Kreisblatt-Archiv 2020














Burgdorfer Schulen starten ins digitale Zeitalter
Bild 1 Karl-Heinz
Piepenbrink. Werbung
auf der Straßenseite.
Bild 2 Heinz-Peter
Tjaden. Stadtplan
auf der Rückseite.
Der eingeklemmte Stadtplanbetrachter

Wettmar-17. Mai 2020. "Kreisblatt"-Leser Karl-Heinz Piepenbrink hat sich ein Bilderrätsel einfallen lassen und fragt wahrscheinlich nicht nur sich selbst: Wem fällt denn sowas ein? 

Bild 1 zeigt Reklame. Drüber steht Information. Entstanden ist dieses Foto dort, wo es nach dem Umbau der Hauptstraße einen Kreisel gibt.  Früher gab es an der Ecke Hauptstraße/Am Rhaden einen Stadtplan. Ist der verschwunden?

Keinesfalls. Den gibt es noch. Sozusagen rückseitig. Beweist Bild 2, das "Kreisblatt"-Redakteur Heinz-Peter Tjaden gemacht hat. Wer sich zwischen den Gartenzaun und die vermeintliche Werbetafel klemmt, findet nahezu mühelos jede Straße in Burgwedel.  Man muss nur schlank genug sein. Ist man das nicht, hilft sicherlich der Nachbar beim Suchen.

5. Juni 2020. Inzwischen ist auch schon ein Fernsehteam vor Ort gewesen. Für den Stadtplan muss man sich allerdings immer noch verrenken.

Betr. Alltagsmasken im Rathaus

Die Mail, die bis zum 13. August 2020 ohne Antwort geblieben ist

Sehr geehrte Damen und Herren,

auf den Internet-Seiten der Stadt Burgwedel gibt es diese neue Mitteilung:


Im Zuge der Entscheidung über eine Maskenpflicht in Niedersachsen hat sich die Stadt Burgwedel dazu entschlossen, hier anzuknüpfen. Zwar besteht ab dem 27. April lediglich die Pflicht zur Bedeckung von Mund und Nase im ÖPNV und beim Einkaufen, aber die Stadtverwaltung spricht eine dringende Empfehlung aus, dies auch bei Besuchen im Rathaus zu tun.
Nach wie vor gibt es einen direkten Kundenkontakt derzeit nur in nicht aufschiebbaren Angelegenheiten und nur mit vorheriger telefonischer Terminvereinbarung. Wird ein solcher Termin wahrgenommen, sollten die Besucher*innen künftig eine Mund-Nasen-Bedeckung tragen. Selbstverständlich, so Bürgermeister Düker, werden die Mitarbeitenden der Verwaltung ebenfalls eine entsprechende Maske tragen.
Diese Empfehlung gilt auch für Teilnehmer*innen an öffentlichen Sitzungen, wie z. B. der Ratssitzung am 7. Mai 2020.
In der neuen Verordnung des Landes Niedersachsen finde ich den Begriff "Alltagsmasken" (die nach Auffassung von Ärzten das beste Mittel zur Erhöhung der Ansteckungsgefahr sind) gar nicht, sondern eine verwirrende Anzahl von Möglichkeiten zur Mund-Nase-Bedeckung bis hin zu geradezu lächerlichen Vorschlägen (auch hier beziehe ich mich auf das Urteil von Ärzten). 
Benutzen Sie deshalb den Begriff "Alltagsmasken"? Wie sehen diese Masken aus, welche Eigenschaften haben sie, handelt es sich um sichere Masken, wo bekommt man diese sicheren Masken?
Ich bedanke mich für Ihre Antwort, die hoffentlich fundierter ist als die neue Verordnung des Landes Niedersachsen.

Heinz-Peter Tjaden
Up´n Kampe 6
30938 Burgwedel
24. April 2020

Vor 50 Jahren
gefürchtet. 
Missbrauchsskandal: Bürgermeister wüsste von nichts, wenn...?

Großburgwedel-15. November 2020. Ein ehemaliges Heimkind, das im Alter von elf Jahren in der Pestalozzi-Stiftung sexuell missbraucht worden ist, hat angeblich mit einem Brief die Burgwedeler Stadtverwaltung aufgeschreckt: Der Pastor-Badenhop-Weg soll noch in diesem Jahr umbenannt werden. Damit endet die skandalöse Würdigung von Hans-Georg Badenhop, der die Stiftung von 1960 bis 1984 geleitet hat.  Berichtet der "Marktspiegel" in seiner Ausgabe vom 14. November 2020 und zitiert Bürgermeister Axel Düker so: "Wenn uns der Brief des Opfers nicht erreicht hätte, wüssten wir von nichts." 

"Ich habe mir manchmal vorgenommen, nicht weiter zu leben", sagt Michael B. Er hat die Jahre 1978 bis 1982 in einem Heim der Burgwedeler Pestalozzistiftung verbracht. Immer in Angst, erzählt der 43-Jährige. Denn: "Der Heimleiter war fast zwei Meter groß und hatte Hände wie Schaufeln." Hände für Prügel. Die Michael B. nach seinen Angaben oft bekommen hat.

Der 43-Jährige: "Doch die ertrug ich als Kind und als Jugendlicher. Weil ich noch mehr Angst vor sexuellem Missbrauch hatte."

Steht seit dem 16. März 2010 im Netz. Damals lieferte ich der Vorsitzenden eines Runden Tisches des Bundestages, der sich mit der Geschichte von Kinderheimen zwischen 1950 und 1975 beschäftigte, alle Informationen, die ich bis dahin gesammelt hatte. Das war eine Menge und mit dem damaligen Leiter der Pestalozzi-Stiftung lernte ich jemanden kennen, der in ungewöhnlicher Offenheit mit dem Thema umging. Drei Monate später verabschiedete sich Pastor Andreas Seifert in den Ruhestand. 

Um die 30 Ehemalige haben sich Andreas Seifert zufolge in den vergangenen beiden Jahren bei der Pestalozzi-Stiftung in Burgwedel gemeldet: "Den meisten lag nur an der Akteneinsicht." Sechs Ehemalige hätten Vorwürfe erhoben, Michael B. sei der Siebte. "Darüber hinaus haben wir von drei ehemaligen Mitarbeiterinnen Berichte mit Vorwürfen erhalten, die die Berichte der ehemaligen Kinder und Jugendlichen übertreffen", so Andreas Seifert, der hinzufügt: "Alle Vorwürfe beziehen sich auf Schläge und Strafen und auf erniedrigende und entwürdigende pädagogische Maßnahmen."

Berichtete ich am 20. März 2010. Dann stellte ich einen Kontakt von Michael B. mit der "Nordhannoverschen Zeitung" her. Der damalige Burgwedeler Redakteur Martin Lauber berichtete ausführlich.

Ich berichtete weiter. Am 5. November 2012 schrieb ein ehemaliges Heimkind: "Ekelig war besonders, dass man dem Erzieher seinen Penis masturbieren musste, so lange bis er abspritzte."

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