Sonntag, 4. Dezember 2016

Tjaden tappt (185)

Effi Briest an der Nordsee

Effi Briest ist 17 - auf Wunsch ihrer Eltern heiratet sie einen 20 Jahre älteren Baron. Schon bald langweilt sie sich in der Ehe und wagt einen Seitensprung mit einem jungen Major. Irgendwann kommt der Ehemann dahinter, der Baron fordert den Major zum Duell heraus. Effi Briest wird fortan geächtet. Dieser Roman von Theodor Fontane wird am 9. Dezember, 20 Uhr, im Theater am Berliner Ring als Theaterstück aufgeführt. Regisseurin Petra Wüllenweber stellt die Frage, ob es dieses 120 Jahre alte Verhaltensmuster immer noch gibt. 

Gibt es. 2014 taucht in einer Stadt an der Nordsee das Gerücht auf, die Frau eines Unternehmers habe mit dem Oberbürgermeister ein erotisches Techtelmechtel gewagt. Der Ehemann habe deswegen den Oberbürgermeister verprügelt. Diese Geschichte wird immer wieder abgewandelt, ich berichte darüber, mache mich in einer Satire über alle Beteiligten lustig.

Nicht lustig findet das der Unternehmer. Er verklagt mich vor dem Landgericht in Oldenburg. Bestimmte Teile der Satire werden mir verboten. Ich hätte mit meinen ironischen Anmerkungen auch ein Gerücht verbreitet, das der Ehre des Unternehmers abträglich sei. Der Richter flippt aus, als ich ihm erkläre, dass ich das nicht verstehen könne. Das Gerücht habe es gegeben, sei aber gar nicht mein eigentliches Thema gewesen. Ich hätte mich vielmehr mit Verhaltensweisen beschäftigt.

Nicht lustig findet auch der Oberbürgermeister, was man sich so in der Stadt erzählt. Gemeinsam mit dem Unternehmer kündigt er in der Lokalzeitung ein hartes juristisches Vorgehen gegen alle an, die diese Geschichte verbreiten. Man werde Anwälte einschalten, die alle Gerüchteverbreiter ausfindig machen. Ins Netz gehen eine Ratsfrau und ein Bürgerportal-Betreiber. Auch die Ratsfrau verliert vor Gericht, mit dem Bürgerportal-Betreiber wird ein Vergleich geschlossen.

Ob sich jemand über das Gerücht lustig gemacht hat und albern fand, interessierte das Oldenburger Landgericht nicht. Irgendwie war wieder vieles Effi Briest. Das Spießertum feierte fröhliche Urständ...

Exzellent vertreten wurde ich in diesem Verfahren von der Burgdorfer Rechtsanwaltskanzlei Paysen. Hat aber auch nichts genützt.

Mehr über das Gerücht als e-book Hier klicken 


Wilhelmshavener Zeitung, 2. Juli 2015

Donnerstag, 1. Dezember 2016

Tjaden tappt (184)

Die Mutter kenne ich übrigens nicht aus dem Internet...
Mit linker Mousetaste vergrößern.










Warnung! Taufe ist Kindeswohlgefährdung

In der Weihnachtszeit gehen viele in die Kirche, sie besuchen festliche Konzerte, sie feiern die Geburt von Jesus. 2010 wäre ich auch gern zur Kirche gegangen. Mit zwei Kindern, die am 24. September 2009 vom Jugendamt Münster-Kinderhaus getrennt worden sind. Der Junge war zwei Jahre alt, seine Schwester drei Monate, als behauptet wurde, der Kleine sei eine Gefahr für die Kleine. Deswegen müsse der Zweijährige vorübergehend den Haushalt verlassen.

Im Dezember 2010 waren die beiden Geschwister immer noch getrennt. Also kam ich auf die Idee, die beiden in einer katholischen Kirche taufen zu lassen. Ich wurde ins Taufregister eingetragen. Die Geschwister hätten sich endlich wiedergesehen, vor versammelter Gemeinde hätte man sehen können, wie Bruder und Schwester aufeinander reagieren. Die Mutter der Kinder ist katholisch, ihre Familie in Costa Rica auch. 

Die Taufe wurde verhindert - von der Verfahrensbeiständin Martina Große-Feldhaus aus Lüdinghausen (liegt bei Münster), die sich schriftlich an das Oberlandesgericht Hamm wandte. Dieses Gericht beschäftigte sich zu jener Zeit mit diesem Fall. Sie behauptete, dass die geplante Taufe das geistige und seelische Wohl der beiden Kinder gefährde.

