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Es werden Posts vom September, 2015 angezeigt.

Tjaden tappt (52)

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Offener Brief meines Jagdterriers Mike Tjaden

Liebe Leute,

warum schaut Ihr eigentlich immer tatenlos zu, wenn mein Herrchen Heinz-Peter Tjaden mit mir in einem Affenzahn durch Kleinburgwedel, Wettmar, Engensen, Schillerslage und Burgdorf radelt? Ihr steht am Straßenrand, geht weiter in die Geschäfte, während ich an strammer Leine durch die Kurven fliege und meine Pfoten kaum noch auf den Boden bekomme. 

Der Tierschutzverein Hannover hat doch vollkommen Recht. Hunde sind keine Bewegungstiere. Sie sind geschaffen für bequem auf der Couch liegen und alle 30 Minuten gefüttert werden. Und wann bekomme ich Futter? Das letzte Mal zu Weihnachten. Da hat mir mein Herrchen Heinz-Peter Tjaden ein schlecht geschmiertes Leberwurstbrot in den Napf gelegt, da war nicht einmal Butter drauf. 

Dieses Leid hätte am 16. September 2015 beinahe ein Ende gehabt, als Polizei und Tierschützerinnen vor der Wohnungstür meines Herrchens standen, ein Polizeibeamter seinen Fuß in die von meinem Herrchen geöffnete Tür…

Tjaden tappt (51)

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Futterspenden aus Burgdorf

Eine Kleinstadt schüttelt nicht nur mit dem Kopf über die Beschlagnahme meines Jagdterriers am 16. September, sondern auch Futterspenden aus dem Ärmel. Eine Burgdorfer Geschäftsfrau teilte mir heute Vormittag per mail mit, sie habe Futter für Mike gekauft, das ich abholen könne. 

Mein Jagdterrier Mike und ich waren kurz nach halb drei da, die Geschäftsfrau fragte mich erst einmal, seit wann Mike denn zu dünn sei, dann stellte sie fest: "Wenn Sie nun jede Woche mit Ihrem Hund zu einem Tierarzt müssen, dann macht der das ja auch nicht umsonst." Die von mir geplante Klage gegen die Beschlagnahme meines Hundes bringe mich finanziell erst einmal auch nicht weiter. 

Dann bekam mein Jagdterrier einige Leckerlis und ich eine Tasche mit "Pedigree"-Dosen, "Winston"- und "Frolic"-Leckerbissen. Die Frage der Geschäftsfrau, wer mich beim Tierschutzverein Hannover angeschwärzt hat, konnte ich nicht beantworten: "Das wird doch nich…

Tjaden tappt (L)

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Tierheim-Büro wie Eisschrank

Gegen 15 Uhr werde ich einen Kühlschrank betreten, das Büro des Tierheims Langenhagen-Krähenwinkel: Erst einmal radele ich aber zum Café in Kleinburgwedel, ich erzähle dem Besitzer, den ich schon Jahrzehnte kenne, von der Beschlagnahme meines Jagdterriers Mike am Mittwoch voriger Woche, er reagiert ungläubig, sagt: "Was Ihnen immer so passiert."

Kurz nach 13 Uhr radele ich los, auf meinem Weg liegen Großburgwedel, Isernhagen HB und NB, dann erreiche ich Langenhagen, schließlich das Tierheim im Ortsteil Krähenwinkel. Im Büro stehen zwei Frauen hinter dem Tresen, eine jüngere, die nichts sagt, eine ältere, die mich dermaßen unfreundlich behandelt, dass ich nur schnell wieder weg will, und ein Mann, der sagt, dass er seit 20 Jahren Tierpfleger sei, aber einen Hund wie meinen, der so schlecht ausgesehen habe, sei ihm noch nie begegnet: "Der bekommt von dir wohl nur einmal in der Woche Futter." 

Der Tierpfleger duzt mich von Anfang an, seine Vo…

Tjaden tappt (XXXXIX)

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Pennyporterin fühlt von den Socken her

"Erstmal zu Penny" - Radio hören im Supermarkt in Burgdorf-Nordwest. Aufmerksam höre ich zu, wie die Pennyporterin einen Experten fragt, warum in der Waschmaschine Socken verschwinden. Das liegt, antwortet der Experte, daran, dass sich die Trommel nicht immer mit der gleichen Geschwindigkeit dreht. "Das ist wirklich eine traurige Nachricht", sagt die von den Socken her fühlende Pennyporterin, auch ich fühle mit den Socken, die verschwinden. 

Von der Trauer erlösen könnte mich Werbung für ein Waschmittel, das die Socken in der Waschmaschine zusammenhält, bis sie sauber und gemeinsam wieder aus der Trommel geholt werden können. Doch die gibt es nicht. Penny-Radio spielt Musik, und ich male mir in der Obst- und Gemüseabteilung schon die nächste traurige Nachricht aus.

Eine Nachricht über die Penny-Birnen und die Ursachen für den Verlust an Umfang im oberen Bereich während der Birnbaum-Zeit, so dass die Penny-Birnen beim Pflücken so …

Tjaden tappt (XXXXVIII)

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Rahmenbedingungen als Orientierungsrahmen

Wir kennen ihn alle: den Zappelphilip aus dem "Struwwelpeter". Er wackelt so lange mit dem Stuhl, bis er umfällt, Halt suchend greift er nach der Tischdecke und reißt Suppenschüssel, Teller und Wein mit sich.

Der "Struwwelpeter" ist inzwischen 170 Jahre alt, wurde erfunden von dem Frankfurter Arzt und Psychiater Heinrich Hoffmann. Psychiater sind laut Ernst Jünger die Letzten, die etwas von Menschen verstehen. Dieses Dichterwort hat dieser Berufsstand aber bis heute nicht verstanden, wohl auch deshalb erfand er in den USA die Krankheit ADHS und Novartis 1954 ein Medikament, das viele von uns als Ritalin kennen.

