Tjaden tappt (278)

"Bild", Seite 2,
28. Juni 2018

Die gestorbene Nationalelf, die weiterlebt

 Franz Josef Wagner wird im August 75. Die WM in Russland könnte also sein letztes großes Turnier als "Bild"-Kolumnist gewesen sein. Dies vorausgeschickt wird sein Brief an die "liebe Nationalelf" auch nicht besser.

"Was ich mich frage, ist, wie diese Mannschaft weiterleben will, nachdem sie gestorben ist" ist ein Satz, der weder theologisch noch sportlich einen Sinn ergibt. Theologisch betrachtet kann man erst weiterleben, wenn man gestorben ist, sportlich betrachtet dürfen Tote nicht mehr aufs Spielfeld. 

"Kein Deutschlandfähnchen am Auto, die Liebe ist weg" ist noch so ein Blödsinn. Es sei denn, man liebt sein Auto.

"Wie sollen wir unsere Nationalelf nach ihrem Ausscheiden in Deutschland empfangen?" ist nach all dem Geschreibsel eine merkwürdige Frage. Auch in Russland werden Tote in Särge gelegt. Von dort werden sie überführt, wenn sie in Deutschland beerdigt werden sollen.

"Auch Verlierer gehören zu uns", schreibt Wagner abschließend. Tote auch...    

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