Splitter 16


Szenen einer Wohngemeinschaft

Heute kehren Angela und Martin die Wahlsplitter zusammen. Sie haben sich vorübergehend getrennt. Angela schaut immer wieder auf ihr Handy. Es bleibt stumm. Martin, denkt sie, Martin, ruf doch endlich an! Ich will keine Wohngemeinschaft mit diesem Schnösel, der außer einem Dreitage-Bart nichts zu bieten hat, mir graust auch schon vor dem Gedanken, mit Katrin bei veganem Essen an einem Tisch zu sitzen.

Martin! Ruf endlich an! Ich habe dir doch auch verziehen, als du den Sigmar auf Auslandsreisen geschickt hast. Den mochte ich doch auch. Auch er fehlt mir so sehr. Martin!

Martin, denk doch mal an unsere gemeinsame Zeit! Mit Mindesthohn für unsere durchgedrehten Nachbarn. Ich baue auch ein paar Maschinengewehre auf unserem Balkon ab. Ich werde nie wieder sagen, dass wir noch mehr Maschinengewehre brauchen. Mindesthohn reicht. 

Haben wir gelacht, Martin! Dreh doch nicht durch! Entschuldigung, das klingt vielleicht zu hart. Ich kann ja verstehen, dass du enttäuscht darüber bist, weil ich weniger an Reiz verloren habe als du. Du musst einfach mehr unter die Leute gehen und nicht immer gleich eingeschnappt sein, wenn nicht alle sagen, dass du alles toll machst. Das macht kein Mensch.

Martin! Lange warte ich nicht mehr. Das sage ich dir. Du rufst heute noch an oder es ist endgültig Schluss. Wenn du es wirklich darauf anlegst, dass ich mit dem Christian und der Katrin zusammenziehe, dann werde ich zwar so manchen Nervenzusammenbruch bekommen, aber das ist immer noch besser als diese Warterei. Martin!

Der erste Splitter

Der siebzehnte Splitter

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