Tjaden tappt (258)

Facebook erinnert sich. 

Erinnerungen an einen Freundeskreis

Heute bin ich von Facebook darauf hingewiesen worden, dass ich mich ganz bestimmt gern an ein 12 Jahre zurückliegendes Ereignis erinnern würde. In dieser Zeit verbreitete ich demnach in sozialen Netzwerken nicht nur, wann ich mich wo aufgehalten hatte, damit Einbrecher nicht vergeblich kommen würden, wenn sie denn kämen, sondern zumindest auch einmal etwas für Gauner Unwichtiges.

Dabei handelte es sich um die Gründung eines Freundeskreises für den damaligen Oberbürgermeister meines Geburtsortes, Eberhard Menzel, der wieder einmal außer sich war, weil sich Kritiker zu Wort gemeldet hatten. Sogleich verbreitete ich im Netz, dass derlei Kritik vom Freundeskreis nicht mehr geduldet werden würde, woüber sich Menzel so sehr freute, dass er bei einer öffentlichen Veranstaltung ein Treffen mit dem Freundeskreis ankündigte. Dazu kam es aber nicht, denn inzwischen hatte der Oberbürgermeister begriffen, dass es sich bei der Gründungsmeldung um einen Scherz gehandelt hatte.

Dieser Oberbürgermeister, der den Küstenstreifen mit einem zweiten Kohlekraftwerk verziert hatte, ging 2011 in Pension. Sein Nachfolger Andreas Wagner verzeichnete ähnliche Erfolge. Laut eigener Pressemitteilung gründete er einen Handelsplatz für gebrauchte Flugkörper, den man bis heute vergeblich sucht. Auch die Fusion eines städtischen Krankenhauses mit einer katholischen Klinik stand nur auf dem Papier. Andere Dokumente sind von der Staatsanwaltschaft in Oldenburg noch nicht vollständig gesichtet worden. 

In seiner Neujahrsansprache beschwerte sich Wagner inzwischen über Intrigen und Missgunst. Deshalb werde er kein zweites Mal antreten. Der Freundeskreis auch nicht.

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