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Dienstag, 20. September 2016

Tjaden tappt (166)

Witz komm raus-du
bist umzingelt? Mit
linker Mousetaste
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Übliches von Paul Rohde aus Burgdorf 

Wenn man im Glashaus sitzt und mit Steinen wirft, muss man nicht doof sein: Es reicht, wenn man Paul Rohde heißt. Das beweist der ehemalige Burgdorfer CDU-Ratsherr und Magazin-Macher auch in der Herbst-Ausgabe seines Kulturmagazins "PUR". Als "dienstältester Burgdorfer Lokalredakteur", der seit "33 Jahren als solcher grüßt", macht er, was er regelmäßig tut: Er verfasst unfreundliche Texte über Gerhard Bleich, u. a. Geschäftsführer des Verkehrs- und Verschönerungsvereins (VVV) in Burgdorf, und über Burgdorfs Bürgermeister Alfred Baxmann.

Dieses Mal wirft Paul Rohde Bleich vor, er lasse "Grafik- und Druckarbeiten von einer Druckerei in Hannover-Vahrenwald ausführen". Und wo lässt der Magazin-Macher seine Ergüsse drucken? Richtig: auch nicht in Burgdorf. Oder will Rohde behaupten, dass seine zweite Frau im gemeinsamen Häuschen die paar Exemplare zu nächtlicher Stunde aus einer Druckmaschine kurbelt? Möglich wär´s zwar, aber da niemand weiß, wie hoch die "PUR"-Auflage ist, weiß auch niemand, wie lange die zweite Ehefrau des Magazin-Machers kurbeln müsste. Dass Bleich - wie von Rohde behauptet - auch noch mehr verdient als Baxmann, ist hoffentlich nur als Witz gemeint, dass der VVV-Geschäftsführer jedoch mehr verdient als Rohde, kann man nur hoffen. Wer mehr leistet...

So doof wie dieser "PUR"ist ist meines Wissens zuletzt der "Kreisblatt"-Verleger August-Wilhelm Rumpeltin gewesen, der vor 35 Jahren einen Tag vor der Kommunalwahl einen Kommentar für die Seite 1 verfasste, in dem er der Burgdorfer SPD vorwarf, sie schädige die "heimische Wirtschaft" mit Druckaufträgen für ein Unternehmen aus Celle. Da sich die SPD gegen diesen Vorwurf vor der Wahl nicht mehr mehr wehren konnte, wehrte sie sich nach der Wahl mit Abo-Abbestellungen. 

"Er diffamiert, polarisiert, manipuliert, ohne dass es ihm schadet", schreibt Rohde zudem auf Seite 9 seines Herbst-Magazins in einem Rückblick auf das Wahljahr 1996 über Alfred Baxmann. Im Herbst fallen bekanntlich die Blätter, aber warum Rohde sich derart entblättert und warum ihm nicht klar wird, dass er damit nur sich selbst meinen kann, ist mir jedenfalls nicht klar. Wenn man im Glashaus sitzt, muss man wohl Paul Rohde heißen...

Lesetipps: "Ein Mann namens Paul Rohde" und "Zwei Schweinchen und ein Anzeiger" (erhältlich auch als e-book unter dem Titel "Wenn Zeitungsenten abheben")



  

  

  

Donnerstag, 11. Dezember 2014

Tjaden tappt (XX)

Bewegender Vorschlag für 2016

Da wird Lehrte sicherlich bleich. 2016 soll das Stadtmarketing mit dem Motto "Burgdorf bewegt sich" auf Trab gebracht werden. Das hat der Stadtmarketing-Arbeitskreis "Kultur, Sport und Soziales" beschlossen. Weitere bewegende Wahlvorschläge waren "Burgdorf liebt Musik" und "Burgdorf entdecken". Die fielen durch die Urne. Das machte Stadtmarketing-Geschäftsführer Gerhard Bleich aber nicht sonderlich traurig, zumal dem Vorsitzenden des Heesseler SV, Rüdiger Zach, sogleich ein Umzug als Höhepunkt des Themenjahres einfiel. Ob dieser Umzug den Schützen-Umzug vor oder in den vielen Kreiseln der Aue-Stadt überholen soll, ist Thema der nächsten Sitzungen, die 2016 in Bewegungen umgetauft werden.

Schlecht bestellt ist es um den historischen Bezug des Themenjahres: Vor 400 Jahren hat sich Galileo Galilei mehr aus Angst vor der Inquisition als aus wissenschaftlichem Interesse mit den Bewegungen der Jupitermonde die Zeit bis zum Kerker vertrieben. 17 Jahre später murmelte er in einem Gerichtssaal den bis heute berühmten Satz "Und sie bewegt sich doch". Was aber nur eine Legende sein soll.

Bleibt der aktuelle Bezug: Am Sonntag habe ich beispielsweise als Autofahrer gedacht: "Sie bewegt sich doch." Als vor mir eine Autofahrerin den Blinker links setzte, bevor sie sich endlich in den Schillerslager Kreisel wagte. Ich folgte errötend ihren Runden, während sie sich nicht darauf verließ, dass man einen Kreisel auch wieder verlassen kann. Irgendwann verließ ich sie und den Kreisel.

