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Es werden Posts vom März, 2014 angezeigt.

Tjaden tappt (VII)

Der Kleine und das Smarties-Phone

Da sitzt der Kleine in seinem Zimmerchen, die Lego-Steine sind alle kaputt, aus dem Haus kommt er nicht, die Schlaglöcher in Wilhelmshaven sind viel zu tief, Mami ist nicht da und Papi schon lange verschwunden, wie nur sollte der Kleine seine Zeit verbringen, wenn Mami nicht ihr Smarties-Phone vergessen hätte? Die Tasten sind so schön blau, gelb und rot, Farben unterscheiden kann der Kleine, sinnvolle von sinnloser Freizeitgestaltung unterscheiden kann er nicht. Dazu wohnt er schon zu lange in Wilhelmshaven.

Ich kenne die Stadt. Ich bin dort geboren. Und ich sage Ihnen, da kann man was erleben. Nur dieser Kleine nicht. Der muss sich das Leben von anderen leihen. Wie er sich das Smarties-Phone von seiner Mami geliehen hat. Mit dem verschickt er Buchstaben. Die ergeben manchmal Wörter. Wenn der Kleine wieder einmal ein Wort geschafft hat, brabbelt er vor sich hin: "Kommentar für Tjaden." Dann weint er: "Der wohnt nicht mehr in Wilhelmshav…

Tjaden tappt (VI)

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Der Junge und die Ostereier

"Wo", eilt die Mutter durch die Regalgänge, "ist mein", erreicht die Mutter die Kasse, "Sohn", der draußen vor dem Citipost-Briefkasten sitzt, die bunten Ostereier "aus Bodenhaltung" auf den Asphalt gelegt hat, "geblieben, hat jemand meinen Sohn gesehen?", der sich jedes Ei genau anschaut, bevor er die Schale aufschlägt und die bunten Splitter in seiner linken Hand sammelt, "warum hilft mir denn niemand?", ruft die Mutter die Schlange entlang, bis sie den Ausgang erreicht, wo ihr Sohn gerade die Klappe des Briefkastens öffnet.

"Was machst du denn da?", fragt die Mutter. Der Junge steckt seine Hand in den Briefkastenschlitz und öffnet sie. "Ich schicke die Verpackung an den Osterhasen zurück."

Tjaden tappt (V)

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Ehemaliger CDU-Ratsherr Paul Rohde und das betreute Verleumden

Der Mann ist inzwischen so alt, dass man von betreutem Verleumden sprechen muss.

Ein Pastor aus Burgdorf schwärzt 2011 einen Bürger an. Das macht er gleich zweimal. Die Briefe sind an Bürgermeister Alfred Baxmann gerichtet. Die Schreiben verschwinden aus den Akten der Stadt. Der Pastor verweigert die Abgabe einer eidesstattlichen Versicherung. Deswegen will Rohde den Pastor weiter der Lüge und der Urkundenfälschung bezichtigen. Auf seinen Internet-Seiten behauptet der ehemalige CDU-Ratsherr seit dem 1. März 2014 einen "unglaublichen Skandal". Der angeblich angeschwärzte Bürger ist offenbar Rohde.

Dieser Mann ist schon immer ein Rufmörder gewesen - und zwar einer der übelsten Sorte. Als Lokalredakteur in Burgdorf habe ich Rohdes Methoden häufiger hautnah erlebt. Wie dieser ehemalige freie Mitarbeiter des "Burgdorfer Kreisblattes", Gründer der Wochenzeitung "Neue Woche" und Macher der "Burgd…

Kennt der Jagdterrier

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Conchita, die Millionen erbt

Heute Vormittag habe ich vor dem "Burgwedeler Dorfbackhaus" gesessen. Ich schlug meine Pfoten übereinander und die "Neue Woche" auf Seite 13 auf. Schon las ich auf der "Fell, Federn & Co."-Sonderseite: "Immer wieder ist in den Medien zu lesen ´Chihuahua-Hündchen Conchita erbt drei Millionen Dollar´." Und das täglich. So macht Conchita im Jahr 730 Millionen Dollar, in einem Schaltjahr sogar noch drei Millionen Dollar mehr. Die sie - wie Uli Hoeneß - nicht versteuert. Dieses Hündchen zeigt sich trotzdem nicht alle zehn Jahre selbst an, ist deshalb vor einigen Jahren Maskottchen des FC Bayern München geworden und soll demnachst in Ulihuahua-Hündchen umgetauft werden.

