rückgängig gemacht wird. Damit ist er gescheitert.

Nicht gescheitert ist Morich dagegen bei den Kommunalwahlen, obwohl er von einem hinteren Listenplatz aus startete. In jeder freien Minute lief er durch die Stadt, klapperte die Supermärkte und andere Treffpunkte ab, in der einen Hand einen Beutel mit roten Kugelschreibern, in der anderen einen Beutel mit Chips für Einkaufswagen. Außerdem hatte er einen Notizblock dabei, was er bei seinen Gesprächen hörte, schrieb er auf. Werbung für sich machte er zudem mit einem Flyer, in dem seine politischen Ziele mit Herzen verziert waren.

Von den üblichen Wahlkampfmethoden hielt Hans-Die…

Tjaden tappt (170)

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Latent-latenter-am latentesten?

Haben Sie das gestern auch gehört oder gelesen? Bei Radio Antenne gab es diese Meldung stündlich in den Nachrichten. Diese hier stammt aus der Online-Ausgabe der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung":

"Die deutschen Jugendämter prüfen immer häufiger, ob das Wohl eines Kindes in Gefahr ist. Wie das Statistische Bundesamt am Dienstag in Wiesbaden mitteilte, gab es im vergangenen Jahr rund 129.000 solcher Verfahren. Das entspricht einem Zuwachs von rund vier Prozent gegenüber dem Vorjahr. Von allen im Jahr 2015 eingeleiteten Verfahren bewerteten die Behörden rund 20.800 als akut. Das ist ein Anstieg gegenüber 2014 um 11,7 Prozent. Bei knapp 24.200 Verfahren erkannten die Jugendämter eine latente Kindeswohlgefährdung. In rund 43.200 Fällen lag diese nicht vor, es bestand aber Hilfe- und Unterstützungsbedarf. Dem gegenüber stehen rund 41.300 Fälle, in denen weder Gefährdung noch Hilfebedarf festgestellt wurden."

Vor acht Jahren hätte ich diese M…