Heute habe ich als Radfahrer auf der Braunschweiger Straße gedacht: "Der Knallkopf bewegt sich immer noch." Als mir ein Autofahrer entgegenkam, der an den parkenden Fahrzeugen vorbeikurvte und auf mich zuhielt, bis auf meiner Straßenseite kein Platz mehr war. Ich sprang von meinem Rad und rettete mich auf den Bürgersteig. Der Autofahrer bewegte sich weiter als hätten wir schon 2016.

Bürgermeister begrüßt Themenwahl

"Das ist ein tolles Thema." Schreibt Bürgermeister Alfred Baxmann in einer Pressemitteilung an das "Burgdorfer Kreisblatt". Er werde bereits 2015 den Verwaltungsapparat in Bewegungsapparat umbenennen. Bewegungsmelder in den Rathäusern seien allerdings nicht geplant. Baxmann: "Die Verwaltung will nichts überstürzen."

Sonntag, 9. November 2014

Tjaden tappt (XVIII)

Der Mauerfall: Merkel in der Sauna - ich im Auto

"In diesem Jahr feiert die Deutsche Demokratische Republik ihren 25. Geburtstag. Am 7. Oktober 1949 trat sie ins Leben. An diesem Tag schufen sich deutsche Arbeiter und Bauern ihren eigenen Staat. Wilhelm Pieck, Mitkämpfer von Karl Liebknecht, Rosa Luxemburg und Ernst Thälmann wurde ihr erster Präsident.

Unter Führung der geeinten marxistisch-leninistischen Partei der Arbeiterklasse, der SED, ist die DDR zu einem stabilen, angesehenen sozialistischen Staat geworden."

Schreibt der Parteivorstand der Deutschen Kommunistischen Partei (DKP) vor 40 Jahren in einer internen Schulungsbroschüre. Der Titel lautet "25 Jahre DDR - Der reale Sozialismus und die Auswirkungen auf die Kampfbedingungen der Arbeiterklasse in der BRD".

15 Jahre später wird dieser Staat per friedlicher Revolution wieder abgeschafft. Wie Angela Merkel - sie ist mit einer Freundin in der Sauna gewesen - weiß natürlich auch ich, wo ich am 9. November 1989 gewesen bin. Ich saß in meinem Auto, hörte Radio, eine Ost-Berlinerin erzählte, dass sie ihren Mann nicht wach bekommen habe, deshalb sei sie allein nach West-Berlin gegangen. "Mein Mann wird staunen, wenn ich ihm das morgen berichte", sagte sie. Am 9. November 1989 haben DDR-Bürgerinnen also nicht nur in der Sauna gesessen, zumindest ein DDR-Bürger hat den Mauerfall verschlafen. Den Seinen gibt es die friedliche Revolution im Schlaf...

1986 bin ich das erste Mal in der DDR gewesen. In Dittersdorf. Junge Leute knatterten auf ihren Mopeds aufgeregt in ein Nachbardorf. Dort gab es die erste private Eisdiele. Eine junge Frau erzählte mir, dass sie nicht studieren dürfe, weil sie Christin sei. Ihre Mutter war stolz darauf, dass sie noch nie ein Wahllokal betreten hatte: "Die kommen nach Schließung der Wahllokale immer zu uns und fordern uns zur Stimmabgabe auf." Ich wurde gefragt, was aus der DDR wird. Ich antwortete: "Die könnt ihr in ein paar Jahren vergessen. Vorher wird aber noch Egon Krenz Staatsratsvorsitzender." "Das ist aber kein Gorbi", sagte jemand.

"Sozialismus - das heißt Frieden, Freiheit, Wohlstand für die arbeitenden Menschen, für das Volk. Alles, was den Sozialismus stärkt, dient der Arbeiterklasse und dem Freiheitskampf der Völker in der ganzen Welt, dient dem Frieden und der Entspannung.

Deshalb ist der 25. Geburtstag der DDR, den sie mit neuen Erfolgen und neuen Vorhaben bei der Gestaltung der entwickelten sozialistischen Gesellschaft begeht, ein Feiertag auch für jeden Kommunisten, für jeden fortschrittlichen und friedliebenden Menschen in der Bundesrepublik."

Endet die Schulungsbroschüre der Deutschen Kommunistischen Partei. Das Ende der DDR hätte die DKP eigentlich auch erahnen können, denn 1973 hat der Parteivorstand eine Schulungsbroschüre mit dem Titel "Arbeiterklasse und Freiheit" veröffentlicht. Darin hieß es: "Das Wort Freiheit ist nicht das einzige, das so häufig mißbraucht wird. Auch den Begriffen gut, wahr, menschlich, demokratisch - um nur einige zu nennen - geht es ebenso." Bis die Leute auf die Straße gehen...

Ich habe eine Broschüre über diese Zeit geschrieben. Sie heißt "Ein anderer deutscher Herbst" und ist bei www.lulu.com erschienen. Hier klicken Ein Exemplar gab ich vor einigen Wochen dem Geschäftsführer des Burgdorfer Verkehrs- und Verschönerungsvereins (VVV), Gerhard Bleich, und schlug einen Lese- und Diskussionsabend vor. Seine Antwort: "Glauben Sie, dass sich dafür noch jemand interessiert?" Dennoch wolle er mit dem VVV über meinen Vorschlag diskutieren. Das war es dann zu diesem Thema...






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