Der Uli wandert demnächst ins Gefängnis, Conchita nie, denn die ist eigentlich eine Waschmaschine, genauer geschrieben: eine Geld-Waschmaschine. Steht ebenfalls in der "Neuen Woche" - und zwar so: "Rechtlich gesehen gehören Tiere nicht zu…

Tjaden tappt (IV)

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Zerstreutes Wohnen nun auch öffentlich

Man kann seinen Hund vor dem Supermarkt vergessen, man kann sich morgens fragen, was für eine Frau neben einem im Bett liegt, man kann ungestört die "Senioren-Bravo" lesen: Zerstreutes Wohnen ist besser als betreutes Wohnen. Das wissen bereits viele über 70-Jährige, die meinen Ratgeber gelesen haben.

Seit heute steht dieses einzigartige Werk im öffentlichen Bücherschrank der Stadt Burgdorf. Wer zuerst kommt, liest zuerst. Wenn er den Weg nach Hause findet.
Sollte dieses Buch bereits weg gegriffen worden sein: Der Uli hat in der Nähe eine Buchhandlung. Steht "Wegeners" drüber...Einfach einen unter 70-Jährigen nach dem Weg fragen. 
Weitere Informationen über diesen Ratgeber Weitere Informationen über den Bücherschrank

Tjaden tappt (III)

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Er klappt auf, er klappt zu: Kein Schrank in Burgdorf wird so oft geöffnet und wieder geschlossen wie dieser. Er steht neben Aldi in der Marktstraße. Er ist ein öffentlicher Bücherschrank. Jemand stellt Bücher hinein, ein anderer nimmt Bücher heraus. Das klappt nach knapp zwei Wochen bereits vorzüglich.

Ich habe es getestet: Vorigen Dienstag vergrößerte ich den Bücherbestand um drei meiner Broschüren "Von Bachnoten und Bachblüten". Die waren schon am Mittwoch weg. Meine Erzählungen hatten neben Simmels Bestseller "Es muss nicht immer Kaviar sein" gestanden. Auch diesen Roman gab es nicht mehr in diesem öffentlichen Bücherschrank.

Diesen Dienstag ging es noch schneller. Vor dem Einkauf stellte ich "Giftcocktail Körperpflege" von Marion Schimmelpfennig in den Schrank. Als ich den Supermarkt fünf Minuten später wieder verließ, hatte jemand dieses Buch mit Warnungen vor den Werbelügen der Kosmetik- und Schönheitsbranche schon mitgenommen.

Auch in anderen Stä…

Dieser Jagdterrier

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Sah was auch die "Neue Woche" sah

Das ist mir am verkaufsoffenen Sonntag in Burgdorf ebenfalls aufgefallen. Alle, die auf den Beinen waren, hatten auch welche. Schöner als die "Neue Woche" hätte ich es aber niemals ausdrücken können. Die drückte es in der Ausgabe vom 15./16. März 2014 so aus: "Da hatte der Wettergott offensichtlich etwas gut zu machen. Nachdem im letzten Jahr der 1. Verkaufsoffene Sonntag mit Schneeregen und eisigen Windböen zu kämpfen hatte, hätte es zum Auftakt in diesem Jahr nicht besser sein können. Strahlender Sonnenschein und milde Temperaturen lockten dann auch alles, was Beine hat, in die Innenstadt."

Die "Neue Woche" musste sich deshalb durch die City schieben, und zwar "teilweise" und "fast". Über eines der anwesenden Beine ist sie aber nicht gestolpert. Es ist noch einmal alles gut gegangen - besonders das Wetter, das etwas gut zu machen hatte.

