Aus Leons Tastatur (II)

Der Ausschuss für Jugendhilfe und Familie informiert sich
über die Situation in den Kindergärten. Foto: Leon Hogrefe
Zumutungen und Geringschätzung

"Ich habe in der jüngsten Zeit städtische Kindertagesstätten besucht, um mir ein Bild zu machen." Wie dieses Bild aussieht, hat Christiane Gersemann (SPD) als Vorsitzende dem Ausschuss für Jugendhilfe und Familie gestern im Veranstaltungszentrum berichtet:  

Zu den Lockerungsmaßnahmen der Landesregierung sagte sie: "Die rasche - und in vielen Augen der Beschäftigten zu rasche - Öffnung der Kindertagesstätten für im Prinzip alle Kinder wird überwiegend als Fehler betrachtet. Es wird beklagt, dass oftmals kurzfristig und somit auch unsensibel am Freitagnachmittag neue Anforderungen des Landes verkündet werden und schon ab Montag darauf umgesetzt werden sollen. Gerade für große Einrichtungen ist eine solche Kurzfristigkeit nicht nur eine Herausforderung, sondern auch eine Zumutung."

Zur Beschäftigung von Nichtfachkräften in Kindertagesstätten sagte sie: "Dieses Angebot wird nicht angenommen, darin sind sich die Einrichtungen in Burgdorf einig und das ist gut so...Mit solchen Ideen erfahren soziale Berufe eine Geringschätzung sondergleichen. Überspitzt gesagt ´Wir können mit Kindern spielen´ soll anscheinend für eine erfolgreiche Bewerbung ausreichen. Das tut weh."

Schlussfolgerung der Ausschussvorsitzenden: "Erzieherinnen und Erzieher fühlen sich oft allein gelassen. Erzieherinnen und Erzieher möchten mehr gehört werden."


"An meiner eigenen Tochter kann ich sehen, dass Kinder sich auch schon eine eigene Meinung bilden können."

Anmerkung eines Vertreters des Kinderschutzbundes





Kindergärten im Sommer schließen?

Die Kindergärten sollen zwischen den Jahren und in den Sommerferien 14 Tage geschlossen werden. Dieser Vorschlag der Verwaltung hat gestern im Ausschuss für Jugendhilfe und Familie nicht nur Freunde gefunden. CDU, FDP und Freie Burgdorfer kündigten bereits ihr Nein an, aus Otze kam der Hinweis, dass 87 Prozent der Eltern die Sommerschließzeit ablehnen würden. 

Jährlich haben die Kindergarten-Kinder  20 bis 30 Tage Ferien. Die SPD befürwortete die Schließzeit im Sommer, um feste Zeiten für die Ferien der Kinder einplanen zu können. In Burgdorf kursiert das Gerücht, dass die Stadt Geld für die Kindergärten einsparen wolle, um es für Haushaltssanierungen zu verwenden. Dieser Behauptung widersprach Rüdiger Nijenhof von den Freien Burgdorfern und plädierte für eine bessere Informationspolitik der Verwaltung, damit Eltern genauer Bescheid wissen. 

Jens Braun von der AfD warf den Grünen vor, diese wollten, dass die Kindergärten „möglichst bis 22 Uhr “ geöffnet sind und fragte: „Wo bleibt die Verantwortung der Eltern?“ Für ihn waren die Verantwortlichen klar: Die Bundespolitik, welche nur das Bruttoinlandsprodukt im Auge hat und möglichst viele Menschen in Arbeit sehen will. Das brachte ihm den Zwischenruf ein: „Wer ist schon nach einer Woche Urlaub wieder so ausgeruht, um in den Berufsalltag wieder einzusteigen?"


Kindergarten Fröbelweg wird ausgebaut

Stadt und Kirche verhandeln über
den Ausbau. 
Im Kindergarten Fröbelweg werden derzeit 87 Kinder in einer Krippe und in drei Kindergartengruppen betreut, demnächst sollen es 105 Kinder in zwei Krippen und drei Kindergartengruppen sein. Claudia Bergmann von der Pankratius-Gemeinde informierte den Ausschuss für Jugendhilfe und Familie über die Pläne für die Vergrößerung.  Kirche und Stadt sind schon seit einiger Zeit im Gespräch. Der Ausschuss gab nach kurzer Diskussion grünes Licht für das Projekt.

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