Montag, 20. Juni 2016

Tjaden tappt (137)

Mörder aus Eifersucht. Foto: Polizei
Der Cousin eines Mörders

Neben mir in einem Lokal in Burgdorf sitzt der Cousin eines Mörders. "Kinder haben das Blut gesehen", kann er immer noch nicht ganz fassen, was am 13. März bei einer kurdischen Hochzeit in Hannover passiert ist. "Wir haben oben gesessen. Dann hat es geknallt. Ich habe zu meinem Vater gesagt, dass er die Kinder nach draußen bringen soll, damit sie keinen Schaden davontragen."

Shilan, 21 Jahre alt, Studentin, gehört zu den Hochzeitsgästen. Ihr Cousin Sefin bringt sie mit drei Schüssen um. "Sie wollte von ihm nichts wissen. Das muss man doch akzeptieren", sagt mein junger Sitznachbar. Sefin sei oft aggressiv gewesen: "Er war nicht integriert, in Schlägereien verwickelt."

Die Polizei klingelt am nächsten Tag an der Wohnungstür des Cousins von Sefin: "Nicht hier, habe ich gesagt. Meine Kinder sollen das nicht hören. Ich komme gern mit aufs Revier." Dort wird er gefragt, was er mitbekommen hat: "Ich habe viermal einen Knall gehört. Ich dachte, die gehören zur Feier, weil die Torte serviert wird." Andere Hochzeitsgäste hätten drei, vier oder fünf Schüsse gehört.

Seinen Cousin Sefin vermutet er im Irak. "Kinder haben das Blut gesehen", ist ein Satz, den ich so schnell nicht wieder vergessen werde. 

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