Tjaden tappt (468)

Kein Feuer kann brennen so heiß.
Verlegung der Osterfeuer kein April-Scherz
In diesem Jahr besiegt die Sonne den Winter erst im Juli und muss sich ihm schneller als sonst wieder geschlagen geben? Der niedersächsische Umweltminister Olaf Lies will die Vereine, die ihre Osterfeuer wegen der Corona-Bewährungsprobe abgesagt haben, für diesen Gedanken erwärmen. Die Flammen sollen gen Sommerhimmel schlagen, sobald das Corona-Virus aus dem Eiweiß kommt und deswegen nicht mehr alle Informationen, die dem Menschen schaden, beisammen hat? 
Doch: Hören wir dazu erst einmal den Umweltminister: "Osterfeuer können nach der Corona-Krise abgebrannt werden, wenn es die aktuellen Beschränkungen nicht mehr gibt." Da diese Meldung vom 1. April stammt, liegt der Verdacht eines April-Scherzes nahe. Also: Anruf bei der Pressestelle des Umweltministeriums. Die Meldung stimmt. Der Pressesprecher sagt: "Wir haben lange überlegt." Und dann habe man sich für das Brauchtum entschieden. Den Einwand, dass dann auch Ostern verlegt werden müsste, lässt er nicht gelten. "Das geht nicht", sagt er. Wann die "aktuellen Beschränkungen" aufgehoben werden können, weiß der Pressesprecher allerdings nicht. Ich tippe auf Juli. 
Nun zum Brauchtum Osterfeuer: Das Feuer ist im Altertum heilig gewesen. Die römischen Priesterinnen durften das heilige Feuer nie erlöschen lassen. Das Frühlingsfeuer als Brauch ist in Deutschland seit dem 11. Jahrhundert nachgewiesen. Gehuldigt wurde dem (Sonnen-)Licht, das die Dunkelheit vertreibt. 
Tolle Idee, dachten sich die Christen,können wir für unsere Feiertage ebenfalls gut gebrauchen. Das Licht, das die Dunkelheit vertreibt, ist ab sofort Jesus. Ab 1559 hießen die Frühlingsfeuer Osterfeuer. Und in diesem Jahr? Vertreibt Jesus die Dunkelheit allein, und wir trinken drei Monate später bei 30 Grad im Schatten im Schein lodernder Flammen Glühwein. 

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