Tjaden tappt (L)

Mike schneller als
ich mit dem Rad.
Foto: H.-P.Tjaden
Tierheim-Büro wie Eisschrank

Gegen 15 Uhr werde ich einen Kühlschrank betreten, das Büro des Tierheims Langenhagen-Krähenwinkel: Erst einmal radele ich aber zum Café in Kleinburgwedel, ich erzähle dem Besitzer, den ich schon Jahrzehnte kenne, von der Beschlagnahme meines Jagdterriers Mike am Mittwoch voriger Woche, er reagiert ungläubig, sagt: "Was Ihnen immer so passiert."

Kurz nach 13 Uhr radele ich los, auf meinem Weg liegen Großburgwedel, Isernhagen HB und NB, dann erreiche ich Langenhagen, schließlich das Tierheim im Ortsteil Krähenwinkel. Im Büro stehen zwei Frauen hinter dem Tresen, eine jüngere, die nichts sagt, eine ältere, die mich dermaßen unfreundlich behandelt, dass ich nur schnell wieder weg will, und ein Mann, der sagt, dass er seit 20 Jahren Tierpfleger sei, aber einen Hund wie meinen, der so schlecht ausgesehen habe, sei ihm noch nie begegnet: "Der bekommt von dir wohl nur einmal in der Woche Futter." 

Der Tierpfleger duzt mich von Anfang an, seine Vorwürfe werden immer größer, bis sich wieder die ältere Frau einmischt. Mein Bericht im "Burgdorfer Kreisblatt" über die Beschlagnahme sei Verleumdung, sagt sie, das Tierheim habe mit der Sache gar nichts zu tun, sagt sie. Aber der Tierschutzverein Hannover, antworte ich. Auch nicht, sagt sie, das war das Veterinäramt. 

Ich unterschreibe ein Formular, die ältere Frau sagt, dass sie die Entscheidung, mir meinen Hund zurückzugeben, sehr bedauere, ich gehe nach draußen. Kurze Zeit später steht der Tierpfleger neben mir, sagt, dass das Tierheim ein Foto von mir machen wolle. Ich weise auf mein Recht am eigenen Bild hin. Da wird er freundlicher. Erst bringt er mir meinen Hund, der sich riesig freut, dann noch Futter für Mike. Ein Foto macht er nicht.

Ich schwinge mich auf mein Rad, Mike verlässt das Tierheim in einem Tempo, dass ich ihm kaum folgen kann, langsamer wird er auch nicht in Langenhagen. Ich radele weiter, obwohl die ältere Frau aus dem Tierheim behauptet hat, dass meinem Hund eine Radtour nach Kleinburgwedel nicht zuzumuten sei. Mike scheint das nicht zu wissen, er wird auch in Isernhagen NB und HB kaum langsamer. 

Unterwegs fällt mir wieder die Behauptung der älteren Frau aus dem Tierheim ein, Tierheim und Tierschutzverein Hannover hätten mit der Sache gar nichts zu tun, und ich frage mich, wer in meinem Briefkasten einen Zettel hinterlassen hat, auf dem die Sache die Vorgangsnummer 10019 bekommen hat. Die Unterzeichnerin vermerkt auf diesem Zettel, sie sei Tierinspektorin des Tierschutzvereins Hannover. 

In der Feldmark von Kleinburgwedel lasse ich Mike von der Leine. Er ist schneller als ich mit dem Rad. Quietschvergnügt läuft er hin und her. Meinem Hund ist also sehr wohl eine Radtour von Langenhagen-Krähenwinkel nach Kleinburgwedel zuzumuten...

Tjaden tappt (51): Erste Futterspende aus Burgdorf 

Kommentare

  1. Mike hat ein schlechtes Gewissen und hofft, dass ich nicht mit ihm schimpfe. Das, was man im Tierheim in ihn hineingestopft hat, damit er zunimmt, gab er heute Nacht wieder. Der Teppichboden sah schlimm aus, immer wieder musste ich mit ihm raus, weil er Gras fressen wollte, um seinen Magen zu beruhigen. Nun hoffe ich, dass ich den Gestank bald wieder aus dem Zimmer habe. Mit Mike werde ich natürlich nicht schimpfen. Er kann ja nichts dafür...

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