Sonntag, 27. Dezember 2020

Tjaden tappt (572)

Ein kleiner Pieks für
Gertrud Haase. 

Nach dem Pieks ins Stadion?

Ein kleiner Pieks für eine 101-Jährige aus einem Berliner Seniorenheim, ein großer Stich für Bundesgesundheitsminister Jens Spahn. Aber: Darf Gertrud Haase am 9. Januar auch in die Alte Försterei, wenn die "Eisernen" gegen Wolfsburg spielen? Das spricht dafür: Die Spiele der Elf von Urs Fischer sind dermaßen anregend, dass sie auch eine 101-Jährige fit halten können. Auch das spricht dafür: In der Alten Försterei werden sogar haushohe Favoriten wie jüngst Borussia Dortmund eingesargt, aber keine 101-Jährigen. Als Drittes spricht dafür: Urs Fischer ist Schweizer. 

Während sich Bundesinnenminister Horst Seehofer noch gegen eine bevorzugte Behandlung der 101-Jährigen ausspricht, ist das Schweizer Bundesamt für Justiz und das Schweizer Bundesamt für Gesundheit dafür. Laut "Blick" meint die Rechtsanwältin Ingrid Ryser im Namen dieser beiden Bundesämter: "Grundsätzlich ist es nicht ausgeschlossen, geimpfte und nicht geimpfte Personen rechtlich anders zu behandeln." Denn: Was private Veranstalter und Privatleute miteinander vereinbaren, sei deren Sache. 

Was in der Schweiz möglich ist, dürfte bei einem Verein, der mit Erfolg einen Schweizer beschäftigt, durchaus ebenfalls möglich sein.  


Samstag, 26. Dezember 2020

Liebe Virginia

Liebe Virginia, Deine kleinen Freunde haben nicht recht

Ich bin 8 Jahre alt. Einige von meinen Freunden sagen, es gibt keinen Weihnachtsmann. Papa sagt, was in der "Sun" steht, ist immer wahr. Bitte, sagen Sie mir: Gibt es einen Weihnachtsmann?

Diese Frage hat 1897 der beste Kolumnist dieser Zeitung beantwortet. Seine Antwort erschien bis zur Einstellung der Zeitung im Jahre 1950 jedes Jahr zu Weihnachten.

Virginia, Deine kleinen Freunde haben nicht recht. Sie glauben nur, was sie sehen; sie glauben, dass es nicht geben kann, was sie mit ihrem kleinen Geist nicht erfassen können. Aller Menschengeist ist klein, ob er nun einem Erwachsenen oder einem Kind gehört. Im Weltall verliert er sich wie ein winziges Insekt.

Ja, Virginia, es gibt einen Weihnachtsmann. Es gibt ihn so gewiss wie die Liebe und Großherzigkeit und Treue. Weil es all das gibt, kann unser Leben schön und heiter sein.  Wie dunkel wäre die Welt, wenn es keinen Weihnachtsmann gäbe! Es gäbe dann auch keine Virginia, keinen Glauben, keine Poesie - gar nichts, was das Leben erst erträglich machte. Ein Flackerrest an sichtbarem Schönen bliebe übrig. Aber das Licht der Kindheit, das die Welt ausstrahlt, müsste verlöschen. Es gibt einen Weihnachtsmann, sonst könntest Du auch den Märchen nicht glauben.

Gewiss, Du könntest deinen Papa bitten, er solle am Heiligen Abend Leute ausschicken, den Weihnachtsmann zu fangen. Und keiner von ihnen bekäme den Weihnachtsmann zu Gesicht - was würde das beweisen? Kein Mensch sieht ihn einfach so. Das beweist gar nichts.

Die wichtigsten Dinge bleiben meistens unsichtbar. Die Elfen zum Beispiel, wenn sie auf Mondwiesen tanzen. Trotzdem gibt es sie. All die Wunder zu denken - geschweige denn sie zu sehen -, das vermag auch nicht der Klügste auf der Welt. Was Du auch siehst, Du siehst nie alles. Du kannst ein Kaleidoskop aufbrechen und nach den schönsten Farbfiguren suchen. Du wirst einige bunte Scherben finden, nichts weiter.  Warum? Weil es einen Schleier gibt, der die wahre Welt verhüllt, einen Schleier, den nicht einmal alle Gewalt auf der Welt zerreißen kann. Nur Glaube und Poesie und Liebe können ihn lüften. Dann werden die Schönheit und Herrlichkeit dahinter zu erkennen sein.

