Tjaden tappt (395)

Das könnte Ihr neuer Arbeitsplatz sein.
Wie bekommt man einen Job beim Beitragsservice von ARD, ZDF und Deutschlandradio? Nützliche Tipps

29. Mai 2019. Wenn Sie das schon nicht begreifen, dann können Sie für den Beitragsservice von ARD, ZDF und Deutschlandradio arbeiten: Ich habe seit dem 17. Februar 2014 ein Zimmer in einer Wohngemeinschaft. In dem Haus gibt es drei weitere Zimmer. Das begreifen Sie? Dann passen Sie bloß auf, Sie bringen sich möglicherweise um einen neuen Job in Köln. Auch Wohngemeinschaften müssen Rundfunk- und Fernsehgebühren zahlen. 14,50 Euro im Monat. Das macht Sie hellhörig. Okay, so bewahren Sie sich Ihre Jobchancen. 

In meiner Wohngemeinschaft wechseln die Mitglieder. Den vorerst letzten Auszug hat es am 1. April 2018 gegeben. Dieses Mitglied bezahlte 15 Monate lang die Rundfunk- und Fernsehgebühren. Er meldete sich und damit die Wohngemeinschaft beim Beitragsservice ab. Die Kölner machten mich ausfindig und forderten mich im September 2018 zur Gebührenzahlung auf. Gefordert wurden von mir über 900 Euro. Finden Sie Klasse? Dann sind Sie bestens für den Beitragsservice von ARD, ZDF und Deutschlandradio geeignet.

Ich informierte meine Vermieterin. Wir verfassten fortan Briefe an den Beitragsservice. Das finden Sie lästig? Ein weiterer Pluspunkt für Sie. Die Kölner reagierten verhalten, d. h. manchmal monatelang gar nicht. Bis zum Januar 2019. Wunschgemäß meldete ich das Gebührenkonto 287 300 346, also das Gebührenkonto der Wohngemeinschaft, ab. Meine Vermieterin übernahm die Rundfunk- und Fernsehgebühren und bekam dafür ein Konto bei der Gebührenzentrale (4630 170 56).

Das hat den Kölnern aber nicht lange gefallen. Sie schrieben mir heute mit Betreff "Ihr Rundfunkbeitrag-Beitragsnummer 287 300 346": "Sie teilen uns mit, dass für Ihre Wohnung bereits Rundfunkbeiträge gezahlt werden. Unter der von Ihnen angegebenen Beitragsnummer ist eine Betriebsstätte angemeldet. Für Ihre Wohnung wird jedoch bei uns kein Rundfunkbeitragskonto geführt. Wir führen Ihr Beitragskonto deshalb unverändert weiter. Bezahlen Sie bitte den aktuellen Kontostand. Das Beitragskonto weist einschließlich 05.29 einen offenen Beitrag von 827,76 Euro auf."

Super, denken Sie? Erst die Abmeldung eines Gebührenkontos fordern, dann unter dieser Nummer eine Betriebsstätte ausmachen und diese Nummer der Wohngemeinschaft zuordnen. Außerdem die neue Beitragsnummer ignorieren. Daraus ließe sich doch was machen! Man könnte diese 827,76 Euro doch auch noch der Vermieterin in Rechnung stellen. Sie sind bestens geeignet für den Beitragsservice in Köln!

Und sie melden sich doch wieder einmal

15. September 2019. Liegt es an meiner Broschüre "Heiß ist es auch, wenn man nicht lacht", die im August erschienen ist? Zu den heiteren Beiträgen, die ich dort veröffentlicht habe, gehört auch eine Würdigung des Beitragsservices von ARD, ZDF und Deutschlandradio. Wie dem auch sei. Ich habe einen weiteren Brief bekommen. Datum: 11. September 2019. Der Text:

"Ihr Rundfunk-Beitrag-Beitragsnummer 287 300 346

Vielen Dank für Ihre Mitteilung. Sie möchten Ihr Beitragskonto abmelden, da Sie in eine Wohnung ziehen oder gezogen sind, für die bereits Rundfunkbeiträge gezahlt werden.

Wir konnten, mit den von Ihnen gemachten Angaben, ein nicht privates Beitragskonto ermitteln. Hierunter sind jedoch lediglich Betriebsstätten gemeldet. 

Bitte berücksichtigen Sie, dass wir deshalb das Beitragskonto 287 300 346 unverändert weiterführen.

Beachten Sie bitte den aktuellen Kontostand. Das Beitragskonto weist einschließlich 08.2019 einen offenen Beitrag von 880,26 Euro auf.

Für Ihre Unterlagen haben wir die Daten des Beitragskontos zusammengestellt. Ist alles korrekt?"

Aber sicher. Korrekter könnten sie gar nicht sein, zumal in dieser Zusammenstellung lediglich der offene Betrag steht...

Was später geschah

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