Sonntag, 12. Oktober 2014

Tjaden tappt (XVII)

Aus MET-Specht eine Meise machen

Ich erinnere mich noch gut an eine Märchenplatte aus meinen Kindertagen. Auf der sang jemand "Du hast ganz Recht, ich bin der Specht, mach klopf, klopf, klopf, ich armer Tropf". Gleichsam hinter meinem Rücken entwickelte sich aus diesen Liedzeilen eine Theorie, die im neuen Programmheft der Volkshochschule des Ostkreises Hannover ihre Niederschrift gefunden hat: "Wie können wir die Gedankenkraft nutzen und aus Gedankenfallen aussteigen? Der Vortrag stellt eine geeignete Technik vor, die Klopftechnik Meridian Energie Technik (MET), bei der Akupunkturpunkte leicht berührt werden."

Was sich so leicht anhört, ist auch einfach. Meridiane gibt es nämlich nicht - und was es nicht gibt, kann man auch leicht wegklopfen. Behauptet auch der Sozialpädagoge Ruthard Stachowske aus Lüneburg. Hier klicken Der verbreitet diesen Unfug nicht an der Volkshochschule des Ostkreises von Hannover, sondern an den Volkshochschulen von Lüneburg und Bremen, denn jede Volkshochschule lässt inzwischen ihr esoterisches Band flattern durch die abergläubischen Lüfte.

In der Bergstraße 4 zu Burgdorf wird dieser Humbug am 15. Januar von 19 bis 21 Uhr verkündet. Für 12 Euro klopft Isa Bredemeier. Bis jeder selbst klopfen kann. Auch diese Behauptung findet ihre Niederschrift im Programmheft der Volkshochschule des Ostkreises Hannover: "Angst, Wut und Trauer können dauerhaft überwunden werden. MET kann kraftvoll im Coaching, in Beratung und Sucht- und Traumatherapie eingesetzt werden, aber auch in einer einfachen Form in der Selbsthilfe!"

Anschließend singen die MET-Gelehrten: "Du hast ganz Recht, ich bin der Specht, mach klopf, klopf, klopf, ich armer Tropf". Und schon haben sie eine Meise... 

Kommentare:

  1. wenn aus weiterbildung selbstverarschung wird...esoterik breitet sich an volkshochschulen aus wie eine seuche. und wir steuerzahler finanzieren das mit...

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  2. endlich einmal jeamnd, der diesen unfug unfug nennt. die zeitungen begnügen sich mit ankündigungen solcher veranstaltungen - das soll qualitätsjournalismus sein?

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