"Ist das denn auch wahr?", kannst Du fragen. Virginia, nichts auf der ganzen Welt ist wahrer und nichts beständiger.  Der Weihnachtsmann lebt, und er wird ewig leben. Sogar in zehnmal zehntausend Jahren wird er da sein, um Kinder wie Dich und jedes offene Herz mit Freude zu erfüllen. Frohe Weihnacht, Virginia.

Dein Francis Church.

Die zweite Weihnachtsgeschichte Hier klicken  

Sonntag, 20. Dezember 2020

Tjaden tappt (509)

Eine Zier für 
Fahrradlenker.
Foto: Tjaden
 
Mehr und hübs
cher

23. Juni 2020. Die Zahl der registrierten Corona-Neuinfizierten in der Region Hannover sinkt, die Mund-/Nase-Bedeckungen, die ich am Straßen- und Wegesrand finde, werden nicht nur zahlreicher, sondern auch immer hübscher. 

Zwischen der Statistik der Region Hannover und meiner Fundstatistik gibt es allerdings einen wesentlichen Unterschied: In meiner Statistik gibt es keine Dunkelziffer. Möglicher Grund: Ich bin nur bei Tageslicht mit meinem Rad unterwegs.

15. August 2020. Der R-Faktor der Maskenfunde liegt immer noch über 1. R-Faktor bedeutet in dieser Statistik Rückenbeug-Faktor.

30. August 2020. Da ich am Dienstag nach Madeira fliege, werde ich die nächsten Funde wohl vornehmlich in Funchal machen.

Die Fundstatistik für Madeira vom 1. bis 15. September 2020


Funchal ist gesegnet mit 
wegfliegenden
Masken.
R. dos Netos Funchal   6
Kathedrale Se Funchal  2
Uferpromenade Funchal  5
R. Santa Maria Funchal 1
Rathausbrunnen Funchal 2
Altstadt Funchal       1



Bunter Maskenherbst

1. Oktober 2020. Bevor der November grau wird, liegen am Wegesrand immer farbigere Masken - sogar mit echtem Gummiband. Maskenmodisch gesehen beginnt der Herbst also durchaus verheißungsvoll.Ich hoffe auf weitere attraktive Funde.

Eine Zier für Fahrradlenker

11. Oktober 2020. Diese Radtour hat sich gelohnt: Fünf Masken am Radweg von Kleinburgwedel nach Großburgwedel, eine Maske vor einem Supermarkt.Die Funde zierten zweifellos meinen Fahrradlenker (siehe Foto oben links).

Fast 250 Fundstücke

20. Dezember 2020. Ich beende die Sammelaktion mit fast 250 aufgelesenen Mund-Nase-Bedeckungen.     

Fundstellen und Zahl der Mund-Nase-Bedeckungen  seit dem 8. Mai 2020
Stand  20. Dezember 2020


  1. Radweg Kleinburgwedel Wettmar        13
  2. Radweg Schillerslage Burgdorf              14
  3. Weststadt Burgdorf                                4
  4. Vor Supermärkten                                28
  5. Radweg Hannover Isernhagen Süd      3
  6. Radweg Altwarmbüchen Neuwarmb.   2
  7. Radweg Hochbrücke Burgdorf              1
  8. Bushaltestelle Spittaplatz BU                 4
  9. Radweg Großburgwedel Burgdorf        4
  10. Kleinburgwedel Radenstraße                 5
  11. Wettmar Hauptstraße                           15
  12. Burgdorf Weserstraße                            1
  13. Burgdorf Feldstraße                                1
  14. Bahnhof Großburgwedel                         5
  15. Bushaltestelle Krankenhaus Gbw          1
  16. Radweg Engensen Thönse                      3
  17. Kindergarten Schillerslage                      2
  18. Hannoversche Straße Großburgwedel  17
  19. Radweg Kleinburgwedel Großburgw.    11
  20. Burgdorf Schmiedestraße                        3
  21. Burgdorf Bahnhofstraße                           3
  22. Burgdorf Spittaplatz                                  6
  23. Radweg Gbw Isernhagen HB                    2
  24. Burgdorf Schillerslager Straße                 10
  25. Großburgwedel von-Alten-Straße            4
  26. Burgdorf Marktstraße                                14
  27. Isernhagener Straße Großburgwedel        3
  28. Am Ortfelde Isernhagen NB                       1
  29. Schillerslager Straße Engensen                   2
  30. Radweg Isernhagen FB Großburgwedel    2
  31. Isernhagen KB Dorfstraße                            1
  32. Radweg Isernhagen KB Isernhagen HB     1
  33. Burgdorf Hannoversche Neustadt               1
  34. Burgdorf Finanzamtstunnel                          1
  35. Großburgwedel Rathaus                                2
  36. Radweg Engensen Wettmar                          3
  37. Burgdorf Marris Mühlenweg                         2
  38. Burgdorf Immenser Straße                            3
  39. Großburgwedel Fuhrberger Straße              2
  40. Großburgwedel Am Schützenplatz                1
  41. Burgdorf Wilhelmstraße                                  1
  42. Burgdorf Wächterstieg                                     1
  43. Burgdorf Poststraße                                         1
  44. Engensen Ramlinger Straße                            2
  45. Radweg Kleinburgwedel Fuhrberg                 1
  46. Burgdorf Schützenplatz                                     1
  47. Großburgwedel Berkhopstraße                       2
  48. Burgdorf Mühlenstraße                                     1
  49. Schillerslage Flachsfeld                                      1
  50. Burgdorf Höhenstraße                                       3
  51. Thönse Kleinburgwedeler Straße                     2
  52. Burgdorf Am Wall                                               1
  53. Burgdorf Rolandstraße                                       1
  54. Burgdorf Schlossstraße                                       1
  55. Schillerslage Wolfskuhlen                                    1
  56. Großburgwedel Kokenhorststraße                    1
  57. Radweg Gbw Bahnhof Kleinburgwedel              1
  58. Kleinburgwedel Tempelweg                                1
  59. Großburgwedel Schulzentrum                            1

