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Dienstag, 24. November 2020

Tjaden tappt (565)

Hier wird Weihnachten
sicher gemacht. 


Der Tag vor dem Tag, an dem Weihnachten geschrumpft wird

Auf den Fluren spricht man leise, in den Büros wird jedes Geklapper vermieden, die Kaffeemaschinen, die sonst zischen, wenn der Kaffee fertig ist, sind auf stumm geschaltet worden. Niemand will die Kanzlerin und den Kanzleramtschef bei ihren Beratungen stören. Denn morgen will sich Angela Merkel erneut mit den Länderchefs über die weiteren und die bereits vorhandenen Corona-Maßnahmen unterhalten. Dieses Treffen ist besonders wichtig. Denn Weihnachten steht vor der Tür. 

Angela Merkel: Morgen geht es um sichere Weihnachten.

Helge Braun: Frau Bundeskanzlerin, der Markus hat am Sonntag in der "Bild am Sonntag" gesagt, dass es um schöne Weihnachten geht.

Angela Merkel: Hat er gesagt? Dass Weihnachten schön wird, ist aber doch noch nicht sicher. 

Helge Braun: Da haben Sie wohl recht. Was also schlagen Sie vor, damit Weihnachten möglichst sicher schön wird?

Angela Merkel: Gestatten Sie mir bitte, etwas weiter auszuholen. 

Helge Braun: Holen Sie aber bitte nicht so weit aus, wie das letzte Mal. Da haben Sie mich mit Ihrem Arm an einer empfindlichen Stelle getroffen.

Angela Merkel: Lieber Helge, ich pass schon auf. Nun also zum Thema. Vor einiger Zeit habe ich bei einem CDU-Parteitag darauf hingewiesen, wie wichtig Volkslieder sind. Dabei bleibe ich natürlich. In diesen Zeiten sind aber die meisten von ihnen zu lang. Die Weihnachtslieder auch.

Helge Braun: Sie meinen, weil man sich beim Singen leicht anstecken kann? Und diese Gefahr wächst, je länger man singt?

Angela Merkel: Genau. Deswegen sollten wir den Bürgerinnen und Bürgern empfehlen, dass sie in diesem Jahr unter dem Weihnachtsbaum nur ein Weihnachtslied singen. Und dann auch nur die dritte Strophe. 

Helge Braun: Die anderen Strophen wollen Sie aber doch wohl nicht verbieten?

Angela Merkel: Wo denken Sie hin? Natürlich nicht. 

Helge Braun: Darf ich trotzdem etwas einwenden?

Angela Merkel: Wenn es sein muss. 

Helge Braun: Von den meisten Weihnachtsliedern kenne ich die dritte Strophe gar nicht. Ich habe oft schon Probleme mit der zweiten.

Angela Merkel: Aber irgendwie müssen wir doch Weihnachten schrumpfen.  Das ist doch sicher.

Mittwoch, 26. August 2020

Tjaden tappt (535)

Mehr müssen Sie nicht wissen.
Das Virus: Ein Feind, auf den Verlass ist

25. August 2020. Kostenlose Corona-Tests für Urlauber bei der Einreise nach Deutschland soll es nach dem Willen der Gesundheitsminister von Bund und Ländern nach Ende der Sommerreisesaison nicht mehr geben. Außerdem soll die erst kürzlich eingeführte Testpflicht für Rückkehrer aus Risikogebieten wieder abgeschafft werden.
Entsprechende Vorschläge legten die Minister nach einer Schaltkonferenz vor. Es habe eine hohe Übereinstimmung gegeben, dass richtigerweise im Sommer die Tests für Reisende ausgeweitet worden seien, sagte Gesundheitsminister Jens Spahn nach dem Gespräch. Man sei sich aber gleichzeitig einig, dass mit Ende der Rückreisewelle die Kapazitäten wieder stärker im Bereich Pflege und Krankenhäuser genutzt werden sollten.

Meldet die "Aktuelle Kamera". Die ARD wird dazu heute Abend eine Sondersendung ausstrahlen. Karl Eduard von Schnitzler erläutert den Zuschauerinnen und Zuschauern in beeindruckender Weise, wie unwahr doch die Vorhersage von Karl Marx ist, dass der Sozialismus den Menschen den Himmel auf Erden bereiten wird.  Das schafft nur Angela Merkel.  Und gelegentlich Markus Söder. Ganz selten Jens Spahn. 

Im Winter schleppten unverantwortliche Elemente, die aus Österreich zurückkehrten, das Corona-Virus in die BRD ein. Darauf reagierten unsere Politiker in vorbildlicher Weise. Jeden Freitag ließen sie sich neue Maßnahmen einfallen, die am darauffolgenden Montag in Kraft traten. 

