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Samstag, 6. Mai 2017

Tjaden tappt (210)

So sieht die Sonne aus. Gibt es auch ohne Sonnenbrille.
Vor sieben Jahren hat Radio Antenne diesen Beitrag von mir ausgestrahlt, den ich hiermit wiederhole: 

So weit,

lieber Petrus,

ist es gekommen. Mein Hund schult auf Seehund um. Besucht einen Kursus an der Volkshochschule (VHS). Lässt sich mit dem Taxi hinfahren, weil es ohne Unterlass regnet. Mal weniger - meistens mehr. Die Taxifahrten gehen ins Geld. Sollte ich mich weigern, die trockene Anreise zu finanzieren, droht Mike - so heißt mein Hund - mit der Einschaltung des Tierschutzvereins.

Wie man meine Toilette benutzt, hat mein Hund inzwischen gelernt. Manchmal rutscht Mike noch mit dieser oder jener Pfote von der Toilettenbrille ab, aber von Regentag zu Regentag sinkt seine Unfallrate. Gehe ich zur Wohnungstür, versteckt sich Mike hinter Sofakissen. Er will nicht mehr raus. Dort trifft man auch kaum noch Hundedamen. Und wenn, dann schnüffeln sie nicht, sie treiben von Pfütze zu Pfütze an einem vorbei.

Lieber Petrus, wir schreiben den 15. März 2010. Ist Frühling. Eigentlich. In Deutschland gibt es vier Jahreszeiten. Früher. Hast du die Jahreszeiten verlegt, wie ältere Menschen hin und wieder ihre Brille verlegen und nach zwei Stunden feststellen: Sie sitzt auf der Nase?

Sollen wir uns einen jüngeren Wettergott suchen, der sich noch auskennt mit Winter (Schnee, Frost), Frühling (Blumen, Sonne), Sommer (Strand, Schweiß auf der Stirn) und Herbst (Bunte Blätter, Ernte)? Oder müssen wir wie 1985 die "Bild"-Zeitung einschalten, damit du per Schlagzeile "Petrus spinnt" daran erinnert wirst, was ein Wettergott zu tun und was er zu lassen hat?

Wenn wir dir einen Klempner schicken sollen, damit der den Wasserhahn repariert, dann sag Bescheid. Aber schnell.


"Tjaden tappt" auch durch dieses e-book

Sonntag, 12. Oktober 2014

Tjaden tappt (XVII)

Aus MET-Specht eine Meise machen

Ich erinnere mich noch gut an eine Märchenplatte aus meinen Kindertagen. Auf der sang jemand "Du hast ganz Recht, ich bin der Specht, mach klopf, klopf, klopf, ich armer Tropf". Gleichsam hinter meinem Rücken entwickelte sich aus diesen Liedzeilen eine Theorie, die im neuen Programmheft der Volkshochschule des Ostkreises Hannover ihre Niederschrift gefunden hat: "Wie können wir die Gedankenkraft nutzen und aus Gedankenfallen aussteigen? Der Vortrag stellt eine geeignete Technik vor, die Klopftechnik Meridian Energie Technik (MET), bei der Akupunkturpunkte leicht berührt werden."

Was sich so leicht anhört, ist auch einfach. Meridiane gibt es nämlich nicht - und was es nicht gibt, kann man auch leicht wegklopfen. Behauptet auch der Sozialpädagoge Ruthard Stachowske aus Lüneburg. Hier klicken Der verbreitet diesen Unfug nicht an der Volkshochschule des Ostkreises von Hannover, sondern an den Volkshochschulen von Lüneburg und Bremen, denn jede Volkshochschule lässt inzwischen ihr esoterisches Band flattern durch die abergläubischen Lüfte.

In der Bergstraße 4 zu Burgdorf wird dieser Humbug am 15. Januar von 19 bis 21 Uhr verkündet. Für 12 Euro klopft Isa Bredemeier. Bis jeder selbst klopfen kann. Auch diese Behauptung findet ihre Niederschrift im Programmheft der Volkshochschule des Ostkreises Hannover: "Angst, Wut und Trauer können dauerhaft überwunden werden. MET kann kraftvoll im Coaching, in Beratung und Sucht- und Traumatherapie eingesetzt werden, aber auch in einer einfachen Form in der Selbsthilfe!"

Anschließend singen die MET-Gelehrten: "Du hast ganz Recht, ich bin der Specht, mach klopf, klopf, klopf, ich armer Tropf". Und schon haben sie eine Meise... 

Anschau-bar

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