Kreisblatt-Archiv 2020














Burgdorfer Schulen starten ins digitale Zeitalter
Bild 1 Karl-Heinz
Piepenbrink. Werbung
auf der Straßenseite.
Bild 2 Heinz-Peter
Tjaden. Stadtplan
auf der Rückseite.
Der eingeklemmte Stadtplanbetrachter

Wettmar-17. Mai 2020. "Kreisblatt"-Leser Karl-Heinz Piepenbrink hat sich ein Bilderrätsel einfallen lassen und fragt wahrscheinlich nicht nur sich selbst: Wem fällt denn sowas ein? 

Bild 1 zeigt Reklame. Drüber steht Information. Entstanden ist dieses Foto dort, wo es nach dem Umbau der Hauptstraße einen Kreisel gibt.  Früher gab es an der Ecke Hauptstraße/Am Rhaden einen Stadtplan. Ist der verschwunden?

Keinesfalls. Den gibt es noch. Sozusagen rückseitig. Beweist Bild 2, das "Kreisblatt"-Redakteur Heinz-Peter Tjaden gemacht hat. Wer sich zwischen den Gartenzaun und die vermeintliche Werbetafel klemmt, findet nahezu mühelos jede Straße in Burgwedel.  Man muss nur schlank genug sein. Ist man das nicht, hilft sicherlich der Nachbar beim Suchen.

5. Juni 2020. Inzwischen ist auch schon ein Fernsehteam vor Ort gewesen. Für den Stadtplan muss man sich allerdings immer noch verrenken.

Betr. Alltagsmasken im Rathaus

Die Mail, die bis zum 13. August 2020 ohne Antwort geblieben ist

Sehr geehrte Damen und Herren,

auf den Internet-Seiten der Stadt Burgwedel gibt es diese neue Mitteilung:


Im Zuge der Entscheidung über eine Maskenpflicht in Niedersachsen hat sich die Stadt Burgwedel dazu entschlossen, hier anzuknüpfen. Zwar besteht ab dem 27. April lediglich die Pflicht zur Bedeckung von Mund und Nase im ÖPNV und beim Einkaufen, aber die Stadtverwaltung spricht eine dringende Empfehlung aus, dies auch bei Besuchen im Rathaus zu tun.
Nach wie vor gibt es einen direkten Kundenkontakt derzeit nur in nicht aufschiebbaren Angelegenheiten und nur mit vorheriger telefonischer Terminvereinbarung. Wird ein solcher Termin wahrgenommen, sollten die Besucher*innen künftig eine Mund-Nasen-Bedeckung tragen. Selbstverständlich, so Bürgermeister Düker, werden die Mitarbeitenden der Verwaltung ebenfalls eine entsprechende Maske tragen.
Diese Empfehlung gilt auch für Teilnehmer*innen an öffentlichen Sitzungen, wie z. B. der Ratssitzung am 7. Mai 2020.
In der neuen Verordnung des Landes Niedersachsen finde ich den Begriff "Alltagsmasken" (die nach Auffassung von Ärzten das beste Mittel zur Erhöhung der Ansteckungsgefahr sind) gar nicht, sondern eine verwirrende Anzahl von Möglichkeiten zur Mund-Nase-Bedeckung bis hin zu geradezu lächerlichen Vorschlägen (auch hier beziehe ich mich auf das Urteil von Ärzten). 
Benutzen Sie deshalb den Begriff "Alltagsmasken"? Wie sehen diese Masken aus, welche Eigenschaften haben sie, handelt es sich um sichere Masken, wo bekommt man diese sicheren Masken?
Ich bedanke mich für Ihre Antwort, die hoffentlich fundierter ist als die neue Verordnung des Landes Niedersachsen.