Als ich das las, fiel ich vom Glauben ab, den ich zugegebenermaßen nicht besonders pflege, wenn es um Kirchen geht. Jesus hat schließlich keine Kirche gegründet. Die Verfahrensbeiständin lernte ich wenige Tage später vor dem Familiengericht in Münster kennen. Sie bekam für ihre Anwesenheit bei dieser Verhandlung mehr als 600 Euro als sogenannte vom Gericht bestellte "Anwältin der Kinder". Die Kinder, um die es ging, kannte sie allerdings kaum. Die Richterin sprang aber sofort auf die Seite von Martina Große-Feldhaus. Die Taufe war inzwischen geplatzt.

Fortgesetzt wurde die Geschichte ab Oktober 2012 an der Nordsee. Die Kinder waren immer noch getrennt, durften sich nicht sehen. Hielt die Trennung weiter an, um zu verhindern, dass die Kinder getauft werden?

Ich informierte damals die Deutsche Bischofskonferenz über diese Geschichte. Reagiert wurde nicht - weil auch katholische Bischöfe die Taufe für kindeswohlgefährdend halten? 

Siehe auch www.szenewilhelmshaven.de 


Montag, 28. November 2016

Tjaden tappt (182)

Diese Rentner lesen friedlich. 
Zerstreutes Prügeln 

Zuerst erschienen ist meine Broschüre "Zerstreutes Wohnen-Ratgeber für alle ab 70" bei Lulu. Dann sorgte ein Polizeibeamter aus Wilhelmshaven mit ziemlich wilden Aktionen dafür, dass mein Buchkonto bei Lulu gelöscht wurde. Weg war der Ratgeber. (Siehe "Bücher weg", Hier klicken)

Zum Glück konnte ich noch die PDF-Datei ergattern, die erschien bei Amazon als Print und als e-book. Als Print bekam mein Ratgeber inzwischen zweimal die Bestnote. 

Dieses Lob ist eigentlich eine Aufforderung zu einer Fortsetzung. Der stehen aber ein paar Hürden im Wege, die von dem Wilhelmshavener Polizeibeamten aufgestellt worden sind.

Schade. Denn jetzt prügeln sich Rentner schon um die erste Auflage, berichtet ein Käufer.

Hier klicken  


Mittwoch, 23. November 2016

Tjaden tappt (181)

Und die Gegner schlechte Verlierer?
Das 24-Stunden-Abo

Die Logos von Bayern München und Borussia Dortmund auf Seite 1, darunter die Zeilen "Pakt gegen Leipzig", Fortsetzung im Sport. Ohne Abo von "Bild Hannover" wäre mir das erspart geblieben, wie sich diese Boulevardzeitung diese Fortsetzung besser erspart hätte.

Rasenballsport wird derzeit in Leipzig derart vorzüglich betrieben, dass die Mannschaft von Ralph Hasenhüttl (Trainer) und Ralf Rangnick (Sportdirektor) drei Punkte besser ist als Bayern München, das wiederum drei Punkte besser ist als Dortmund. Steht so in der Tabelle mit der laut BVB-Boss Hans-Joachim Watzke eine Getränkedose performt wird. 

Der Pakt von "Bild"-Seite 1 wird deswegen im Sportteil zu einem "Giganten-Pakt", illustriert mit einem Händedruck zwischen FCB-Boss Karl-Heinz Rummenigge und Watzke. Und der Text? Der beginnt so: "Wenn Bayern und Dortmund gemeinsame Sache machen, muss die Lage ernst sein."

Wenn Dortmund Ernst ist, dann hat Ernst bereits gegen den Tabellenführer RB Leipzig in der Hinrunde verloren, sollte mit Ernst Bayern München gemeint sein, dann weiß man noch nicht, ob Leipzig auch gegen die Bayern bestehen kann.

Da es den von "Bild" behaupteten Pakt gar nicht gibt, muss diese Boulevard-Zeitung anschließend ablenken. Erst einmal mit einem Zitat von Rummenigge, das da lautet: "Ich würde nicht ausschließen, dass da jetzt ein Halali stattfindet." Dann mit einem Zitat von Watzke, das da lautet: "Wir brauchen diesen Tabellenführer nicht." Gesagt haben das der FCB-Boss und der BVB-Boss keinesfalls bei einer gemeinsamen Veranstaltung. Die gehört aber wohl zu einem Giganten-Pakt - oder nicht?

Die Rasenballsportler aus Leipzig reagieren weiterhin gelassen auf solche Sprüche. Wenn sie wie 2014 das Logo ändern sollen, dann ändern sie es eben - aber ziemlich unauffällig und wenn Red Bull nicht im Namen erscheinen darf, dann erscheint eben RB für Rasenballsport im Namen, damit jede und jeder sofort an Red Bull denkt. Ansonsten spielen sie einen tollen Fußball, dem auch mit einem "Giganten-Pakt" nicht beizukommen wäre.

Mein "Bild"-Abo ist übrigens heute in Kraft getreten und kraft des Unfugs, den ich heute gelesen habe, wurde es von mir heute auch wieder gekündigt...

Anschau-bar

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