Freitag, 30. Oktober 2015

Tjaden tappt (62)

Lässt Kassen
sprechen. 
Was die "Penny"-Kasse sagt...

Freitag, kurz nach halb eins. Sparkasse. Geld holen. Zum "Penny"-Markt in Großburgwedel radeln. Zigaretten für 4,25 Euro kaufen und eine Tafel Schokolade für 45 Cent. 

Ich drücke der Kassiererin einen Zehn-Euro-Schein in die Hand. Sie gibt mir 4,30 Euro zurück. Den Bon bekomme ich nicht. Denn schon ist der nächste Kunde dran. Ich warte. Der Kunde bezahlt. Ich sage zu der Kassiererin: "Sie haben mir einen Euro zu wenig wiedergegeben." Das streitet sie ab. "Die Zigaretten kosten doch schon 4,25 Euro." "Richtig", sage ich, "und die Schokolade 45 Cent. Sind 4,70 Euro." Ich öffne meine linke Hand und zeige ihr die Münzen, die sie mir zurückgegeben hat.  

Die Kassiererin wendet sich von mir ab. "Ich mache nur das, was mir die Kasse sagt", wimmelt sie mich ab und widmet sich der Schlange an der Kasse. Ich gehe. Nirgendwo eine Kasse, die mit mir spricht. Mit Kunden reden "Penny"-Kassen also nicht...  

   

Montag, 26. Oktober 2015

Tjaden tappt (61)

Auf dem Burgdorfer Spittaplatz
brennen Kerzen. Foto: Tjaden 
Ein Kurde ohne Zigaretten

Ist er nun türkischer Kurde oder kurdischer Türke? Kurz vor der Aue-Brücke holt er mich ein. "Lange nicht gesehen", sagt er, "wie geht es dir?" Er hält sich an einem Pfahl fest, bleibt auf dem Fahrradsattel sitzen. "Gut", antworte ich. "Und selber?" 

Wir radeln weiter, bis zu einer Spielhalle mit zwei Internetplätzen. "Ich habe gestern 50 Euro verloren", sagt er, bevor er sein Fahrrad abstellt. "Nun habe ich vier Tage lang keine Zigaretten. Ist das nicht blöd?" Sein Handy klingelt. Er schaut auf das Display. "Wer ruft mich denn an?", fragt er sich selbst, vielleicht auch mich. 

"Ich bin schizophren", hat er mir vor einigen Monaten erzählt. Er nimmt den Anruf nicht entgegen. "Ich gehe kurz mit rein, mal sehen, ob jemand da ist", sagt er und folgt mir in die Spielhalle. Es ist niemand da. Das war vor einigen Monaten noch anders. Auf den Internetplätzen saßen Syrer, Iraker, Iraner und er, der türkische Kurde oder kurdische Türke. Sie hatten Angst vor weiteren IS-Morden an den Jesiden. Auf dem Burgdorfer Spittaplatz brannten Kerzen für die Ermordeten.

Er ist wieder verschwunden, hat noch kurz gegrüßt. "Du bist in Ordnung", sagt er. "Du auch", antworte ich. 

Lange nicht in Ordnung ist dagegen eine Bewerbung gewesen, die einer von ihnen fast täglich an einem der beiden Computer schrieb, weil sie nicht fertig wurde. Er überlegte sich jedes Wort, fragte mich nach der Schreibweise von Wörtern wie "Hausmeister", "Mehrfamilienhaus" und "Sauberkeit" und wunderte sich jedes Mal, wenn der Text wieder weg war. "Du solltest zwischendurch den Text speichern und immer Geld nachwerfen, bevor der Computer herunterfährt."

Eines Tages saß er wieder neben mir, dieses Mal hatte er einen Zettel dabei. "Kannst du das mal lesen?", fragte er. "Das hat mir ein Freund aufgeschrieben." Ich las die Bewerbung um einen Hausmeisterposten, korrigierte Fehler, er nahm den Zettel und fing an zu schreiben, als ich die Spielhalle verließ. Danach habe ich ihn nie wiedergesehen. Möglicherweise wurde er als Hausmeister eingestellt und hat deshalb keine Zeit mehr für Spielhallenbesuche...    

Freitag, 23. Oktober 2015

Tjaden tappt (60)

Das Regionshaus in Hannover.
Schmutziges Spiel des Veterinäramtes der Region Hannover

Fast 300 Euro Kosten soll ich schon tragen, seit heute sollen 517,68 Euro dazu kommen. Steht in einem Schreiben mit der Betreff-Zeile "Festsetzung von Zwangsgeld". Dabei beruft sich die Behörde auf Behauptungen, die der Burgdorfer Tierarzt S. "auf Nachfrage" des Veterinäramtes aufgestellt haben soll. 