Da es im Himmel auf Erden keine Krankheiten gibt, versteckte sich das Virus erst einmal. Richtigerweise nahmen deswegen unsere Politiker jeden Freitag so manche Maßnahme wieder zurück, die es am darauffolgenden Montag nicht mehr gab. Genauso richtigerweise traute unsere Regierung dem Virus aber nicht so ganz über den Weg und führte allüberall Tests ein. Mehr musste sie auch nicht tun.  Sollte sie sich auch noch um die Rahmenbedingungen kümmern? Wer verordnet, muss doch nicht auch noch ordnen. Der muss das, was er nicht schafft, doch nur richtigerweise wieder abschaffen.

Warum das Virus aus seinem Versteck wieder aufgetaucht ist, wird Karl Eduard von Schnitzler in der Sondersendung in bekannt brillanter Weise analysieren. Das ist ihm  schon einmal gelungen, als er sagte, dass der Freund dich verraten kann, der Feind jedoch lasse einen nicht im Stich. Schon allein die Tatsache der Ankündigung dieser Sondersendung hat dazu geführt, dass gestern die Zahl der Neuinfizierten von über 2000 auf 711 gesunken ist. Richtigerweise wird deshalb diese Sondersendung täglich wiederholt. Zuschauen ist Pflicht.  Vor- und nachher darf gebetet werden. 

26. August 2020. So macht man Schlagzeilen: Am Montag beträgt die Zahl der Neuinfizierten 2028, am Dienstag 711 und am Mittwoch 1278. Schon melden die Medien: "Über Nacht 40 Prozent mehr neue Infizierte". 

Sonntag, 2. August 2020

Tjaden tappt (524)

Die Wichtigkeit von Lob und Tadel bei einer Pandemie

Damit das ein für alle Mal klar ist: Da aus der "leichten Grippe" des Virologen Christian Drosten doch eine Pandemie geworden ist, gilt ab sofort: Sinkt die Zahl der neu Infizierten, ist das ein Verdienst von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn, steigt sie, liegt das an Markus Söder, der unbedingt auch Bürgerinnen und Bürger testen lassen will, die sonst in keiner Corona-Statistik auftauchen würden. 

Wie das Verhalten der Bürgerinnen und Bürger zu werten ist, ist Sache der Politik und der Medien.  Sinkt die Zahl der neu Infizierten, ist die Bevölkerung zu loben, steigt sie, ist der Tadel das Gebot der Stunde.  Dabei ist zu beachten, dass die Bundesregierung und die Medien stets einer Meinung zu sein haben. Alles andere könnte die Bevölkerung nur irritieren. 

Wer meint, dass er die Bundesregierung und die Medien loben oder tadeln darf, bekommt eine Eintragung ins Führungszeugnis. Sobald in einer Stadt oder in einem Landkreis die Zahl solcher Eintragungen auf über 50 pro 100 000 Einwohnerinnen und Einwohner steigt, ist von einem Risiko-Gebiet auszugehen, das von den anderen Gebieten isoliert werden muss. Die Quarantäne endet erst wieder, wenn sich mindestens die Hälfte der Kritikerinnen und Kritiker als reumütig erweist, fortan bei jedem Einkauf und bei jeder Bus- und Bahnfahrt zwei Alltagsmasken übereinander trägt und von ehemaligen Gesinnungsgenossinnen und Gesinnungsgenossen einen Abstand von mindestens 500 Metern hält. Eine entsprechende Warn-App kann auf den Seiten des Verfassungsschutzes heruntergeladen werden. Geschieht das nicht, kommt ein Verfassungsschützer ohne vorherige Aufforderung persönlich vorbei. 

Sonntag, 26. Juli 2020

Tjaden tappt (522)

Schluss mit Voabuidfunktion

Wird Markus Söder doch nicht Bundeskanzler? Muttis Sprachrohr während der Corona-Bewährungsprobe bekommt plötzlich Stimmbruch, denn auf einem landwirtschaftlichen Hof in Niederbayern haben sich 174 Erntehelfer mit dem Corona-Virus infiziert.  Die sind inzwischen eingezäunt worden, damit sie das Gelände nicht verlassen. Mit ihnen leiden 306 weitere Mitarbeiter unter Kontaktverbot mit der Außenwelt. Die Voabuidfunktion der bayerischen Corona-Politik wird plötzlich von den Medien misstrauisch beäugt. 

Markus Söder will sich dazu erst morgen äußern. Der Liebling der Meinungsforschungsinstitute wird der Öffentlichkeit erklären müssen, wie er es mit der Kontrolle der Unterkünfte für Erntehelfer hält. Im April drohte er "Masken-Verweigerern" damit, dass sie nicht mehr mit Bus oder Bahn fahren dürften. Die Öffnung der Geschäfte begleitete er mit der Ankündigung von Kontrollen. Wer gegen die Corona-Verordnung verstoße, müsse mit einem Bußgeld von 150 Euro rechnen. Sollten Angestellte in Geschäften gegen die Verordnung verstoßen, könnten sogar bis zu 5 000 Euro fällig werden.

Auch die Landwirtschaft in Bayern hat Markus Söder als Musterbeispiel für die anderen Bundesländer hingestellt. Dagegen sprechen nun 174 Erntehelfer...



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