Gut fand ich auch die Überschrift "Frühlingssonne…

Tjaden tappt (II)

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Gestern hat die niedersächsische Justizministerin Antje Niewisch-Lennartz von den Grünen den Gang nach Kann-Hossa angetreten. Nach Berlin mitgenommen wurde sie von Oberstaatsanwalt Jörg Fröhlich aus Hannover und von Generalstaatsanwalt Frank Lüttig aus Celle. Vor dem Innenausschuss erkannte die Ministerin pflichtgemäß keine "eklatanten" Fehler ihrer Vorgesetzten, bei der anschließenden Flucht sah die Ministerin wieder reichlich mitgenommen aus. Fröhlich und Lüttig aber nicht. Die hatten Niewisch-Lennartz in die Mitte genommen, sonst wäre sie bei zufälligen Begegnungen mit Journalisten möglicherweise doch noch umgefallen. Nach Hannover zurückgekehrt, wurde die Ministerin in ihr Büro gebracht, wo sie sogleich weitere Texte von Fröhlich und Lüttig auswendig lernt, die sie vor dem Untersuchungsausschuss des niedersächsischen Landtages intus haben müsste, falls der Oberstaatsanwalt und der Generalstaatsanwalt einen solchen Ausschuss genehmigen.

Jörg Fröhlich ist zwar noch nicht …

Tjaden tappt

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Burgdorf hat die Zeit geschrumpft: Vor elf Jahren habe ich die Redaktion der "Neuen Woche" verlassen, um weiterem Mobbing der Verlagsleitung zu entgehen. Ich kehrte nach Wilhelmshaven zurück, wir gründeten dort eine Wochenzeitung, ich half meiner Mutter bei der Pflege meines Vaters, die sich auch noch um Haus und Garten kümmern musste, bis sie selbst ein Pflegefall wurde. Sie starb vor 13 Monaten. Nach dem Tod meiner Eltern war für mich die Rückkehr in die Region Hannover beschlossene Sache.

Die Wohnungen, die mir in Hannover angeboten wurden, waren viel zu teuer oder so begehrt, dass ich aus der Warteschlange gar nicht wieder herausgekommen wäre. Also inserierte ich im "Marktspiegel", eine Vermieterin aus Burgwedel schrieb mir eine mail und machte mir ein Wohnungsangebot. Das nahm ich am 8. Februar an. Danach pendelte ich noch eine Zeitlang zwischen Wilhelmshaven und Burgwedel hin und her, seit einigen Tagen bin ich hier wieder zuhause. Als besonders schwierig er…

Ein Jagdterrier

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Entdeckt die erste Gemeinsamkeit

Als Jagdterrier suche ich nie das Trennende, sondern immer nur den Fressnapf. So geht es auch den Sachpreisen, die laut "Neue Woche" vom 8./9. März 2014 nach einem Spieleabend des Tennis-Clubs Grün-Gelb Burgdorf  an die Siegerinnen und Sieger verteilt worden sind. Verteilt wurden demnach "überwiegend kulinarisch orientierte Sachpreise" - und zwar in den "Disziplinen Doppelkopf, Skat, Kniffel und Rommee". Mit der Disziplin habe ich es allerdings nicht so, wenn ich kulinarisch orientiert bin - und das bin ich den ganzen Tag.

Die "Neue Woche" las ich auch an diesem Sonntag in Burgdorf. Die Stadt war verkaufsoffen und meine Ohren waren ebenfalls für jede Meldung dieser Wochenzeitung offen, die auf Seite 3 nicht nur über "kulinarisch orientierte Sachpreise" berichtete, sondern auch über einen 105-jährigen Heimbewohner aus Dachtmissen, der an seinem Geburtstag trotzdem "keine 100 Kerzen" bekam, sond…

Der Jagdterrier

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Mike Tjaden liest die Neue Woche

Ich bin nicht nur der erste terrieristische Schriftsteller auf diesem von viel zu vielen Katzen bevölkerten Planeten, sondern auch ein eifriger Zeitungsleser. Als ich noch an der Nordsee wohnte, las ich die "Wilhelmshavener Zeitung", als Burgwedeler Jagdterrier werde ich die "Neue Woche" lesen, obwohl es die in diesem Ort nicht gibt. Ich muss also immer weit laufen, um ein Exemplar zu erpfoten. Gestern bis nach Burgdorf.

Solche Spaziergänge sind gesund - und lehrreich wegen der "Neuen Woche" noch dazu. Auch für Überraschungen ist diese Wochenzeitung gut. Dieses Mal schon auf Seite 1. Berichtet wird über verschwiegene Erhebungsbeauftragte, die in den nächsten Monaten Haushalte befragen werden. Die Ergebnisse sollen nicht verraten werden, vermute ich mal und komme auch auf Seite 2 aus dem Staunen nicht heraus. Dort steht: "Die Orgel spielt Werke von J. S. Bach und E. Mendelsohn." Woanders braucht man dafür noch Men…