In einer Antwort-mail habe ich dieser Behörde sofort klar gemacht, dass ich bei diesem schmutzigen Spiel nicht mitmachen werde und davon ausgehe, dass die S. untergeschobenen Behauptungen nicht stimmen, weil sie im krassen Widerspruch zu dem stehen, was mir dieser Tierarzt bei meinem ersten Praxisbesuch und zwei Tage später eine Mitarbeiterin von ihm am Telefon gesagt haben. 

Aber was erwarte ich eigentlich von einer Behörde, die bei mir erst den Eindruck erwecken lässt, der Tierschutzverein von Hannover stecke hinter der Beschlagnahme meines Hundes und dann der Polizei erzählt haben soll, man habe durch eines meiner Fenster ein unterernährtes Tier gesehen und müsse deshalb eingegreifen. Von Unterernährung meines Hundes ist auch nicht mehr die Rede, außerdem ist der zuständige Mitarbeiter des Veterinäramtes gegen eine Mitarbeiterin ausgetauscht worden. Durch mein Fenster hat am Tag der Beschlagnahme niemand etwas sehen können. Die Jalousien waren heruntergelassen.

Der Tierarzt S. soll gesagt haben, dass ich meinen Hund nicht habe wiegen lassen und dass ich zu einer "Futtermittelberatung" nicht erschienen sei. Bei meinem ersten Tierarztbesuch hat S. meinen Hund nicht gewogen, weil er ganz richtig feststellte, dass mein Jagdterrier nicht unterernährt ist, die behauptete und von mir angeblich versäumte "Futtermittelberatung" hätte so ausgesehen: "Bringen Sie doch einmal eine Dose Hundefutter vorbei. Dann schauen wir mal, ob etwas mit den angegebenen Kalorien nicht stimmt." Außerdem soll mich S. darauf hingewiesen haben, dass mein Hund "auf Medikamente gesetzt" werden müsse, weil er unter einer Schilddrüsenunterfunktion leide. 

Bei einem Telefongespräch mit einer Mitarbeiterin von S. ist aber nur die Rede davon gewesen, dass man "eine Kur probieren" könne, wenn ich das wolle, könne ich ja einmal ohne meinen Hund vorbeischauen und die Tabletten abholen. Da mein Hund kein einziges Symptom für eine Schilddrüsenunterfunktion hat, hielt ich das für überflüssig.

Das Veterinäramt der Region Hannover schließt nun messerscharf aus dem offenbar frei erfundenen Gespräch mit dem Burgdorfer Tierarzt S., dass ich mich auch weiterhin nicht an die Verfügung der Behörde halten werde. 

Ich habe vor dem Verwaltungsgericht in Hannover das Veterinäramt der Region Hannover verklagt. Falls der Burgdorfer Tierarzt S. als Zeuge geladen wird, könnte sich diese Behörde der Region Hannover so herausreden: "Wir haben nie behauptet, dass unsere Mitarbeiterin direkt mit dem Tierarzt gesprochen hat. Schließlich schrieb sie Herrn Tjaden nur: ´Wie mir die Tierarztpraxis auf meine Nachfrage mitteilte...`"

Noch mehr Probleme bekommt das Veterinäramt mit dem Vorwurf (soll mich 200 Euro kosten), ich hätte mich an die Anweisung "Die tierärztliche Behandlung ist binnen einer Woche an Hand einer Bescheinigung nachzuweisen." nicht gehalten. Bevor ich mich bei meinem ersten Tierarztbesuch von S. verabschiedet habe, fragte ich ihn: "Schreiben Sie an das Veterinäramt?" Seine Antwort: "Ich rufe die morgen an." 

Die Verfügung des Veterinäramtes der Region Hannover hatte ich bei diesem Besuch übrigens ebenso dabei, wie meinen Hund. S. behielt die Verfügung und schickte sie mir per Post zwei Tage später kommentarlos zurück.

Schlussbemerkung: Ich habe das Veterinäramt der Region Hannover auch um Auskunft darüber gebeten, was mein Hund bei der Einlieferung ins Tierheim Langenhagen-Krähenwinkel gewogen hat. Eine Auskunft bekam ich nicht...