So mancher Forscher entschuldigte sich inzwischen dafür, dass er diese Krankheit erfunden und der Pharmaindustrie einen neuen Markt eröffnet hatte, ein "Zeit"-Reporter machte einen Selbstversuch und stellte am 18. Februar 2009 fest: "Aus mir wurde ein Zombie." Ein Auszug: "Ich nehme also eine P…

Lebenverlänger-Bar

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Großeltern leben länger
Immer mehr brave Enkel tippen Sinnvolles in ihr Smartphone
Hier mitfreuen

Tjaden tappt (XXXXVII)

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Meine Wohnung wird vom Tierschutzverein Hannover belagert

"Wo ist denn Ihr Hund?", ruft in Engensen ein Arzt hinter mir her, der uns oft bei Radtouren begegnet. "Der macht Urlaub von mir", rufe ich zurück. Den macht mein Jagdterrier zwangsweise, und ich komme zu spät zu einem vereinbarten Termin.

Mittwoch gegen 10 Uhr: Auf meinem Handy werden mir nach einem Hundespaziergang zwei verpasste Anrufe angezeigt. Die Telefonnummer ist mir unbekannt, wird mir aber fünf Minuten später von einer Mitarbeiterin des Tierschutzvereins Hannover bekannt gemacht. Sie will meinen Hund sehen, sagt sie. Das geht nicht, antworte ich, ich sei nur kurz in der Wohnung, jemand warte auf mich. Das finde sie merkwürdig, sagt die Mitarbeiterin des Tierschutzvereins Hannover. Ich schreibe ein Buch, antworte ich, deswegen hätte ich einen Termin. Das finde sie noch merkwürdiger, sagt die Mitarbeiterin des Tierschutzvereins Hannover. Nach ihrem Kenntnisstand hätte ich schon einmal ein Buch veröffen…

Tjaden tappt (XXXXVI)

Kein Supermarkt-Personal nirgendwo

Habe ich da etwas verpasst, irgendeinen Hinweis übersehen? Führen Supermärkte wie Aldi und Netto-Markt in Burgdorf neue Einkaufsmethoden ein? 

Kauflustig gehe ich erst zu Aldi. Auf dem Weg zur Kasse rempelt mich eine Verkäuferin an, tritt mir auf die Füße, während die Kassiererin aufsteht und geht. Eine Weile vereinsame ich an der Kasse, mache mich dann auf die Suche nach Personal, finde keins. Ich lege die Waren auf das Band an der Kasse und gehe. Oder hätte ich meinen Einkauf, der noch keiner gewesen ist, mitnehmen dürfen?

Immer noch kauflustig versuche ich es im Netto-Markt. Auf dem Weg zur Kasse kommt die Kassiererin auf mich zu und zeigt mir an, dass sie rechts an mir vorbei will. Darf sie. Sie kommt aber nicht wieder. Ich schlendere durch alle Regalreihen, bin allein im Supermarkt. Ich lege die Waren auf das Band an der Kasse und gehe.

Heißt die neue Supermarkt-Methode von Aldi und Netto-Markt: Bitte nicht stören, nehmen Sie ruhig mit, was sie brau…

Tjaden tappt (XXXXV)

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In der Kirche unterm Turm

Was heißt hier sprechen? Schreiben ist auch nicht besser. Dafür zwei Beispiele aus der "Neuen Woche" vom 12./13. September: 

1. "Für den Flohmarkt in der St. Martins Kirche Sievershausen am Sonntag, 20. September, ab 15 Uhr können Spenden im September in der Kirche unterm Turm am Montag, 14.,von 16.30 bis 18 Uhr, Mittwoch, 16. von 10 bis 12 Uhr und Freitag 18., von 10 bis 12 Uhr abgegeben werden." 

Erinnert mich an einen Klassenkameraden, der in einem Diktat 22 von 23 Wörtern falsch geschrieben hat - aber immerhin ist der nicht Redakteur geworden...

2. "Tag des offnen Bauwagens gibt es im Waldkindergarten ´Arpker Waldzwerge´ (Verlängerung Hasendamm, an der Reithalle vorbei, am Bauwagen) am Samstag, 19. September, von 14 bis 17 Uhr. Es gibt Aktionen für Klein und Groß und Waldpicknick."

Tjaden tappt (XXXXIV)

Huschen für Weihnachten

Vor den Kassen im Burgdorfer Netto-Markt: Sie huschen hier hin, sie huschen dort hin. Der Mann aus der Zentrale huscht stets vor, das Personal huscht hinterher. Sie huschen für Weihnachten. Weihnachten beginnt im Netto-Markt am 11. September. Dann kommen die Schokoladen-Weihnachtsmänner. 

Der Mann aus der Zentrale huscht in Richtung Kasse, zeigt mit den Händen an: "Der Abstand muss zwei Meter betragen." Eine Verkäuferin ist mitgehuscht, kommt aber nicht mit: "Warum das denn?" Über die Lippen des Zentralen-Mannes huscht die Antwort: "Das ist so. Steht so in den Filialvorschriften." 

Der Mann aus der Zentrale und die Verkäuferin huschen zurück zu den anderen wieder Mithuschenden. "Wir stellen 10 Regale auf", huschen sie erneut hin und her. "Dafür haben wir aber gar keinen Platz", huscht die Verkäuferin wieder etwas langsamer als die anderen. 

Ich husche an den Huschenden vorbei zur Kasse, husche aus dem Netto-Markt, h…