Heinz-Peter Tjaden
Up´n Kampe 6
30938 Burgwedel
24. April 2020

Vor 50 Jahren
gefürchtet. 
Missbrauchsskandal: Bürgermeister wüsste von nichts, wenn...?

Großburgwedel-15. November 2020. Ein ehemaliges Heimkind, das im Alter von elf Jahren in der Pestalozzi-Stiftung sexuell missbraucht worden ist, hat angeblich mit einem Brief die Burgwedeler Stadtverwaltung aufgeschreckt: Der Pastor-Badenhop-Weg soll noch in diesem Jahr umbenannt werden. Damit endet die skandalöse Würdigung von Hans-Georg Badenhop, der die Stiftung von 1960 bis 1984 geleitet hat.  Berichtet der "Marktspiegel" in seiner Ausgabe vom 14. November 2020 und zitiert Bürgermeister Axel Düker so: "Wenn uns der Brief des Opfers nicht erreicht hätte, wüssten wir von nichts." 

"Ich habe mir manchmal vorgenommen, nicht weiter zu leben", sagt Michael B. Er hat die Jahre 1978 bis 1982 in einem Heim der Burgwedeler Pestalozzistiftung verbracht. Immer in Angst, erzählt der 43-Jährige. Denn: "Der Heimleiter war fast zwei Meter groß und hatte Hände wie Schaufeln." Hände für Prügel. Die Michael B. nach seinen Angaben oft bekommen hat.

Der 43-Jährige: "Doch die ertrug ich als Kind und als Jugendlicher. Weil ich noch mehr Angst vor sexuellem Missbrauch hatte."

Steht seit dem 16. März 2010 im Netz. Damals lieferte ich der Vorsitzenden eines Runden Tisches des Bundestages, der sich mit der Geschichte von Kinderheimen zwischen 1950 und 1975 beschäftigte, alle Informationen, die ich bis dahin gesammelt hatte. Das war eine Menge und mit dem damaligen Leiter der Pestalozzi-Stiftung lernte ich jemanden kennen, der in ungewöhnlicher Offenheit mit dem Thema umging. Drei Monate später verabschiedete sich Pastor Andreas Seifert in den Ruhestand. 

Um die 30 Ehemalige haben sich Andreas Seifert zufolge in den vergangenen beiden Jahren bei der Pestalozzi-Stiftung in Burgwedel gemeldet: "Den meisten lag nur an der Akteneinsicht." Sechs Ehemalige hätten Vorwürfe erhoben, Michael B. sei der Siebte. "Darüber hinaus haben wir von drei ehemaligen Mitarbeiterinnen Berichte mit Vorwürfen erhalten, die die Berichte der ehemaligen Kinder und Jugendlichen übertreffen", so Andreas Seifert, der hinzufügt: "Alle Vorwürfe beziehen sich auf Schläge und Strafen und auf erniedrigende und entwürdigende pädagogische Maßnahmen."

Berichtete ich am 20. März 2010. Dann stellte ich einen Kontakt von Michael B. mit der "Nordhannoverschen Zeitung" her. Der damalige Burgwedeler Redakteur Martin Lauber berichtete ausführlich.

Ich berichtete weiter. Am 5. November 2012 schrieb ein ehemaliges Heimkind: "Ekelig war besonders, dass man dem Erzieher seinen Penis masturbieren musste, so lange bis er abspritzte."

Dienstag, 15. Dezember 2020

Corona-Fotos (VI)

 Fotografiert am 6. November 2020 in Großburgwedel und in Burgdorf (seit Anfang der Woche gilt auch im Freien die Mund-Nase-Bedeckungspflicht auf belebten Straßen und Plätzen, vor Schulen etc.)

Von-Alten-Straße in
Großburgwedel.
Astrid-Lindgren-
Grundschule in
Burgdorf. 

Der moderne 
Mann achtet auf
sein Mund-Nase-
Aussehen.

Fotografiert am 8. November 2020 (221 seit dem 8. Mai 2020 am Wegesrand gefundene Mund-Nase-Bedeckungen aus Burgwedel, Burgdorf, Isernhagen, Hannover und Funchal)

Die schönsten liegen vorn.












Fotografiert am 15. Dezember 2020 vor dem Edeka-Markt in Wettmar

Einfallsreich. 





Anschau-bar

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