Tjaden tappt (XXXX)

Der Straßenfeger und die Seilschaften in Burgdorf

"Das Schlimme", sagt er und fegt dabei den Bürgersteig, "sind die Seilschaften", fügt er hinzu und greift nach einer Schaufel, "in Burgdorf", beendet er seinen Satz und schiebt den Schmutz mit dem Besen auf die Schaufel. Der Dreck verschwindet in einem Eimer, die Seilschaften jedoch verschwinden nicht, meint er und macht mich sogleich mit dem Anführer bekannt. Das sei Gerhard Bleich mit seinem Verkehrs- und Verschönerungsverein, mit seinem Stadtmarketing-Verein und mit dem Verein für das Burgdorfer StadtHaus, der sich neuerdings um ein Veranstaltungszentrum kümmert. Teuer soll das Seil auch noch sein: "Bleich verdient 12 000 Euro im Monat."

Wo ein Seil ist, ist auch ein Abgrund, einer der gefährlichsten Abgründe ist der Abgrund der Gerüchte. Gerüchte werden durch eine Stadt getuschelt, um das Ansehen von Bürgern, die sich um Burgdorf verdient gemacht haben und verdient machen, zum Absturz zu bringen. Wer schon nicht mitmacht, der will wenigstens niedermachen. Deshalb schneide ich diesem Straßenfeger das Seil durch.

"Sie reden", antworte ich, "wie der übelste Burgdorfer, den ich kenne. Der heißt Paul Rohde und gibt ein Magazin heraus, das auch dann von der Stadtsparkasse verteilt wird, wenn er über Homosexuelle herfällt. Ich habe dagegen in der Bank protestiert, reagiert wurde nicht. Das Magazin lag weiter in der Bank aus. Keiner fällt diesem Verleumder in den Arm."

Das ist seit Jahren so. Stadtsparkassen-Kunden lasen vor elf Jahren in den Magazinen dieses Verleumders Berichte, in denen behauptet wurde, ich sei obdachlos und hätte mich strafbar gemacht. Auch über Gerhard Bleich veröffentlichte Paul Rohde so manchen Unsinn, der offenbar trotzdem geglaubt wurde und geglaubt wird. Dieser Mann nagelte viele an die Wand, einige verzweifelten an seinen erfundenen Geschichten.

Der Straßenfeger ist inzwischen still geworden. Er greift nach Schaufel, Besen und Eimer, im Weggehen sagt er: "Ich dachte, der Rohde ist schon tot." "Und wenn er es wäre", antworte ich, "in seinen Gerüchten würde er leider wohl weiterleben."  

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