Tjaden tappt (116)

Die ehemalige Briefkastentante
Johannes Mario Simmel. 
Deshalb Peter Wilmers

"Warum steht auf Ihren Internet-Seiten eigentlich "Eingestellt von Wilmers Peter"?", hat mich kürzlich ein Bekannter gefragt, als er an seinem Computer meine Seiten www.burgdorferkreisblatt.de aufrief. Ich gab ihm darauf nur eine Antwort, obwohl es auf seine Frage eigentlich mehrere Antworten gegeben hätte: "Das war mein Pseudonym bei einer Nachrichtenagentur in Hamburg. Der Chefredakteur meinte, dass man nicht alle Artikel von mir unter meinem Namen verbreiten könne, weil ich einfach zu viel schreibe."

Bei dieser Nachrichtenagentur war ich zuständig für mehrere Ressorts, angefangen bei Jugend- und Musikthemen bis hin zur Sozialpolitik. Ich beschäftigte mich mit DDR-Krimis und DDR-Bands genauso wie mit Versuchen, bestimmte Organisationen in Misskredit zu bringen, meine Interviews mit Schriftstellern waren beliebt bei allen Tageszeitungen, meine ironischen Betrachtungen über Alltägliches wurden von Frauenzeitschriften gedruckt, die mich "Irene" oder "Sibylle" nannten. Als ich das eines Tages dem Bestsellerautor Johannes Mario Simmel erzählte, sagte er: "Das ist ja so ähnlich wie bei mir. Ich war mal Briefkastentante."

Jahre später entdeckte ich das Internet als Medium für Themen, die von anderen gern verschwiegen werden. Das hat mir nicht nur Zustimmung eingebracht. 2010 zerstörte jemand mein google-Konto, angemeldet wurde ich bei einem virtuellen Spielcasino auf Gibraltar und bei anderen Bezahl-Diensten, die mir Rechnungen schickten, die ich aber nie beglich. Ich richtete unter Peter Wilmers ein neues google-Konto ein - und schrieb weiter.

Schließlich hatte ich schon als 14-Jähriger einer Lokalredakteurin auf ihre Frage, was ich denn nach der Schulzeit werden wolle, geantwortet: "Ich will Redakteur und Schriftsteller werden."

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