Horst Bindseil

Helga und Horst Bindseil (ganz rechts)
bei unserem Polterabend. Fachgespräch
über Inhalt einer Werkzeugkiste.
Zum Tod des "ewigen Stadtdirektors" von Burgdorf

Wenn man den geraden Weg gehen will, muss man sich auch einmal hinsetzen und abwarten. Nach diesem Motto hat Horst Bindseil über Jahrzehnte die Geschicke der Stadt Burgdorf gelenkt. Von der Überzeugung, stets das Richtige zu tun, konnte man diesen Stadtdirektor nicht abbringen. Sah das der Rat nicht so, ließ er die Fraktionen so lange in selbst gestellte Fallen tappen, bis sie um Bindseils Hilfe flehten. Dann schmunzelte er.

Doch einen Fehler machte er vor gut 30 Jahren nachweislich. Bei unserem Polterabend in der Burgdorfer Weststadt. Horst Bindseil schenkte mir einen Werkzeugkasten. Bei einem Fachgespräch erläuterte er mir die Werkzeuge, die sich in der Kiste befanden. Nach zwei oder drei Jever Pilsener bewunderte ich sein Fachwissen. Seine Frau Helga saß neben ihm und schwieg. Was selten war. Ob sie auch Bier trank, weiß ich nicht mehr.

Ich weiß nur noch, dass seine Anwesenheit bei unserem Polterabend eine Demonstration gewesen ist. Bei der damaligen Lokalzeitung "Burgdorfer Kreisblatt" sollte ich entlassen werden. Wegen kritischer Berichterstattung über Steuerverschwendung! 

Das letzte Mal habe ich ihn gesehen, als ich in einem Burgdorfer Café vor dem Kuchentresen stand. Er kam herein, sagte der Verkäuferin, er bezahle für mich und sagte: "Der Junge ist in Ordnung." Weg war er wieder. Jetzt leider für immer. 



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