Zum Beginn der Serie

Tjaden tappt (63): Das Ideal-Herrchen  

Mittwoch, 21. Oktober 2015

Tjaden tappt (59)

Erschienen bei Lulu,
erhältlich auch bei
Amazon und Hugendubel.
Spannende und auch sonst erfreuliche Begegnungen in Burgdorf

Ich bin oft in Burgdorf, fast täglich radele ich - meistens mit meinem Hund - dort hin. Unterwegs werde ich immer wieder auf diese Radtouren angesprochen - am häufigsten von einem Mann, dessen Schafe in einem Wald zwischen Engensen und Schillerslage grasen. Über den habe ich als Lokalredakteur vor vielen, vielen Jahren berichtet - daran erinnert er sich noch heute gern. Sogar die Schlagzeile meines damaligen Berichtes kennt er noch. "Pflug als Landräuber". 

Kürzlich wurde ich in einem Burgdorfer Lokal von einer Frau bedient, die mir bekannt vorkam. Schnell stellten wir fest: Sie war die zweite Ehefrau des ersten Mannes meiner vierten Ehefrau. War eine spannende Unterhaltung. Seither sind wir uns in diesem Lokal schon häufiger begegnet, sie als Bedienung, ich als Gast, der im Internet surft. 

Heute ist es in einem anderen Burgdorfer Lokal zu einer anderen erfreulichen Begegnung gekommen. Meine Postbotin hatte mir vor meiner Radtour nach Burgdorf eine Büchersendung in die Hand gedrückt. Die öffnete ich in dem Burgdorfer Lokal. Die Frau, die mich bediente, wurde neugierig, denn auf einem der Bücher stand mein Name. Dabei handelte es sich um meine Broschüre "Zerstreutes Wohnen - Ratgeber für alle ab 70".

Sie nahm die Broschüre in die Hand, schlug sie auf, las die ersten Sätze und schon hatte ich in ihr eine neue Leserin gefunden. "Der Anfang gefällt mir schon", sagte sie. Mit diesem Ratgeber habe ich schon viele Lachmuskeln nicht nur ab 70-Jähriger strapaziert. Auch Jüngere amüsierten sich hervorragend.

Gerade hat Radio ffn gemeldet, dass sich auf der Immenser Straße in Burgdorf Schafe herumtreiben. Ich hoffe, es sind nicht die Schafe des oben erwähnten Mannes...Sonst macht er wieder Schlagzeilen.

Der Bestell-Klick zu meinem "Zerstreutes Wohnen"-Ratgeber
Amazon
Hugendubel  





  

Freitag, 16. Oktober 2015

Tjaden tappt (58)

In diesem Tierheim ist mein Hund
 in diesem Jahr zweimal
gewesen: Im Januar, weil
 er in Wettmar ausgerissen ist,
im September, weil er
 beschlagnahmt wurde.
Foto: Heinz-Peter Tjaden 
Fast 300 Euro für Belagerung meiner Wohnung

Da belagern am 16. September 2015 zwei Mitarbeiterinnen des Veterinäramtes der Region Hannover rund eine Stunde lang meine Wohnung, zwei Polizeibeamte werden hinzugerufen, die ebenfalls klingeln, klopfen und vor meinen Fenstern stehen, bis ich mit den Nerven fertig bin, mit meinem Hund nach draußen gehe, der sogleich beschlagnahmt wird, weil er angeblich unterernährt ist.

Meinen Hund darf ich nach 10 Tagen wieder aus dem Tierheim Langenhagen-Krähenwinkel abholen, dort werde ich behandelt, als sei ich ein Tierquäler, weisungsgemäß gehe ich zu einem Tierarzt, der stellt fest, dass mein Hund gar nicht unterernährt ist. Der Anweisung, meinen Hund wöchentlich zu wiegen, folgt dieser Tierarzt gar nicht, nach einem weiteren Praxisbesuch heißt es: "Wenn Sie noch einmal wiederkommen, müssen Sie Ihren Hund nicht mitbringen."

Der Tierarzt hat 84,03 Euro von mir bekommen, nun habe ich auch eine Rechnung vom Veterinäramt der Region Hannover erhalten. Für die Belagerung meiner Wohnung soll ich 87 Euro bezahlen, für den Tierheimaufenthalt meines Hundes 130,31 Euro. Fällig ist die Forderung innerhalb von zwei Wochen. Allerdings kann ich vor dem Verwaltungsgericht in Hannover klagen. 

Ich verfüge über monatliche Einnahmen von 700 Euro. Schon in diesem Monat bin ich wegen der Tierarztkosten finanziell am Ende...Ohne Futterspende einer Burgdorferin könnte ich meinem Hund nichts mehr in den Fressnapf tun.

Tjaden tappt (60): Schmutziges Spiel  

Zum Beginn der Serie


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